Stromtrasse
Netzraum Kärnten: 2026 rückt die Feintrasse in den Fokus
2026 startet die entscheidende Phase der Detailplanung für die neue Stromtrasse in Kärnten. Gemeinden, Grundeigentümer:innen und Bürger:innen werden dabei eng eingebunden – der Dialog mit der Bevölkerung ist dabei ausdrücklich erwünscht.
Das Projekt „Netzraum Kärnten“ ist in der Planungsphase zur Hälfte abgeschlossen. Mit 26 von 36 betroffenen Gemeinden gibt es bereits Einigungen, das Genehmigungsverfahren wird aber noch mehrere Jahre dauern.© Klick Kärnten
Kärnten steht vor einem wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung seiner Strominfrastruktur: Im Jahr 2026 liegt der Schwerpunkt des Projekts „Netzraum Kärnten“ auf der sogenannten Feintrassierung. Dabei geht es um die endgültige Festlegung der Leitungsführung, der Maststandorte sowie der notwendigen Zufahrten.
Wie aus den aktuellen Projektinformationen hervorgeht, ist der Ausbau des Höchstspannungsnetzes entscheidend für eine stabile und sichere Stromversorgung im Bundesland. Der geplante 380-kV-Leitungsanschluss soll langfristig die bestehende 220-kV-Leitung entlasten und Kärnten besser an das österreichische und europäische Stromnetz anbinden.
Enge Abstimmung mit Gemeinden und Grundeigentümern
Im Zuge der Feintrassenplanung setzen die Projektverantwortlichen verstärkt auf den Dialog mit Gemeinden, Bürgerinnen und Bürgern sowie betroffenen Grundeigentümer:innen. Bereits jetzt sind zahlreiche Hinweise, Anpassungswünsche und Vorschläge eingegangen, die in die Planungen einfließen.
Gemeinsam mit Fachexpert:innen werden diese Rückmeldungen auf ihre technische, rechtliche und ökologische Umsetzbarkeit geprüft. Parallel dazu finden an möglichen Maststandorten geologische Untersuchungen und Kartierungen statt. Auch potenzielle Zufahrtswege werden erkundet. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Detailplanung.
Ziel: Versorgungssicherheit für die Zukunft
Laut Projektbetreibern ist Kärnten keine „Strominsel“. Gerade in den Wintermonaten ist das Bundesland auf Stromimporte angewiesen. Eine leistungsfähige Netzinfrastruktur soll helfen, Schwankungen auszugleichen und die Versorgung langfristig abzusichern.
Der Ausbau dient zudem der wirtschaftlichen Entwicklung und der Energiewende. Durch eine bessere Einbindung in den europäischen Strommarkt können Preisschwankungen abgefedert und erneuerbare Energien effizienter genutzt werden.
Umwelt und Gesundheit im Blick
Jede neue Leitung unterliegt einem umfangreichen Genehmigungs- und Umweltverträglichkeitsverfahren. Dabei werden Auswirkungen auf Natur, Landschaft und Bevölkerung geprüft. Laut den vorliegenden Unterlagen gibt es auf Basis internationaler Studien keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch elektromagnetische Felder im Rahmen der geltenden Grenzwerte.
Austausch ausdrücklich erwünscht
Die Projektverantwortlichen laden die Bevölkerung ein, weiterhin aktiv am Dialog teilzunehmen. Über das Infoportal www.netzraumkaernten.at können Fragen gestellt und Hinweise eingebracht werden. Bereits mehr als 550 Nutzer:innen haben sich dort registriert, über 300 Anregungen und rund 100 Fragen wurden bisher eingebracht.
Zusätzlich steht das Infocenter in Klagenfurt für persönliche Gespräche zur Verfügung. Dort werden regelmäßig Führungen, Sprechstunden und themenspezifische Informationsveranstaltungen angeboten. Alle Termine werden laufend online veröffentlicht.
Aktuelles Factsheet verfügbar
Interessierte finden in der aktuellen Projektinformation vom Jänner 2026 weitere Details zu Zielen, Hintergründen und Rahmenbedingungen des Projekts „Netzraum Kärnten“. Ziel bleibt eine möglichst verträgliche Trassenlösung – für Mensch, Natur und die sichere Stromversorgung in Kärnten.
