Nationalfeiertag

Gedenk­fei­er von Memo­ri­al Kärn­ten — Koroš­ka (MKK)

Zu ihrer traditionellen Gedenkfeier am Nationalfeiertag lud die Plattform Memorial Kärnten – Koroška (MKK) auch in diesem Jahr wieder auf den Friedhof Klagenfurt-Annabichl. Der Verein engagiert sich gegen das Wiederaufleben von Faschismus, Rassismus und Antisemitismus.

Gedenk­fei­er von Memo­ri­al Kärn­ten — Koroš­ka (MKK) Gedenkveranstaltung zum Nationalfeiertag (Memorial Kärnten Koroska) am Friedhof Annabichl mit Landeshauptmann Peter Kaiser (links)

© LPD Kärnten/Bauer

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Nach der Kranz­nie­der­le­gung am Mahn­mal der Opfer für ein frei­es Öster­reich sprach Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser anläss­lich des Natio­nal­fei­er­ta­ges von einem beson­de­ren Tag für Öster­reich und für all jene Men­schen, die in die­sem Tag einen Auf­trag für Gestal­tungs­wil­len sehen. Kai­ser dank­te den Orga­ni­sa­to­rin­nen und Orga­ni­sa­to­ren der Gedenk­fei­er für ihre jahr­zehn­te­lan­gen Bemü­hun­gen. Der Lan­des­haupt­mann strich im Lau­fe sei­ner Rede ins­be­son­de­re drei Aspek­te im Zusam­men­hang mit dem heu­ti­gen Natio­nal­fei­er­tag her­vor.

“Neu­tra­li­tät als Auf­trag”

„Unse­re Neu­tra­li­tät ist durch­aus auch als Auf­trag zu ver­ste­hen, sich außen­po­li­tisch aktiv ein­zu­mi­schen – und zwar um zu ver­mit­teln und dazu bei­zu­tra­gen, dass in den vor­herr­schen­den Kon­flik­ten mög­li­che Waf­fen­pau­sen und viel­leicht sogar Frie­dens­ver­hand­lun­gen ermög­licht wer­den.“ Kai­ser beton­te eben­so die Wich­tig­keit des öster­rei­chi­schen Sozi­al­staa­tes, durch den vor allem der inne­re Frie­den in unse­rer Repu­blik gesi­chert wer­de. „Es geht vor allem dar­um, anzu­er­ken­nen, dass es für Men­schen so etwas wie eine Grund­exis­tenz zu geben hat. Unser Sozi­al­staat geht ein­her mit einer libe­ra­len Demo­kra­tie, die täg­lich neu errun­gen wer­den muss.“ Als drit­ten Aspekt strich Kai­ser die Rol­le der Euro­päi­schen Uni­on her­vor. „In glo­ba­len Zusam­men­hän­gen wer­den wir nur als Euro­päi­sche Uni­on reüs­sie­ren kön­nen. 2023 ist geprägt von vie­len Kri­sen. Wenn wir von einer neu­en Nor­ma­li­tät spre­chen, dann ist es eine Nor­ma­li­tät der Insta­bi­li­tät. Neh­men wir den Opti­mis­mus unse­res Wil­lens her­an, um dem zu begeg­nen, mit dem wir uns heu­te kon­fron­tiert sehen. Wir wer­den damit gemein­sam eini­ges ver­bes­sern kön­nen. Es lebe unse­re Repu­blik Öster­reich“, so der Lan­des­haupt­mann.

 

Franz Vra­nitz­ky war Gast­red­ner

Als Gast­red­ner konn­te in die­sem Jahr Bun­des­kanz­ler a.D. Franz Vra­nitz­ky gewon­nen wer­den. Er beton­te die Bedeu­tung des 26. Okto­ber 1955, dem Öster­reich all­jähr­lich in Form sei­nes Natio­nal­fei­er­ta­ges geden­ke. „Ich hal­te es am Natio­nal­fei­er­tag für ange­bracht, die all­um­fas­sen­de Anstren­gung der Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher zu wür­di­gen, ihren Staat nach sei­ner Aus­lö­schung wie­der auf­zu­bau­en“, so Vra­nitz­ky. Heu­er zäh­le Öster­reich zu den sozi­al und öko­no­misch am bes­ten fun­dier­ten Staa­ten der Welt. Bezug nahm Vra­nitz­ky eben­so auf aktu­el­le, glo­ba­le Ent­wick­lun­gen, so etwa den Angriffs­krieg Russ­lands gegen die Ukrai­ne und den Nah­ost-Kon­flikt. Der Natio­nal­fei­er­tag 2023 fal­le in eine Zeit, die durch Beschrei­bun­gen wie Zei­ten­wen­de oder Para­dig­men­wech­sel geprägt sei. Das Welt­kli­ma, die Covid-Pan­de­mie, der Angriffs­krieg Russ­lands, die damit ein­her­ge­hen­de Teue­rung – all die­se Her­aus­for­de­run­gen hät­ten gro­ße Aus­wir­kun­gen auf die euro­päi­sche Nach­bar­schaft. „An unse­rem Natio­nal­fei­er­tag ist es gebo­ten, einen Blick auf die Per­spek­ti­ve unse­res Kon­ti­nents Euro­pa zu wer­fen. Die Grund­idee Euro­pas ist und bleibt es, neben der Frie­dens­er­hal­tung die sozia­le Wohl­fahrt und einen hohen Lebens­stan­dard sicher­zu­stel­len“, so der Alt-Bun­des­kanz­ler. Mit einer offe­nen Gesell­schaft und der Bereit­schaft, für die Demo­kra­tie zu kämp­fen, wür­den wir Fei­er­ta­gen wie dem heu­ti­gen immer wie­der einen neu­en Sinn geben, sag­te Vra­nitz­ky.

 

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“Das Erin­nern an Gene­ra­tio­nen wei­ter­ge­ben”

Kla­gen­furts Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schei­der erin­ner­te dar­an, dass es unse­re Auf­ga­be sei, das Erin­nern an die fol­gen­den Gene­ra­tio­nen wei­ter­zu­ge­ben. „Ich dan­ke dem MKK für sei­ne vie­len Initia­ti­ven für das Erin­nern, denn den vie­len Opfern wird damit ein Name gege­ben. Auch die Lan­des­haupt­stadt sieht es als ihre ganz wich­ti­ge Auf­ga­be an, für das Erin­nern ein­zu­tre­ten“, so Schei­der. Frei­heit und Frie­den sei­en für vie­le Men­schen in Euro­pa der­zeit kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, erin­ner­te der Bür­ger­meis­ter an den Krieg in der Ukrai­ne. „Krieg kann und darf nie­mals die Lösung sein“, erklär­te der Bür­ger­meis­ter.

 

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Zahl­rei­che Ehren­gäs­te anwe­send

MKK-Vor­sit­zen­der Alex­an­der Petritz begrüß­te zahl­rei­che Ehren­gäs­te bei der Gedenk­fei­er, dar­un­ter unter ande­ren Vize­bür­ger­meis­ter Phil­lip Lies­nig, Stadt­rat Franz Petritz, die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ruth Feis­trit­zer und Ste­fan Sand­rie­ser sowie Volks­grup­pen­ver­tre­ter Manu­el Jug. Petritz erin­ner­te dar­an, dass die heu­ti­ge Gedenk­fei­er auch der Erin­ne­rung an die Mos­kau­er Dekla­ra­ti­on gewid­met sei. Sie sei für das Nach­kriegs­schick­sal Öster­reichs weg­wei­send gewe­sen. Dar­in wer­de Öster­reich dar­an erin­nert, dass es an der Teil­nah­me am Krieg auf Sei­ten Hit­ler-Deutsch­lands eine Mit­ver­ant­wor­tung tra­ge. „Die Mos­kau­er Dekla­ra­ti­on ist ein Grund­stein unse­rer Repu­blik, sie ist Maß unse­res Han­delns gegen alle For­men von Ras­sis­mus, Frem­den­hass, Natio­nal­so­zia­lis­mus und Anti­se­mi­tis­mus“, sag­te Petritz.

Für die musi­ka­li­sche Umrah­mung der Gedenk­fei­er sorg­ten Ilse Ger­hardt und Rob Barg­ad.

 

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26.10.2023 19:00
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Gedenk­fei­er von Memo­ri­al Kärn­ten — Koroš­ka (MKK) Gedenkveranstaltung zum Nationalfeiertag (Memorial Kärnten Koroska) am Friedhof Annabichl mit Landeshauptmann Peter Kaiser (links)

© LPD Kärnten/Bauer