Kärntner Naturschutzpreis
“Goldene Unke” ging an Marktgemeinde Treffen
Bereits zum zweiten Mal wurde der Kärntner Naturschutzpreis „Goldene Unke“ vergeben. Für die naturnahe Gestaltung des Friedhofsvorplatzes samt Bodenentsiegelung wurde die Marktgemeinde Treffen ausgezeichnet. Die „Ehrenunke“ für ein rein privates Projekt ging an „Auwald mit Biotopen in Oberhof“ (Metnitz).
© Büro LR Schaar
Das Land Kärnten suchte im Hinblick auf Naturschutz-Maßnahmen besonders gelungene und innovative Bauprojekte. „Es ist beachtlich, wie originell Lösungen im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Bau sein können, und es freut mich, dass in diesem Zusammenhang immer mehr über die behördlichen Naturschutz-Auflagen hinaus gestaltet wird, um eine Verbesserung für die Natur zu bewirken“, sagte Naturschutz-Landesrätin Sara Schaar bei der Verleihung.
Gelungene Naturschutz-Maßnahmen sichtbar machen
„Naturschutz in Baumaßnahmen zu integrieren, stellt eine Zukunftslösung zur Erhöhung der Biodiversität dar. Die Verleihung der ‚Goldenen Unke‘ als Stellvertreterin bedrohter Arten hat das Ziel, außergewöhnlich gelungene Umsetzungen von innovativen Naturschutz-Maßnahmen im Zuge von Bauaktivitäten sichtbar zu machen. Es geht um Integration und Selbstverständlichkeit im Umgang mit natürlichen Ressourcen und deren Erhaltung“, bemerkte der Jury-Vorsitzende Martin Schneider von der Fachhochschule (FH) Kärnten.
Treffen bekam “Goldene Unke 2022”
Die Marktgemeinde Treffen durfte sich heuer über die „Goldene Unke 2022“ freuen. Deren eingereichtes Projekt „Trittsteinbiotop Friedhof Treffen – Friedhofsgestaltung mit Würde und Natur“ hatte die Jury überzeugt. Konzipiert wurde es von „lenaplant“, ein Ingenieurbüro für Landschaftplanung, mit Sitz in Afritz. Im Zuge der Erweiterung des Gräber-Bereichs um einen Baumbestattungshain mit heimischen Baumarten wurde in Treffen auch an die Bodenentsiegelung gedacht.
Nachhaltiges Friedhofs-Projekt überzeugte Jury
„Einerseits wurde der Vorplatz des Friedhofs – mit Trittsteinbiotop, Schattenbäumen, Laubhecken und begrüntem Schotterrasen – naturnah und klimafit gestaltet. Andererseits wurde auch der asphaltierte Parkplatz durch eine Sickermulde mit Bergahornen und heimische Wildpflanzen umgestaltet, was zu einer Erhöhung der Biodiversität und einem kühleren Klima führt und wodurch sich die Entwässerung verbessert hat. Die Gemeinde Treffen zeigt vor, dass man gerade bei versiegelten Beständen durch Neugestaltung viel für den Naturschutz tun kann. Viele Tiere und Pflanzen finden beim Friedhof nun neue Lebensräume vor“, lobte Schaar das Siegerprojekt.

“Ehrenunke” für rein privates Projekt
Vergeben wurde auch eine „Ehrenunke“ für das rein private Projekt „Auwald mit Biotopen in Oberhof“ in der Gemeinde Metnitz, eingereicht von Morgan Chambas. Er verwandelt eine Fichten-Monokultur in der Größe von ca. 0,7 Hektar in einen besonderen und vielfältigen Lebensraum, in einen ursprünglichen Auwald. „Es wurden auch zwei große Biotope angelegt, welche mit Wurzelstöcken, Hohlräumen und kleinen Bächen sowie einem Tümpel wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen bilden. Man begegnet dort nun Amphibien und Insekten bis hin zu wilden Orchideen und Wildobst-Bäumen“, erklärte Schaar das naturnahe Vorhaben.
FH Kärnten und E.C.O. Institut für Ökologie als Organisator
Die „Goldene Unke“ wurde von der Fachhochschule Kärnten (Lehrgang „Bauingenieurwesen und Architektur“) in Kooperation mit dem E.C.O. Institut für Ökologie organisiert. Die Jury – Vorsitzender Martin Schneider, Landesrätin Sara Schaar, Klaus Kleinegger (Abteilung Naturschutz, Amt der Kärntner Landesregierung) und Andreas Berchtold (ZT-Kammer) – fällte ihre Entscheidungen auf Basis von Besichtigungen der Projekte durch Experten vor Ort.
© Büro LR Schaar
