Pflege-Debatte

Fell­ners Gewinn­ver­bot löst kein ein­zi­ges Pfle­ge­pro­blem

Lain der Pflege zurückdrängen. Doch wer über Gewinne diskutiert, während Betreiber über Verluste, Personalmangel und fehlende Finanzierung klagen, setzt aus unserer Sicht die falsche politische Priorität.

Fell­ners Gewinn­ver­bot löst kein ein­zi­ges Pfle­ge­pro­blemDie Debatte um ein mögliches Gewinnverbot in der Pflege sorgt in Kärnten für Kritik: Private Heimbetreiber warnen vor Unterfinanzierung und fordern statt neuer Verbote eine kostendeckende Finanzierung.

© Foto: WKK/Polessnig

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„Kei­ne finan­zi­el­len Gewin­ne mit Pfle­ge“ – die­ser Satz von Lan­des­haupt­mann Dani­el Fell­ner klingt auf den ers­ten Blick sozi­al und gerecht. Nur: Ein grif­fi­ger poli­ti­scher Slo­gan ersetzt noch kein trag­fä­hi­ges Pfle­ge­kon­zept.

Fal­sche Debat­te

Kärn­ten ver­fügt über rund 5.800 Pfle­ge­bet­ten, etwa 2.700 davon befin­den sich in pri­va­ten Ein­rich­tun­gen. Für die Betreu­ung wird ein Sockel­be­trag von 3.397,60 Euro pro Bewoh­ner und Monat finan­ziert. Im Früh­jahr berich­te­ten pri­va­te Betrei­ber, dass von gro­ßen Pro­fi­ten kaum die Rede sein kön­ne. Im April war von einer Umsatz­ren­di­te von ledig­lich 0,7 Pro­zent die Rede, im Mai klag­ten Betrei­ber sogar über ein Minus pro beleg­tem Bett. em Hin­ter­grund wirkt Fell­ners Gewinn-Debat­te zuneh­mend wie ein poli­ti­scher Neben­schau­platz.

Über­schuss ist nicht Pro­fit­gier

Natür­lich muss bei öffent­li­chen Gel­dern genau hin­ge­schaut wer­den. Trans­pa­renz bei Zusatz­ge­büh­ren, Qua­li­täts­kon­trol­len und kla­re Regeln sind not­wen­dig. Doch ein betrieb­li­cher Über­schuss ist nicht auto­ma­tisch unmo­ra­li­sche Pro­fit­ma­che­rei.

Pfle­ge­hei­me müs­sen inves­tie­ren, Gebäu­de sanie­ren, Per­so­nal gewin­nen, Rück­la­gen bil­den und stei­gen­de Kos­ten abfe­dern. Wer ihnen jeden finan­zi­el­len Spiel­raum nimmt, schafft kei­ne bes­se­re Pfle­ge – son­dern mög­li­cher­wei­se weni­ger Anbie­ter und damit weni­ger Pfle­ge­plät­ze.

Bemer­kens­wert ist außer­dem: Selbst der dama­li­ge SPÖ-Klub­ob­mann Luca Burg­stal­ler rela­ti­vier­te Fell­ners Linie bereits bei der ORF-„Streitkultur“. Es gehe nicht grund­sätz­lich dar­um, ob Gewin­ne gemacht wer­den, son­dern wie öffent­li­che Gel­der ein­ge­setzt wer­den. er soll­te Prio­ri­tä­ten ändern

Die ent­schei­den­de Fra­ge lau­tet daher nicht: Darf ein Pfle­ge­heim einen Über­schuss erwirt­schaf­ten? Sie lau­tet: Wie finan­zie­ren wir Pfle­ge so, dass Qua­li­tät, Per­so­nal und aus­rei­chend Plät­ze auch mor­gen noch gesi­chert sind?

Chris­ti­an Pol­ess­nig von der Wirt­schafts­kam­mer bringt den Wider­spruch auf den Punkt: Wer Gewin­ne ver­bie­ten will, die laut Betrei­bern der­zeit kaum oder gar nicht vor­han­den sind, löst damit kei­nen ein­zi­gen Finan­zie­rungs­eng­pass.

Die Poli­tik soll­te des­halb weni­ger über ver­meint­li­che Pro­fi­te spre­chen – und mehr dar­über, wie Kärn­ten sei­ne Pfle­ge dau­er­haft finan­zie­ren will. Denn Ideo­lo­gie pflegt nie­man­den.

29.07.2026 11:30 - Update am: 30.07.2026 07:58
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Fell­ners Gewinn­ver­bot löst kein ein­zi­ges Pfle­ge­pro­blemDie Debatte um ein mögliches Gewinnverbot in der Pflege sorgt in Kärnten für Kritik: Private Heimbetreiber warnen vor Unterfinanzierung und fordern statt neuer Verbote eine kostendeckende Finanzierung.

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