Reisebericht

Strän­de, Anti­ke und Over­tou­rism – Unser Trip nach Rho­dos

Rhodos ist wegen seinen Stränden und antiken Sehenswürdigkeiten eines der beliebtesten Urlaubsziele der Österreicher. Aber ist der Hype um die Insel gerechtfertigt? Wir sind in den Flieger gestiegen und haben den Test gemacht.

Strän­de, Anti­ke und Over­tou­rism – Unser Trip nach Rho­dos "KLiCK Kärnten" begab sich auf die Reise nach Rhodos.

© KK

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Wenn der gelern­te Kärnt­ner ans Meer möch­te, dann fährt er nach Ita­li­en, Kroa­ti­en oder zum klei­nen Küs­ten­strei­fen Slo­we­ni­ens. Wenn er aber etwas wei­ter weg möch­te, dann besucht er lie­bend ger­ne Grie­chen­land. Kein Wun­der, denn vor allem die ägäi­schen Inseln sind schon lan­ge kein Geheim­tipp mehr und locken Gäs­te aus der gan­zen Welt an. Rho­dos ist eine der bekann­tes­ten Desti­na­tio­nen, sowohl bei uns als auch bei unse­ren deut­schen Nach­barn. Mit dem Auto müss­te man rund 2.400 Kilo­me­ter dort­hin fah­ren, was sich wohl kaum jemand antun möch­te. Muss man auch nicht, denn vom Gra­zer Flug­ha­fen ist die Insel sehr bequem erreich­bar. Wir von “KLiCK Kärn­ten” sind daher über die Stei­er­mark nach Rho­dos gereist und haben uns die Insel genau ange­schaut.

Die Anrei­se

Der Flug von Graz ist recht unspek­ta­ku­lär und über etli­che Rei­se­bü­ros und Online­por­ta­le buch­bar – gemein­sam mit einem der zahl­lo­sen Hotels auf der Insel, was natür­lich sehr prak­tisch ist. Aber in wel­cher Gegend von Rho­dos soll­te man sich am bes­ten ins Bett und an den Strand legen? Wir haben uns für einen Auf­ent­halt in der Nähe von Kal­li­thea im nord­öst­li­chen Teil der Insel ent­schie­den.

Anzei­ge
Kal­li­thea im Nord­os­ten der Insel ist von einer Fels­küs­te mit etli­chen Hotel­an­la­gen gesäumt. Die Gegend bie­tet zahl­rei­che klei­ne Buch­ten und ist mit den öffent­li­chen Bus­sen gut erreich­bar.
© KK

Was auf Rho­dos sofort auf­fällt, sind die zahl­rei­chen Miet­au­tos, die prak­tisch über­all ange­bo­ten wer­den. Wer sich im Urlaub nicht selbst hin­ters Steu­er klem­men will, der kann aber auch ein­fach die kos­ten­güns­ti­gen Bus­se neh­men. Die­se fah­ren prak­tisch jede Tou­ris­ten­ge­gend ab, wodurch man rela­tiv ein­fach vom Flug­ha­fen im Hotel lan­det.

Sight­see­ing statt Strand

Mit dem Wet­ter hat­ten wir Ende Mai lei­der nicht so viel Glück – laut Wet­ter-App am Han­dy war es in Kärn­ten tage­wei­se wär­mer als auf Rho­dos! Aber gut, dafür kann die Insel ja nichts. „Ein sel­te­nes Phä­no­men, nor­mal ist es um die­se Zeit viel wär­mer“, wird uns ein gewis­ser Nikos uns im Lau­fe des Urlaubs noch erklä­ren. Nach­dem wir uns also nicht stän­dig die Son­ne auf den Bauch schei­nen las­sen konn­ten, haben wir statt­des­sen etli­che Aus­flü­ge zu den Sehens­wür­dig­kei­ten der Insel gemacht. Wobei „Sehens­wür­dig­keit“ lei­der nicht auf alle Aus­flugs­zie­le zutrifft, zumin­dest aus Sicht von uns natur­ver­wöhn­ten Kärnt­nern.

Eine Ther­me, die kei­ne ist

Der belieb­te Ort Kal­li­thea ist vor allem durch sei­ne Ther­me bekannt. Die­se soll laut den Ein­hei­mi­schen einer der schöns­ten Orte auf Rho­dos sein. Aber Vor­sicht, denn die Grie­chen ver­ste­hen unter „Ther­me“ anschei­nend etwas ande­res als wir. Bei der Ther­ma Kal­li­thea han­delt es sich näm­lich eher um eine Art luxu­riö­ses Frei­bad.

Anzei­ge
Die Grie­chen nen­nen die­sen Ort „Ther­me Kal­li­thea“, wovon man sich als Öster­rei­cher nicht ver­wir­ren las­sen soll­te. Es han­delt sich näm­lich um eine Art Frei­bad inmit­ten ande­rer, klei­ner Strän­de.
© KK

Natür­lich ist ein Auf­ent­halt dort schön, was auch auf die umlie­gen­den klei­nen Kies­strän­de zutrifft. Aber ehr­lich: Wer ein Hotel mit eige­nem Meer­zu­gang hat, der muss dort nicht unbe­dingt hin. Denn viel anders als in den klei­nen Bade­buch­ten, wel­che hin­ter vie­len der rie­si­gen Hotel­an­la­gen an der Küs­te lie­gen, sieht es dort auch nicht aus.

Anzei­ge
Die klei­nen Strän­de von Kal­li­thea sind fel­sig und nicht wirk­lich einen Aus­flug wert, wenn man in der Nähe des eige­nen Hotels auch einen Bade­strand hat.
© KK

Wer also einen Strand­tag abseits sei­nes Hotels ver­brin­gen will, der soll­te lie­ber den berühm­ten Tsa­m­bi­ka Strand anvi­sie­ren. Oder alter­na­tiv in den Süden der Insel fah­ren, wo es noch lan­ge Küs­ten­strei­fen gibt, die (noch) nicht von rie­si­gen Hotel­blocks ver­deckt wer­den. Übri­gens, auf Rho­dos sind alle Strän­de frei zugäng­lich – auch jene, die zu Hotel­an­la­gen gehö­ren. „Die Lie­gen mögen den Hotels gehö­ren, aber die Strän­de gehö­ren uns allen“, fasst eine Rei­se­füh­re­rin den grie­chi­schen Umgang mit sei­nen Küs­ten zusam­men. Wir fin­den, davon könn­ten sich auch die Ita­lie­ner eine Schei­be abschnei­den…

Die Alt­stadt von Rho­dos

Nach­dem wir Pech mit dem Wet­ter hat­ten und es lang­wei­lig ist, immer nur am Strand zu lie­gen, haben wir uns auch Rho­dos-Stadt ange­se­hen. Die Haupt­stadt im Nor­den lockt vor allem mit sei­ner Alt­stadt und sei­nem Hafen zahl­rei­che Tou­ris­ten an.

Anzei­ge
Die Alt­stadt von Rho­dos lockt mit alter­tüm­li­cher Archi­tek­tur, Muse­en und ver­win­kel­ten Gas­sen. Sehr tou­ris­tisch, aber trotz­dem einen Aus­flug wert.
© KK

Auf den ers­ten Blick ist das alte Vier­tel der Stadt wun­der­schön. Eine rie­si­ge Mau­er­an­la­ge mit Tür­men umzäunt die Gegend, in den vie­len klei­nen Gas­sen kann man sich schnell ver­lie­ren. Ins­ge­samt haben wir den Auf­ent­halt in der Alt­stadt genos­sen, aller­dings hat der Fluch des „Over­tou­rism“ das Vier­tel längst heim­ge­sucht. Das bedeu­tet: Ein Tou­ris­ten­la­den reiht sich an den nächs­ten, über­all wer­den die­sel­ben Waren ange­bo­ten und die Prei­se in den Restau­rants sind, gelin­de gesagt, ein wenig erhöht.

Anzei­ge
In Rho­dos Stadt gilt (lei­der): Wer eine der vie­len klei­nen Gas­sen gese­hen hat, der hat sie im Grun­de alle gese­hen. Die Läden, Cafs und Restau­rants glei­chen sich wie ein Ei dem ande­ren.
© KK

Zyni­ker könn­ten daher sagen: Wer eine Gas­se der Alt­stadt gese­hen hat, der hat alle Gas­sen gese­hen. Das stimmt lei­der auch. Aber mit Zynis­mus soll­te man sich selbst nicht ums eige­ne Urlaubs­ver­gnü­gen brin­gen, wes­halb wir uns statt dem x‑ten Laden lie­ber das archäo­lo­gi­sche Muse­um ange­schaut haben. Prä­di­kat: Sehr emp­feh­lens­wert (zumin­dest für alle, die sich für Geschich­te und Kunst inter­es­sie­ren). Lei­der kön­nen wir kei­ne Fotos davon zei­gen, O‑Ton des Per­so­nals: „No pho­tos, plea­se!“ Aber auch der Groß­meis­ter­pa­last ist einen Besuch wert – dafür muss man aber lan­ge anste­hen, selbst in der Vor­sai­son.

Wan­de­run­gen auf der Insel

Neben Strän­den hat Rho­dos aber auch eine gro­ße Berg­welt zu bie­ten, die mit ihren Schluch­ten zum Wan­dern ein­lädt. Am berühm­tes­ten sind hier die „Sie­ben Quel­len“ sowie das „Schmet­ter­lings­tal“. Ers­te­res ist, für Kärnt­ner Ver­hält­nis­se, ent­täu­schend. Nach knapp 15 Minu­ten hat man die klei­ne Schlucht durch­quert, neben einem Gast­haus gibt es dort sonst nichts zu fin­den. Unse­re hei­mi­sche Tschepp­a­schlucht, Rag­ga­schlucht und Co. sind da wesent­lich spek­ta­ku­lä­rer. Vor­sicht: Die Wege bei den Sie­ben Quel­len sind schlecht beschil­dert. Wer zu weit oder falsch geht, lan­det im Nir­gend­wo. Wir kön­nen das aus unse­rem Selbst­ver­such bestä­ti­gen…

Anzei­ge
Die Sie­ben Quel­len sind in Rho­dos als Tou­ris­ten­ziel über­all ange­schrie­ben, aber eher unspek­ta­ku­lär. In Kärn­ten haben wir näm­lich weit­aus grö­ße­re und schö­ne­re Schluch­ten.
© KK

Das Schmet­ter­lings­tal hin­ge­gen ist einen Besuch wert. Zu unse­rer Zeit waren dort zwar kei­ne Schmet­ter­lin­ge zu sehen, die­se flat­tern näm­lich erst ab Juni dort her­um. Aber trotz­dem ist das Tal, das eigent­lich eher eine Schlucht ist, wun­der­bar idyl­lisch und erhol­sam. Und außer­dem auch groß genug, dass man beim Durch­que­ren wirk­lich von einer Wan­de­rung spre­chen kann.

Anzei­ge
Wer auf Rho­dos eine klei­ne Wan­de­rung unter­neh­men möch­te, der soll­te sich zum Schmet­ter­lings­tal bege­ben. Ab Juni sind dort zig­tau­sen­de der hüb­schen Insek­ten zu sehen, aber auch ohne sie ist das Tal idyl­lisch und lädt zum Ver­wei­len ein.
© KK

Anti­ke Sehens­wür­dig­kei­ten

Wer in Grie­chen­land ist, der muss sich ein­fach auch ein paar anti­ke Stät­ten anschau­en. Auf Rho­dos han­delt es sich dabei vor allem um die Akro­po­lis von Lin­dos sowie die anti­ke Stadt Kamei­ros. Hoch über dem Städt­chen Lin­dos, über etwa 300 Stu­fen erreich­bar, thront die berühm­tes­te Akro­po­lis der Insel. Ursprüng­lich als Kult­stät­te für eine ein­hei­mi­sche Göt­tin erbaut, spä­ter dann der Athe­ne gewid­met und nach­her, zu Rit­ter­zei­ten, zu einer Wehr­an­la­ge umfunk­tio­niert – so in etwa lässt sich die­ses Aus­flugs­ziel beschrei­ben.

 

Anzei­ge
Lin­dos ist der Name eines idyl­li­schen, aber sehr tou­ris­ti­schen Städt­chens an der Ost­küs­te. Auf einem Hügel thront die Akro­po­lis, die für Geschichts­in­ter­es­sier­te defi­ni­tiv den Auf­stieg wert ist.
© KK

Kamei­ros ist der Name einer anti­ken Stadt, wel­che zur Zeit der ita­lie­ni­schen Besat­zung aus­ge­gra­ben wur­de. Hier bekommt man einen beson­ders guten Ein­druck davon, wie die alten Grie­chen gelebt haben. Wir emp­feh­len die Tour mit einem Rei­se­füh­rer, der einem erklärt, wie die Rui­nen einst aus­sa­hen und wie so ein klei­ner Stadt­staat damals orga­ni­siert war.

Anzei­ge
Kamei­ros war ein anti­ker Stadt­staat auf Rho­dos. Nach meh­re­ren Erd­be­ben wur­de die Stadt auf­ge­ge­ben, die uns viel über das Leben der alten Grie­chen erzäh­len kann.
© KK

Fazit

Rho­dos bie­tet sei­nen Besu­chern so eini­ges. Neben Strand und Meer sind vor allem die Alt­stadt, die archäo­lo­gi­schen Stät­ten sowie das Schmet­ter­lings­tal einen Besuch wert. Aller­dings ist die Insel nichts für Indi­vi­du­al-Tou­ris­ten, denn egal wohin man geht: Über­all lachen einem rie­si­ge Hotel­kom­ple­xe und Läden mit den immer glei­chen Waren ent­ge­gen. Rho­dos ein typi­scher Fall von „Over­tou­rism“. Aber: Die Insel mit ihren Küs­ten und Ber­gen ist trotz­dem wun­der­schön. Man darf aber kei­nen grie­chi­schen Life­style erwar­ten, denn dafür hat sich Rho­dos schon viel zu sehr an die Mas­sen von Tou­ris­ten ange­passt. Rund 2,5 Mil­lio­nen besu­chen jähr­lich die ägäi­sche Insel mit gera­de ein­mal 115.000 Ein­woh­nern – inso­fern also kein Wun­der.

27.05.2023 17:00 - Update am: 27.05.2023 17:04
Anzeige
Strän­de, Anti­ke und Over­tou­rism – Unser Trip nach Rho­dos "KLiCK Kärnten" begab sich auf die Reise nach Rhodos.

© KK