Fleißige Jugendliche
Ein Jugendprojekt im Zeichen der Demenz
Von der Demenzdecke bis zum Krämerwagen: Im Rahmen des Projekts „AusbildungsFit Ost Völkermarkt“ fertigten Jugendliche für die Senioren des Caritas-Hauses „Elisabeth“ in St. Andrä Werkstücke mit Sinn.
© AusbildungsFit Ost Völkermarkt
Bis zu 15 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 21 Jahren fertigten für das Caritas-Haus „Elisabeth“ in St. Andrä neben der sogenannten Demenzdecke eine große Jahreszeiten-Uhr, Bilder zum Angreifen und einen Krämerwagen aus Holz an. „Die Arbeit hat Spaß gemacht und der Gedanke, mit der Demenzdecke alten, kranken Menschen helfen zu können, hat mich beim Nähen beflügelt“, erzählt Sarah (17). Sie suchte nach Beendigung ihrer Schulpflicht Unterstützung für ihre weitere Ausbildung und fand im Projekt „AusbildungsFit Ost Völkermarkt“ einen Platz. Das „pro mente“-Projekt wird vom Sozialministerium gefördert.
Die Krankheit des Vergessens
Das Pflegewohnhaus in St. Andrä ist auf Demenz, die sogenannte Krankheit des Vergessens, spezialisiert. Es gibt einen eigenen Wohnbereich mit vertrauten Möbeln und Gebrauchsgegenständen der erkrankten Menschen. Dieser vermittelt ihnen neben einem geregelten Tagesablauf Sicherheit und Selbstwertgefühl. Das Jugend-Projekt lief unter der Anleitung von Trainerin Margot Sorger und ihres Werkstatt-Kollegen Lukas Blumenthal in Abstimmung mit Fachsozialbetreuerin Michaela Perchtold und Pflegeassistentin Stefanie Zmollnig im Haus „Elisabeth“.

Positive Gefühle wecken
„Unsere Jugendlichen stärken nicht nur ihre handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten, sondern erlernen und verbessern im Umgang mit demenzkranken und alten Menschen auch ihre sozialen Kompetenzen. Die Senioren wiederum bekommen wichtige Hilfen, die sie an früher erinnern und die positive Gefühle wecken“, schildert Sorger.
Die Demenzdecke mit Applikationen wie Knöpfen, Knopflöchern und Reißverschlüssen lässt die oft unruhigen, rastlosen Hände von demenzerkrankten Menschen vertraute Arbeiten durchführen. Die „Bilder zum Angreifen“ mit Utensilien aus Werkstatt und Küche erinnern an den Alltag in vergangenen Tagen. Die Jahreszeiten-Uhr ist für Menschen mit Demenz eine wichtige Orientierungshilfe, wissen diese doch meist weder Uhrzeit, noch Tag und Monat.
Rollender Krämerladen
Mathilde Slamanig, Pflegedienstleiterin im Haus „Elisabeth“, sprach bei der Übergabe der Werkstücke ein großes Dankeschön an „pro mente“ und die jugendlichen Gestalter aus: „Demenzdecke & Co. werden den Bewohnern Freude bereiten und Abwechslung in den Alltag bringen.“
Der rollende Krämerladen ist mit Süßigkeiten, Zeitschriften und Artikeln des täglichen Lebens befüllt und sorgt für kleine, feine Einkaufserlebnisse im Haus. „Unsere Bewohner können nun, sofern sie es möchten, etwas zum Naschen für die Enkelkinder kaufen, wenn sie auf Besuch kommen“, erklärt Slamanig.

