Subheadline
Kärntens Wirtschaft wartet nicht bis 2035
Bürokratie, Fachkräftemangel und steigender Kostendruck sind seit Jahren bekannt. Trotzdem präsentiert die Kärntner Landesregierung nach dem Treffen mit den Sozialpartnern vor allem neue Arbeitsaufträge, Taskforces und Strategiepapiere.
Landeshauptmann Daniel Fellner will Kärntens Wirtschaftsstandort bis 2035 stärken. Nach Jahren der Diskussion wird nun entscheidend sein, wie schnell aus Ankündigungen konkrete Maßnahmen werden.© Foto: WKK/Sacherer
Landeshauptmann Daniel Fellner will Kärntens Wirtschaftsstandort bis 2035 stärken und Bürokratie abbauen. Eine Taskforce soll Unternehmen unterstützen, in den Bezirkshauptmannschaften sollen „Kümmerer“ Projekte begleiten.
Doch genau hier liegt das Problem: Der Deregulierungsprozess läuft bereits seit Juni 2025. Mehrere Arbeitskreise haben Probleme analysiert und Vorschläge gesammelt. Spürbare Verbesserungen für die Betriebe sind bislang jedoch kaum erkennbar.
Noch mehr Strukturen
WK-Vizepräsidentin Nika Bašić fordert deshalb mehr Tempo. Unternehmen brauchen keine weiteren Gesprächsrunden und neuen Strukturen, sondern schnellere Verfahren, klare Zuständigkeiten und mehr Planungssicherheit.
Dass nun ausgerechnet eine weitere Taskforce und zusätzliche Ansprechpartner angekündigt werden, wirkt daher wenig überzeugend. Die entscheidende Frage ist nicht, wer künftig noch mitredet, sondern was tatsächlich vereinfacht wird.
Fellner muss liefern
Für Daniel Fellner wird das Thema zunehmend zur Bewährungsprobe. Ein Zielhorizont bis 2035 ist zu wenig, wenn Betriebe heute unter Bürokratie, Personalmangel und hohen Kosten leiden.
Auch das angekündigte gemeinsame Papier, das erst im Jänner 2027 präsentiert werden soll, verstärkt den Eindruck: Kärntens Wirtschaft bekommt zunächst wieder Konzepte und Ankündigungen.
Die Probleme sind bekannt, die Forderungen liegen auf dem Tisch. Jetzt braucht es Entscheidungen – und zwar deutlich vor 2035.

