Landespolitik
Kaiser: „Fordern echte Gerechtigkeit für Frauen“
Die Stimmen aus der SPÖ Kärnten zum heutigen internationalen Frauentag im Überblick.
© SPÖ Kärnten
„Wir fordern die Gleichstellung der Geschlechter, wir fordern Transparenz bei den Gehältern, wir fordern schlicht und einfach – echte Gerechtigkeit“, mit diesen Worten kommentiert Landeshauptmann und SPÖ-Landesparteivorsitzender Peter Kaiser den heutigen internationalen Frauentag. Das sicherste Mittel, um diese Ziele zu erreichen, ist laut Kaiser ein starker, gerechter und moderner Sozialstaat, der eine gesetzliche Grundlage für Gleichberechtigung schafft. „Das beginnt bei Lohntransparenz und endet bei dem Recht auf Kinderbetreuung. Wir müssen jetzt die gesetzlichen und institutionellen Strukturen für Gerechtigkeit schaffen. Oder wir warten darauf, dass der Markt es regelt. Da werden wir aber lange warten müssen“, sagt Kaiser.
SPÖ-Landesgeschäftsführer Andreas Sucher
Ein Jahr zurück blickt SPÖ-Landesgeschäftsführer Andreas Sucher: „Am 8. März 2021 war der internationale Frauentag kein Ereignis, das in den österreichischen Medien großes Echo hervorgerufen hat. Sicher, die überproportionalen Belastungen der Frauen durch die Pandemie wurden kommentiert – passiert ist nichts.“ Ein Jahr später sind, so Sucher, zum internationalen Frauentag auf den Titelblättern der Tageszeitungen Frauen in Kampfanzügen abgebildet. „Miss Ukraine greift zur Waffe, eine Song-Contest-Teilnehmerin ist auf der Flucht und Wladimir Putin wird zum Synonym des Patriarchats. Ich frage ganz offen: Braucht es wirklich einen Krieg, um die öffentliche Wahrnehmung von Frauen zu verändern? Und wenn ich die Tageszeitung heute ansehe, frage ich mich: Ist das echte Solidarität oder purer Sensationalismus? Müssen Frauen wirklich erst zur Waffe greifen, um für voll genommen zu werden oder zumindest von der Gesellschaft bemerkt?“, fasst Sucher zusammen.
Putin sei ein alter Chauvinist. „Aber er hat das Patriarchat nicht erfunden. Die Benachteiligung gegenüber Frauen beginnt bei uns, hier an der eigenen Haustür und wir müssen hier dagegen ankämpfen, wenn wir etwas ändern wollen“, stellt Sucher klar.
SPÖ-Frauenvorsitzende Ana Blatnik
Auch Ana Blatnik, Frauenvorsitzende der SPÖ Kärnten, ergreift am heutigen Weltfrauentag das Wort: „Morgen, am 9. März, ist kein Frauentag mehr, dann sind Sexismus, Gewalt und Unterdrückung in unserer Gesellschaft wieder Normalität. Bis zum Muttertag. Dann gibt’s Blumen und Parfüm für die brave Mutti.“ Blatnik bleibt kämpferisch: „Wir werden nicht aufgeben in unserem Kampf um Gleichstellung, und wenn es 300 Frauentage braucht. Aber wir werden nur Erfolg haben, wenn wir anfangen Missstände explizit zu benennen und den Finger in die offenen Wunden unserer Gesellschaft zu bohren statt Behelfspflaster darüber zu kleben.“
Sie benennt abermals die Forderungen: volle Transparenz bei Löhnen und Vermögen, echte Arbeitsmarktpolitik gegen Altersarmut mit einem umfassenden Arbeitsmarktpaket für Frauen und einer Teuerungsbremse sowie eine Unterhaltsgarantie des Staats, die Armut von Kindern und Alleinerziehenden verhindert.
