Am Karsamstag

“Schwamm­ge­hen” zu Ostern wird wie­der popu­lär

Ein beinah vergessener ländlicher Brauch zu Ostern ist das so genannte „Weihfeuer- oder Schwammtragen“. Vor der Kirche werden die Schwämme entzündet, um dann das zu Hause zu segnen und vor Unwettern zu bewahren.

“Schwamm­ge­hen” zu Ostern wird wie­der popu­lär Dompfarrer Peter Allmaier entzündet mit dem Osterschwamm hier noch sein Herdfeuer.

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Am Kar­sams­tag kom­men die Kin­der des Ortes zur Feu­er­wei­he vor die Kir­che. Dabei aus­ge­stat­tet sind sie mit getrock­ne­ten Baum­schwäm­men, die zuvor an einem lan­gen Draht befes­tigt wur­den. Oft wer­den die Schwäm­me auch in Blech­do­sen gege­ben und ins Oster­feu­er gelegt. „Die­ses Weih­rauch­fass wird auch heu­te noch vor den Mes­sen geschwun­gen, erklärt Dom­pfar­rer Peter All­mai­er.

Herd­feu­er sym­bo­lisch ent­zün­det

Blech­do­sen oder Schwamm wer­den auf einen Draht gebun­den. Das soll ver­hin­dern, dass die Glut aus­geht oder der Schwamm ver­brennt. In die Blech­do­sen kom­men auch ein paar Weih­rauch­kör­ner. Mög­lichst rasch wird das Gan­ze nach Hau­se getra­gen. „Mit ein paar Palm­zwei­gen des Vor­jah­res wur­de frü­her sogar das Herd­feu­er ent­zün­det, über dem das Geselch­te und der Schin­ken für die Fleisch­wei­he gekocht wur­de“, sagt All­mai­er und führt schmun­zelnd aus: „Heu­te hat das wohl nur noch einen sym­bo­li­schen Cha­rak­ter, da ja wir ja nicht mehr am offe­nen Feu­er kochen. Auch das Haus wird mit dem Oster­schwamm geräu­chert, damit es vor Unwet­tern geschützt blei­be.

„Licht siegt über das Dunk­le“

Frü­her ach­te­te man dar­auf, dass das Herd­feu­er über Nacht nicht aus­geht. Nur ein­mal im Jahr – am Kar­frei­tag – ließ man es aus­ge­hen, um dann am Kar­sams­tag­mor­gen das Weih­feu­er zu holen und mit die­sem den Herd neu zu ent­zün­den. „Der Brauch, dass das geweih­te Feu­er zu den Häu­sern gebracht wird, soll bewusst machen, dass die Freu­de über die Auf­er­ste­hung Jesu grö­ßer und hel­ler ist, als alles Dun­kel und alles Leid“, sagt der Geist­li­che.

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Der Dom­pfar­rer ist auch selbst gern mit dem Oster­schwamm unter­wegs.
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Feu­er­wei­he bei Dom­kir­che und am Bene­dik­ti­ner­platz

Weil in den Städ­ten kaum noch mit Holz­her­den geheizt wird, han­delt es sich wohl eher um einen länd­li­chen Brauch. Der christ­li­che Brauch wird aber auch in Kla­gen­furt belieb­ter: Am Kar­sams­tag gibt es seit eini­gen Jah­ren um 7.00 Uhr vor der Dom­kir­che die Mög­lich­keit, sei­nen Oster­schwamm zu ent­zün­den. Auch am Bene­dik­ti­ner­platz hält die Stadt Kla­gen­furt einer Feu­er­wei­he ab. Hier wer­den auch Feu­er­schwäm­me sei­tens der Stadt ange­bo­ten, die auch mit­ge­nom­men wer­den kön­nen. „Ich neh­me jedes Jahr einen Schwamm mit und ent­zün­de das Feu­er im Herd das Dom­pfarr­hofs, so dass der Schin­ken und die Würs­te für die nächt­li­che Oster­jau­se nach der Auf­er­ste­hungs­fei­er damit gekocht wer­den“.

06.04.2023 19:00 - Update am: 06.04.2023 19:03
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