Wochenende & Feiertage
25 Prozent mehr Honorar für Notärzte
Die notärztliche Versorgung soll auf stabilere Beine gestellt werden. Erster Schritt: 25 Prozent mehr Honorar an Wochenenden und Feiertagen. Ab 2024 schrittweise Umstellung auf Angestellten-System.
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“Kärnten verfügt über ein sehr dichtes Notarzt-Netz – wir sind flächendeckend gut aufgestellt. Damit das auch in Zukunft so bleibt, müssen wir vorausschauend agieren und rechtzeitig die Weichen stellen. Neue Herausforderungen sind bereits absehbar”, kommentiert Gesundheitsreferentin Beate Prettner aktuelle Herausforderungen wie Arbeitszeitgesetz, fehlenden Ärzte-Nachwuchs, den Wunsch der Ärzte nach besserer Work-Life-Balance und die Corona-Pandemie. Covid-19 bedeute vor allem für Intensivmediziner und Anästhesisten – und das sind meist Notärzte – eine große Belastung.
Mehr Honorar an Wochenenden
In der Regierungssitzung am Montag legt sie einen Akt für eine Verbesserung des Notarzt-Systems vor. Ein erster Schritt ist die Erhöhung des Honorars für Wochenenden und Feiertage um 25 Prozent. Ein 24-Stunden-Dienst wird mit 1.243 Euro abgegolten – rückwirkend mit 1. Jänner. Für 2021 wären das 233.000 Euro an Mehrkosten für das Land, das pro Jahr 2,8 Millionen Euro für Notärzte zahlte.
Langfristige System-Umstellung
Langfristig soll das freiwillige Notarzt-System auf ein Angestellten-System umgestellt werden, doch dieser Übergang dauert – “weil Ärzte und vor allem Anästhesisten und Intensivmediziner nicht vom Himmel fallen”, so Prettner. Der Plan: Ab 1. Jänner 2024 sollen die Wochenenden in Klagenfurt und Villach nicht mehr durch Freiwillige, sondern durch Bedienstete von Krankenanstalten besetzt werden. Prettner: “Dazu sind zum bestehenden Personalbedarf an den beiden Abteilungen für Anästhesie und Intensivmedizin in Klagenfurt und Villach zusätzlich je zwei weitere Vollzeitkräfte anzustellen.”
Notarzt-System in Kärnten
In Kärnten gibt es neun bodengebundene Notarzt-Stützpunkte: Klagenfurt, Villach, St. Veit, Spittal, Friesach, Hermagor, Völkermarkt, Feldkirchen, Wolfsberg
Pro Jahr gibt es ca. 13.500 Notarzt-Einsätze, das sind 242 pro 10.000 Einwohner – 79 Prozent bodengebunden und 21 Prozent über Hubschrauber.
Die meisten Einsätze gibt es am Stützpunkt Klagenfurt: 6,9 Einsätze pro 24 Stunden (Villach: 4,4; weitere Stützpunkte: 1,4 bis 2,8).
