BKS Bank
Fokus auf Green Banking und Digitalisierung
Die BKS Bank präsentierte das Geschäftsjahr 2020. Trotz Corona-Krise betrug der Jahresüberschuss beachtliche 74,8 Millionen Euro. Weiterhin will man sich auf zwei "Megatrends" – Green Banking und Digitalisierung – konzentrieren.
© Arnold Pöschl
Das Geschäftsjahr 2020 war für die BKS Bank “ein sehr gutes”. Erfreuliche Entwicklungen verzeichnete man bei Bilanzsumme, Primäreinlagen und Krediten, wie Vorstandsvorsitzende Herta Stockbauer ausführt: “Unsere Bilanzsumme erreichte am 31. Dezember 2020 einen Höchststand von 9,9 Milliarden Euro.” Das ist rund eine Milliarde mehr als 2019 aufgrund von sehr gutem Kreditwachstum und einer Verdoppelung der Barreserve.
Auswirkungen der Krise
Die Corona-Krise offenbarte zwei Entwicklungen: Auf der einen Seite standen Stundungen im Kredit- und Leasinggeschäft (4.178 an der Zahl) sowie Überbrückungs-Finanzierungen von etwa 160,4 Millionen Euro. Doch bei Unternehmen war die Zeit auch reif für Investitionen, das Kreditwachstum betrug 4,4 Prozent.
Einen Rekord vermeldet Stockbauer bei den Primäreinlagen: “Am Jahresende 2020 waren uns Kundengelder in der Höhe von 7,4 Milliarden Euro anvertraut – um 731 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Die Covid-19-Pandemie hat vielen vor Augen geführt, wie wichtig es sein kann, kurzfristig auf Liquiditätsreserven zugreifen zu können.”
Höhere Risiko-Vorsorgen
Der Jahresüberschuss erreichte 2019 mit 92,9 Millionen Euro nach Steuern einen Rekordwert. Doch auch 2020 pendelte er sich auf dem Niveau von 2018 ein – 74,8 Millionen Euro. Gedrückt wurde er laut Stockbauer durch die Negativ-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) oder auch höhere Risiko-Vorsorgen für zu erwartende Kreditausfälle. Trotz der EZB-Zinspolitik blieb der Zinsüberschuss vor Risiko-Vorsorge auf dem guten Niveau des Vorjahres (rund 136 Millionen Euro). Durch die höheren Risiko-Vorsorgen ging das Zinsergebnis nach Risiko-Vorsorge von 117,3 auf 110,5 Millionen Euro zurück.
Der Provisionsüberschuss stieg um 10,5 Prozent auf 64,3 Millionen Euro, was auf ein gutes Wertpapier-Geschäft zurückzuführen sei. “Das Ergebnis aus dem Wertpapier-Geschäft stieg um 17,5 Prozent auf 18,6 Millionen Euro.”
Maßnahmen auf der Kosten-Seite
In der Verwaltung stieg die BKS 2020 auf die Kostenbremse und somit blieb der Verwaltungsaufwand mit 132,2 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Man verschob nicht dringende Vorhaben und konnte auch den Personalaufwand um 2,1 Millionen Euro reduzieren, obwohl der Personalstand gleich blieb.
Die Sachaufwendungen stiegen allerdings. Hohe Investitionen tätigte die BKS im Bereich Digitalisierung – auch intern. Ein Beispiel nennt Vorstand Dieter Kraßnitzer: “Einfache Arbeitsschritte sollen in Zukunft Software-Roboter erledigen.” Investiert wurde auch in Covid-19-Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter wie Kunden. In der Zentrale in Klagenfurt gibt es zum Beispiel seit November 2020 eine eigene Teststraße, die sehr gut angenommen wird.
Gut unterwegs im Ausland
Die BKS Bank ist auch in Slowenien, Kroatien und der Slowakei aktiv. Über 62.000 Kunden werden in 15 Bank-Filialen betreut.
Die Entwicklungen im Überblick:
- Slowenien: Die Entwicklung war 2020 erfreulich. Die BKS mauserte sich zum Marktführer bei Wertpapier-Dienstleistungen. Die Forderungen an Kunden nach Risiko-Vorsorgen stiegen um 4,1 Prozent, die Primäreinlagen erhöhten sich, der Jahresüberschuss nach Steuern betrug 6,7 Millionen Euro (plus 1,5 Millionen Euro).
- Kroatien: Als typisches Tourismus-Land leidet Kroatien besonders an der Corona-Krise, was sich 2020 zeigte. “Wir haben die Kreditrisiko-Vorsorgen für Kroatien deutlich erhöht, dies war einer der Gründe für einen Ergebnis-Rückgang der Direktion Kroatien”, führt Vorstand Alexander Novak aus. Eine neue Filiale wurde 2020 in Zagreb eröffnet.
- Slowakei: Hier konnte das Jahresergebnis nach Steuern mit 0,7 Millionen Euro zu 2019 mehr als verdreifacht werden.
Schwerpunkt Nachhaltigkeit
Green Banking ist die Zukunft, ist man in der BKS Bank überzeugt. Bestrebungen wie Klimaneutralität oder neue Entwicklungen (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes EAG) würden sich auf das Kreditgeschäft auswirken – und zwar positiv für Banken, so Stockbauer: “Beispielsweise werden durch das EAG 500 Millionen Euro an Investitionsvolumen für Projekte zum Thema Grüner Wasserstoff für die Industrie mobilisiert, in den Ausbau der Wind‑, Wasser- und Sonnenkraft soll jährlich rund eine Milliarde Euro investiert werden. Private können erstmals Energie-Gemeinschaften bilden. Mit unserer Nachhaltigkeitskompetenz unterstützen wir Unternehmen und Private dabei, von diesen Chancen zu profitieren.”
Neue grüne Produkte
2020 konnte die BKS das Volumen an nachhaltigen Produkten von 400 auf 580 Millionen Euro ausbauen (plus 45 Prozent). Erfasst sind in dieser Zahl nur Neugeschäfte ab 2017. 5,9 Prozent der Bilanzsumme werden damit erwirtschaftet – das Ziel ist, diesen Wert bis 2025 auf 15 Prozent zu erhöhen. Das Volumen nachhaltiger Finanzierungen stieg auf 413,3 Millionen Euro, 315,5 Millionen Euro davon hatten einen ökologischen Verwendungszweck.
2020 wurden zwei neue Bonds aufgelegt – je ein Green Bond und ein Social Bond. Finanziert wurden damit das Projekt “Nachhaltige Energieversorgung und Abluftreinigung” bei Hermes Schleifmittel (Green) und die Sanierung der Neuen Mittelschule Hartberg Rieger (Social).
Das grüne Sparbuch erfreut sich großer Beliebtheit, das neue “Natur & Zukunft”-Konto unterstützt seit 2020 bei der Aufforstung von Schutzwäldern.
Die BKS-Wohn-Coaches sind weiters auf Green Building spezialisiert und auch intern ist der Ausstieg der BKS-Filialen aus Öl fast abgeschlossen, 2022 komplett. “Neue Bauprojekte wie das BKS-Holzquartier in Klagenfurt oder die BKS-Lebenswelt in Eisenstadt werden von ÖGNI hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zertifiziert”, weiß Stockbauer zu berichten.
Schwerpunkt Digitalisierung
Neben Nachhaltigkeit sei Digitalisierung das zweite große Thema, das durch Corona auch noch angekurbelt wurde. Ende 2020 nutzten um 15 Prozent mehr User die Kundenportale MyNet und BizzNet, 29 Prozent mehr die App. Kunden können seit letztem Jahr auch KFZ-Leasingfinanzierungen und Fondssparpläne online abschließen. Stockbauer: “Für Privatkunden gibt es die gesamte Bankenlandschaft auch in digitaler Form – mit BKS Bank Connect.”
Mehr Risiko-Kosten
Blickt Stockbauer auf 2021, so kann sie jedenfalls sagen: “Da wir in der Vergangenheit viele Maßnahmen zur Verbesserung der Kreditqualität gesetzt haben und über ein breit gestreutes Kreditportfolio verfügen, rechnen wir zwar mit einem deutlichen Anstieg der Risiko-Kosten, jedoch in einem gut bewältigbaren Ausmaß.”