Landtagswahl 2023

Kampf gegen Kin­der­ar­mut

"Leistbares Leben" steht im Fokus des Wahlprogramms der SPÖ. Heute wurde dieses vierte Kapitel von insgesamt sieben näher vorgestellt.

Kampf gegen Kin­der­ar­mut In Österreich wächst fast jedes vierte Kind in Armut auf. "Wir akzeptieren Kinderarmut nicht", so Landeshauptmann Peter Kaiser, der für konkrete und wirksame Maßnahmen wie die Kindergrundsicherung eintritt.

© Pixabay/Anja_cocoparisienne

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“Die immense Teue­rung stellt der­zeit eine enor­me Her­aus­for­de­rung für die Men­schen in Kärn­ten und ganz Öster­reich dar”, so Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser in der heu­ti­gen Pres­se­kon­fe­renz. Gemein­sam mit Erich Fen­nin­ger, dem Bun­des­ge­schäfts­füh­rer der Volks­hil­fe Öster­reich, führ­te er aus, wel­che Maß­nah­men aus Sicht der SPÖ nun drin­gend not­wen­dig sind. Vie­le Men­schen füh­len sich exis­ten­zi­ell bedroht — dem muss ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den. Ein­mal mehr wen­det sich Peter Kai­ser an die Bun­des­re­gie­rung. Er for­dert kon­kret eine amt­li­che Preis­re­ge­lung für Grund­nah­rungs­mit­tel- und Hygie­ne­ar­ti­kel, leist­ba­res Woh­nen und eine bes­se­re Rege­lung der Infla­ti­ons­an­pas­sung bei den Pen­sio­nen.

“Stern­zei­chen-Pen­sio­nen”

„Je nach­dem in wel­chen Monat man in Pen­si­on geht, erhält man der­zeit ent­we­der die gesam­te Infla­ti­ons­an­pas­sung, eine antei­li­ge Infla­ti­ons­an­pas­sung — oder eben gar kei­ne. Das ist eine Unge­rech­tig­keit, die sofort umge­stellt wer­den muss. Die Infla­ti­ons­an­pas­sung soll ein­fach nach dem Jahr des Pen­si­ons­an­trit­tes bemes­sen wer­den und nicht nach dem Monat“, for­dert Kai­ser.

Unter­stüt­zung, die wirkt

Mit dem “Kärn­ten Bonus” und dem “Kärn­ten Bonus Plus” konn­ten und kön­nen jene Bevöl­ke­rungs­grup­pen, die der­zeit inten­si­ve­re, finan­zi­el­le Hil­fe­stel­lung brau­chen, treff­si­cher unter­stützt wer­den. Anspruchs­be­rech­tig­te Per­so­nen und Fami­li­en erhal­ten, auf­ge­teilt auf vier Mona­te, 600 Euro Unter­stüt­zung vom Land Kärn­ten. Etwa 70.000 Kärnt­ner Haus­hal­te sind betrof­fen.

Hil­fe in beson­de­ren Lebens­la­gen

Wei­te­re För­de­run­gen und Unter­stüt­zun­gen, die von der Lan­des­re­gie­rung bereits vor der Infla­ti­on ein­ge­führt wur­den: der HIBL-Fonds (“Hil­fe in beson­de­ren Lebens­la­gen”), Heiz­kos­ten- und Ener­gie­zu­schuss, das Valo­ri­sie­ren der Wohn­bei­hil­fe, die Reduk­ti­on des Selbst­be­hal­tes bei mobi­len Diens­ten und die Anhe­bung der Pend­ler­för­de­rung.

Kampf gegen Kin­der­ar­mut

17 Pro­zent der Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher sind von Armut betrof­fen, das sind fast 1,6 Mil­lio­nen Men­schen. Beson­ders hart trifft es Kin­der. “Die Woh­nun­gen sind kalt, sie haben zu wenig Klei­dung zum Anzie­hen und am Ende des Monats wird das Essen knapp”, schil­dert Erich Fen­nin­ger von der Volks­hil­fe die pre­kä­re Lebens­rea­li­tät von rund 368.000 Kin­dern und Jugend­li­chen in Öster­reich. “Man kann Armut nicht neu­tral gegen­über­ste­hen. Man kann sie ent­we­der akzep­tie­ren oder bekämp­fen. Und die­se Ent­schei­dung ist eine Fra­ge der Fair­ness und der sozia­len Gerech­tig­keit”, so sein Appell.

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Die aktu­el­le Teue­rung trifft alle. Was tun? Dazu äus­ser­ten sich heu­te (Frei­tag) Erich Fen­nin­ger von der Volks­hil­fe Öster­reich und Kärn­tens Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser mit kon­kre­ten Maß­nah­men und Vor­schlä­gen.
© SPÖ/Jakob Grol­lit­sch

Ende der “Toast­brot­zeit”

Die Volks­hil­fe for­dert seit Jah­ren eine staat­li­che Kin­der­grund­si­che­rung, gestaf­felt nach Haus­halts­ein­kom­men, und betont dies vor dem Hin­ter­grund der Teue­run­gen ein­mal mehr. Eine Kin­der­grund­si­che­rung wür­de die betrof­fe­nen Kin­der aus der Armut befrei­en. “Der Geld­man­gel der Eltern, Sor­gen, Unsi­cher­heit und zu wenig Essen am Ende des Monats machen Kin­der krank. Sie lei­den ver­mehrt an chro­ni­schen Erkran­kun­gen und ste­cken jeg­li­che per­sön­li­che Wün­sche und Inter­es­sen zurück. Sie sind die Arbeits­lo­sen und Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger der Zukunft”, schil­dert Erich Fen­nin­ger und betont, wie drin­gend und wich­tig es sei, hier nach­hal­tig ent­ge­gen­zu­wir­ken. Er wol­le die „Toast­brot­zeit“ am Ende des Monats für vie­le Kin­der in Öster­reich been­den. 

“Ohne Exis­tenz­sor­gen lachen Kin­der wie­der”

Im Rah­men eines Pilot­pro­jekts wur­den Fami­li­en zwei Jah­re lang nach dem Prin­zip der Kin­der­grund­si­che­rung finan­zi­ell unter­stützt und beglei­tet. Fen­nin­ger: “Wir haben bei den Kin­dern ein­deu­tig fest­ge­stellt, dass sie gesün­der, inter­es­sier­ter und bes­ser in der Schu­le sind. Sie lachen wie­der und brin­gen sich im Unter­richt und in der Klas­sen­ge­mein­schaft ein, sie erhal­ten bes­se­re Noten und haben eine Zukunfts­per­spek­ti­ve.”

Kin­der­grund­si­che­rung

Alle Kin­der sol­len einen uni­ver­sa­len Betrag bekom­men, ähn­lich der Fami­li­en­bei­hil­fe. Kin­der aus armuts­ge­fähr­de­ten Fami­li­en sol­len eine zusätz­li­che Unter­stüt­zung, ange­passt an das Ein­kom­men ihrer Eltern erhal­ten. Die Kos­ten für die Kin­der­grund­si­che­rung in Öster­reich bezif­fert Erich Fen­nin­ger mit 700 Mil­lio­nen Euro pro Jahr. Das stel­le auch eine volks­wirt­schaft­li­che Inves­ti­ti­on dar, die spä­te­re Sozi­al­aus­ga­ben nach­hal­tig mini­mie­ren kann.

 

10.02.2023 20:00
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Kampf gegen Kin­der­ar­mut In Österreich wächst fast jedes vierte Kind in Armut auf. "Wir akzeptieren Kinderarmut nicht", so Landeshauptmann Peter Kaiser, der für konkrete und wirksame Maßnahmen wie die Kindergrundsicherung eintritt.

© Pixabay/Anja_cocoparisienne