Studie für Kärnten
4.700 zusätzliche Pflege-Mitarbeiter müssen bis 2030 her
Konkrete Studie für Kärnten: Bis 2030 werden 4.700 Pflege-Mitarbeiter zusätzlich in Kärnten benötigt, im MTD-Bereich sind es 850 (oder bis zu 1.300).
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Der Personalmangel in der Pflege und bei den medizinisch-technischen Berufen ist seit Jahren Thema. Für Kärnten wollte man es genau wissen. “Von wie vielen zusätzlich benötigten Mitarbeitern sprechen wir bis zum Jahr 2030 konkret”, verweist Gesundheitsreferentin Beate Prettner auf eine Personalbedarfs-Studie, mit der die Gesundheit Österreich GmbH beauftragt wurde. Die Ergebnisse präsentierte sie heute mit dem Geschäftsführer der GÖG (Gesundheit Österreich GmbH) Herwig Ostermann und Karl Cernic, Geschäftsführer des Kärntner Gesundheitsfonds (KGF).
4.700 Mitarbeiter bis 2030
Konkret werden von 2020 (von diesem Jahr ging die Studie aus) bis 2030 zusätzlich 4.700 Mitarbeiter in der Pflege benötigt – davon 4.315 Fachkräfte und 385 Heimhilfen. Jährlich sollten also 392 Fachabsolventen her.
Prettner: “Aktuell bilden wir in Kärnten 354 Fachkräfte aus. Noch nicht inkludiert sind jene Absolventen, die dank dreier neuer Ausbildungsschienen dazukommen werden.”
Diese drei Ausbildungsschienen sind:
- Ausbildung Pflegeassistenz: Kooperation des Bfi mit dem AMS (jährlich 115 Plätze an den Standorten Klagenfurt, Villach, Wolfsberg, St. Veit und Spittal)
- Implacement-Stiftung ab Herbst: 25 Plätze, ab 2022 sind es 50
- PFA mit Matura: Start mit der Diakonie im Vorjahr, ab Herbst auch mit der Caritas-Schule (Kooperation mit dem Land) – 25 zusätzliche Ausbildungsplätze pro Jahr
Bund müsse handeln
Zu der letzten Ausbildungsschiene richtet Prettner erneut einen Appell an den Bund: “Es ist genau diese Ausbildungsschiene, die wir dringend auch an öffentlichen Schulen anbieten müssen. Bis dato aber blockiert das Bildungsministerium. Das ist unverantwortlich und unverständlich. Wenn es der Bundesregierung wirklich ernst ist mit ihrer bereits vor zwei Jahren angekündigten Ausbildungsoffensive, dann frage ich mich, warum sie diesen Ausbildungsschwerpunkt bislang verbietet. Uns allen muss bewusst sein: Eine Ausbildungsoffensive ist der Dreh- und Angelpunkt jeder Pflegereform.”
Viele Möglichkeiten für Quereinsteiger und Umsteiger
Ostermann stellte die Parameter vor, die für die Studie ausschlaggebend waren: Bedarf aufgrund von Pensionierungen, aufgrund von demografischen Einflüssen und wegen der Arbeitszeit-Reduktion.
Er hob positiv hervor, dass in Österreich das neue Ausbildungsgesetz viele Möglichkeiten für Quereinsteiger und Umsteiger bietet. Daran knüpft Prettner einen weiteren Appell: Die Bildungskarenz sei von einem auf zwei Jahre zu erhöhen und höhere Förderungen für die berufliche Weiterbildung seien zu sichern.
Bedarf bei MTD-Berufen
Zu den MTD-Berufen sagte Cernic: “Aktuell finanziert das Land sieben MTD-Studiengänge auf den Kärntner Fachhochschulen. Das sind: Biomedizinische Analytik, Ergotherapie, Gesundheits- und Krankenpflege, Hebammen, Logopädie, Physiotherapie und Radiologietechnologie. Gerade in den MTD-Bereichen ist die Prognose sehr stark von den technischen Weiterentwicklungen, von medizinischen Trends abhängig. Eine Vorausschau enthält daher viele Variablen.”
Die Studie geht von einem Mehrbedarf von 850 Angehörigen der MTD bis 2030 aus. Der Mehrbedarf könnte aber noch auf 1.300 steigen – eben wegen technischen Entwicklungen etc. Vor allem für die Physiotherapie und Radiologie-Technologie würde das eine notwendige Anpassung der Ausbildungsplätze bedeuten.