Bio-Hof Windisch

„Bio“ ist für sie eine Lebens­ein­stel­lung

Aus einem Schlosser (Andreas Petutschnig) und einer Buchhalterin (Carmen Petutschnig) wurden Bauersleute. So geschehen am Bio-Hof Windisch in Globasnitz.

„Bio“ ist für sie eine Lebens­ein­stel­lung Carmen und Andreas Petutschnig in ihrem Verkaufswagen

© kope

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Der Schlos­ser Andre­as Petut­s­ch­nig aus St. Veit lern­te sei­ne Frau Car­men, bei­de sind Jäger, beim Jagd­horn­bla­sen ken­nen. Vor drei Jah­ren hei­ra­te­ten sie und zogen in ein Miet­haus in Glo­bas­nitz. Über die Jagd mach­te Petut­s­ch­nig auch mit einem Alt­bau­ern, dem ehe­ma­li­gen Besit­zer des „Win­disch-Hofs“, Bekannt­schaft. „Ich woll­te schon immer Bau­er wer­den. So sind wir wegen einer Über­nah­me sei­nes Hofs ins Gespräch gekom­men. Letzt­end­lich habe ich vom Nach­barn den still­ge­leg­ten Win­disch-Hof über­nom­men und wie­der zum Leben erweckt“, erzählt Petut­s­ch­nig im Gespräch mit „KLiCK Kärn­ten“.

Die Zie­gen

Die Hal­tung von Zie­gen ergab sich eher zufäl­lig. „Am Nach­bar­hof wer­den Scha­fe gehal­ten. Wir haben uns über­legt, wel­che Tie­re von den Vor­schrif­ten her in unse­ren alten Stall pas­sen. Da sind eigent­lich nur Scha­fe, Zie­gen, Schwei­ne oder Hüh­ner übrig geblie­ben“, berich­tet der Jung­bau­er. Sei­ne Frau und er ent­schie­den sich für Zie­gen. „Zie­gen sind genüg­sam, intel­li­gent und fol­gen auf den Namen. An die 50 Tie­re erken­ne ich an der Kopf­form und Fell­far­be“, ver­rät Petut­s­ch­nig.

Alles „bio“

Am Hof lebt das Ehe­paar Petut­s­ch­nig gemein­sam mit dem ehe­ma­li­gen Besit­zer, der den jun­gen Bau­ers­leu­ten hilft, wo es nur geht. „Mei­ne Frau Car­men ist für die Käse­pro­duk­ti­on zustän­dig, ich für die Außen­wirt­schaft. Bei uns ist alle bio­lo­gisch, von Anfang an. Das braucht zwar mehr Ein­satz und Auf­wand, aber es lohnt sich. Für mich ist das eine Lebens­ein­stel­lung. Wir brau­chen kei­nen Kunst­dün­ger, kein Gift, bei uns funk­tio­niert alles nach der Kreis­lauf­wirt­schaft“, betont der Bio-Bau­er. Mit der Hof­über­nah­me absol­vier­te er berufs­be­glei­tend in St. Andrä die Aus­bil­dung zum Fach­ar­bei­ter. „Den Rest habe ich mir selbst in Kur­sen ange­eig­net“, erklärt Petut­s­ch­nig.

Tie­re und Pro­duk­te

Am Win­disch-Hof leben rund 200 Zie­gen. 90 wer­den gemol­ken, die Rest­li­chen sind „Zick­lein“ und tro­cke­ne Zie­gen. Tro­cken des­halb, weil sie nicht gemol­ken wer­den. „Wir ver­wer­ten das Zie­gen-Fleisch, pro­du­zier­ten Heu­milch, Top­fen, Joghurt und pas­teu­ri­sier­te Trink­milch. Hin­zu kom­men Son­nen­blu­men- und Kür­bis­kern­öl“, fasst Petut­s­ch­nig zusam­men. Die Son­nen­blu­men und die Kür­bis­se wer­den auf den eige­nen Flä­chen ange­baut. Ein wei­te­res Stand­bein ist die Auf­zucht von Aus­tern­pil­zen. „Wir haben zehn Hekt­ar Eigen­grund und bewirt­schaf­ten mit den dazu gepach­te­ten Flä­chen ins­ge­samt 30 Hekt­ar. Für die Füt­te­rung der Tie­re mähen wir zusätz­lich auf Flä­chen von ande­ren Bio-Betrie­ben. Wir brau­chen zwei Rund­bal­len pro Tag. Die Zie­gen wer­den mit Heu und fri­schem Gras gefüt­tert. Sila­ge ist für uns kein The­ma“, ver­si­chert der über­zeug­te Bio-Bau­er.

Das Mol­ke­schwein

Der­zeit wird am Hof flei­ßig gebaut. „Wir errich­ten einen Schwei­ne­stall, weil der­zeit die Mol­ke nicht ver­wer­tet wer­den kann. Mit Mol­ke­schwei­nen wol­len wir die­sen Miss­stand behe­ben“, sagt Petut­s­ch­nig, „wenn der neue Stall fer­tig ist, star­ten wir mit zehn Schwei­nen. So wird die Mol­ke sinn­voll ver­wen­det“.

Der Ver­kauf

Die „Windisch“-Produkte sind in zahl­rei­chen Selbst­be­die­nungs­hüt­ten vom Lavant­tal bis nach Feld­kir­chen, in „Bil­la“- und in „Spar“-Filialen erhält­lich. Gele­gent­lich sind Car­men und Andre­as Petut­s­ch­nig mit ihrem Ver­kaufs­wa­gen auch auf ver­schie­de­nen Märk­ten ver­tre­ten.

Online-Tipp: windischhof.com

22.10.2022 05:00
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„Bio“ ist für sie eine Lebens­ein­stel­lung Carmen und Andreas Petutschnig in ihrem Verkaufswagen

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