Studentenleben
Chiara Spinotti: „Mal in sich hineinhören“
Aus der Serie „Studentenleben“: Chiara Spinotti (22) aus Wolfsberg ist Studentin der Pädagogischen Hochschule in Klagenfurt und angehende Yogalehrerin. „KLiCK Kärnten“ sprach mit ihr unter anderem über das Thema „Mental Health“.
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Rund 140.000 Menschen unterzeichneten von 2. bis 9. Mai 2022 das „Mental Health“-Jugendvolksbegehren in Österreich. Damit erreichte es die benötigten 100.000 Unterschriften, um im Nationalrat behandelt zu werden. Der Mai steht jedes Jahr im Zeichen von „Mental Health“ (mentale Gesundheit). Mit diesem Thema hat auch die 22-jährige Wolfsbergerin Chiara Spinotti zu tun: Sie zeigt mit ihrer Lebensweise, wie man im Alltag auf sich selbst und seine mentale Gesundheit achten kann. Dabei spielen auch Yoga und Auszeiten eine Rolle.
Eine kleine Weltreise
Nach ihrer Matura an der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) in Wolfsberg begann Spinotti an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Klagenfurt ein Lehramtsstudium (Primarstufe). „Vor Kurzem habe ich das Bachelorstudium abgeschlossen, jetzt steht schon das Masterstudium an“, freut sich die Wolfsbergerin. Doch bevor es mit dem nächsten Studienabschnitt weitergeht, startet sie gemeinsam mit ihrem Freund eine Auszeit. „Weil ich seit der Volksschule im Bildungssystem bin, wird es Zeit für eine Unterbrechung. Mein Freund und ich werden uns verschiedene Länder ansehen. Der Startpunkt steht noch nicht fest, wir lassen alles auf uns zukommen“, verrät Spinotti, die sich als ruhige und ausgeglichene Person bezeichnet.

Graz und Wien standen nicht am Plan
Nach Wien oder Graz zu ziehen, um dort ihr Studium zu absolvieren, war für sie keine Option. „Wien war für mich einfach zu weit weg. Auch Graz war für mich nicht so reizvoll“, erzählt Spinotti. Viele ehemalige Schulkollegen schwärmten jedoch von Graz und waren von der Großstadt begeistert, für Spinotti kam das hingegen nicht in Frage. „Ein Leben in der Großstadt könnte ich mir für eine kurze Zeit vorstellen, aber für längere Zeit eher weniger“, schmunzelt Spinotti, die für ihr Studium täglich nach Klagenfurt pendelt. Vor allem in den ersten Semestern bildete sie mit drei Studienkollegen Fahrgemeinschaften. Rückblickend war sie über das Online-Format ihres Studiums froh. „In der Pandemie habe ich mir die Fahrtzeit nach Klagenfurt und auch Kosten erspart. Nur für Prüfungen bin ich nach Klagenfurt gefahren“, berichtet die Wolfsbergerin. Neben dem Studium arbeitet sie im Kino in Wolfsberg.
Eigentlich plante Spinotti ein Ergotherapie-Studium, dann wurde es doch das Lehramtsstudium. „Ich habe gewusst, dass ich irgendetwas mit Kinder machen will, der Lehrerberuf ist mit aber zufällig in den Schoss gefallen“, lacht Spinotti, die über ihre endgültige Studienwahl sehr glücklich ist.
Seit Matura mit Yoga verbunden
Einen großen Stellenwert in ihrer Freizeit hat der Yoga-Sport, den sie seit ihrer Matura ausübt. Yoga war damals für sie ein Weg, um den Kopf frei und auch Abstand vom Lernen zu bekommen. Daran änderte sich bis heute nichts. Auch ihre Mutter macht regelmäßig Yoga. „Im Februar habe ich dann eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin begonnen, die noch bis Oktober dauert. Seit eineinhalb Jahren mache ich wirklich regelmäßig Yoga“, erzählt Spinotti. Neben Pilates und Schwimmen ist sie gerne in der Natur und auf Reisen. Auch das Lesen nimmt in ihrem Leben einen wichtigen Platz ein. „Ich lese sehr viele Bücher zum Thema Selbstverwirklichung, versuche aber immer, einen guten Mix aus verschiedenen Genres zu behalten“, gibt sie einen Einblick in ihre Freizeit.
„Auch mit sich Zeit verbringen“
Was für sie persönlich „Mental Health“ bedeutet? „Auch mal bewusst mit sich Zeit zu verbringen und mal in sich, seinen eigenen Körper hineinzuhören. Dazu gehört auch, sich selbst kennenzulernen, darauf zu achten, was ich überhaupt brauche und wie es mir geht. Natürlich nimmt hier Social Media eine kritische Rolle ein“, antwortet die Wolfsbergerin. Alltagsroutinen wirken sich ebenfalls positiv auf die mentale Gesundheit aus. „Mein Tag beginnt nach dem Aufstehen mit Yoga und verschiedenen Workouts. Wenn ich damit nicht in den Tag starte, dann bin ich im Laufe des Tages sehr träge“, sagt Spinotti, die im Tagesverlauf dennoch spontan und frei ist. Sie lässt sich eben nicht aus der Ruhe bringen.