Regenbogen-Gott
Ian Jules liebt die „komplette Eskalation“
Der Klagenfurter Influencer und Rapper Ian Jules ist auf Erfolgskurs: Er wird zu legendären Musik-Festivals geladen, zählt große Unternehmen zu seinen Werbepartnern und veröffentlicht in Kürze seinen neuen Song. „Hard work pays off“, ist der Regenbogen-Rapper, der die Provokation liebt, überzeugt.
Für den Klagenfurter Influencer und Musiker Ian Jules liegt Weihnachten heuer im Hochsommer: Am morgigen Freitag, 20. Juli 2023, erscheint sein neuer Song: “Silent All Night”. Der Track ist auch der Titelsong des Klagenfurter Actionfilmspektakels “Operation White Christmas”. Mit Spannung wartet Jules darauf, wie sein neues Werk bei den Fans ankommt. Die Vorzeichen stehen jedenfalls gut: Schließlich landete sein Song „Boom“ im Sommer 2022 direkt auf Platz eins der I‑Tunes-Hip Hop-Charts.
Kein Blatt vor den Mund
Musik ist aber nur eines von mehreren Projekten, die der Klagenfurter derzeit auf dem Bildschirm hat. Ian Jules legt auch als Influencer eine respektable Karriere hin. Sein TikTok-Account erzielte bisher stolze 15 Millionen Aufrufe. Sein Geheimnis? „Ich nehme mir kein Blatt vor den Mund“, ist er überzeugt.
Göttliche Tattoos
Schon alleine optisch kommt man an Jules nicht vorbei. Er fällt durch seinen ausgefallenen Kleidungsstil und zahlreiche Tattoos – unter anderem ziert der Schriftzug „Gott“ seinen Hals – auf. In seinem letzten Musikvideo verkörperte er einen bunten Jesus beim letzten Abendmahl. Durch seine provokanten Auftritte will der Klagenfurter vor allem eines: die Menschen aufrütteln, denn: „In Österreich tut man sich mit allem schwer, was anders ist.“
Der Hass war groß
Dafür erntete der Influencer in den letzten Jahren durchaus Kritik und Feindseligkeit. „Ich wurde belächelt, der Hass war groß“, blickt er zurück. „Mittlerweile haben die Leute aber realisiert, dass man viel erreichen kann, auch wenn man anders aussieht. Wichtig ist, dass man an sich glaubt! Hard work pays off!“
Komplett eskaliert
Zum Beweis zählt Jules seine letzten Werbepartner auf. Als Influencer wurde er zur legendären Maturareise „Summer Splash“ nach Kalabrien eingeladen. Den 8‑tägigen Aufenthalt schloss er mit einer Live-Show ab. „Das war die komplette Eskalation“, so Jules.
Danach ging es für ihn weiter zum großen österreichisches Rockmusik-Festival „Nova Rock“ in Nickelsdorf und zur PRIDE in Wien. Und auch für das Frequency Festival (17. bis 19. August in St. Pölten) ist Jules bereits als Influencer gebucht. Zeitgleich also mit der Kinopremiere von „White Christmas“: „ „Ich fahre direkt von der Aftershow-Party zum Frequency“, so Jules. „Im Influencer-Business kenne ich mich mittlerweile aus“, ist er überzeugt.
© Grafik: Markus Taurer/ Foto: Phips Mc CloudBauchgefühl muss stimmen
Seine Werbepartner sucht sich Jules aber gezielt aus. „Geld ist nicht alles. Ich mache nichts, bei dem das Bauchgefühl nicht stimmt. Denn das kann einem schnell das Genick brechen.“ Vor Kurzem habe er die Anfrage einer Alkoholmarke abgelehnt. „Das finde ich verwerflich“, so Jules, der selbst selten Alkohol trinkt, sich gegen Drogen ausspricht und Wert auf einen gesunden Lebensstil legt.
Gestimmt hat die Chemie jedenfalls bei einer Kooperation mit der Raiffeisenbank. „Deren Motto lautete ‚Wir sind ein Team ’ „, erklärt Jules. „Das gilt auch für all jene, die nicht der Norm entsprechen.“
Schuhe sind seine neue Passion
Welche Kooperationen wünscht er sich für die Zukunft? „Für Buffalo würde ich gerne werben“, antwortet Jules. 30 Paare von der Marke hat er zuhause, am liebsten kombiniert er verschiedenfarbige Schuhe miteinander. Gleiche Paare tragen? „Das kann jeder.“
Wer Ian Jules in Klagenfurt begegnen möchte, hat am 28. Juli beim Zirkus Louis Knie auf dem Klagenfurter Messegelände die nächste Gelegenheit. Der Rapper ist als VIP eingeladen.
Weitere Kooperationen sind in Arbeit. „Ich mag es, wenn viel los ist“, so Jules. Mittlerweile weiß der Künstler aber auch ruhige Momente zu schätzen. „Weniger ist manchmal mehr. Das habe ich in den letzten Jahren gelernt“, sagt er, um dann mit einem Zwinkern hinzuzufügen: „Wer hätte gedacht, dass das mal aus meinem Mund kommt. Nun, man wird eben älter.“
