St. Veit/Glan

Vier­ber­ge­lauf: “Das war die här­tes­te Wall­fahrt Kärn­tens!”

Tausende Pilger begaben sich nach der feierlichen Messe um Mitternacht in der Kirche am Magdalensberg auf den knapp 50 Kilometer langen Marsch.

Vier­ber­ge­lauf: “Das war die här­tes­te Wall­fahrt Kärn­tens!”Tausende Pilger nehmen jedes Jahr den Vierbergelauf in Kärnten in Angriff.

© Markus Galli

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Schon bei der Anfahrt zum Mag­da­lens­berg, den eini­ge bereits von St. Veit zu Fuß erklim­men, wird deut­lich: „Hier war­tet viel, nur nichts Gewöhn­li­ches!“ Um einen rei­bungs­lo­sen Ablauf zu gewähr­leis­ten, wird die Orga­ni­sa­ti­on eines “Taxis” emp­foh­len, das die Pil­ger zum Start­punkt bringt und am Ende der Tour wie­der abholt.

Die Taschen­lam­pen erzeu­gen ein fas­zi­nie­ren­des Lich­ter­meer, vie­le tra­gen Kreu­ze, man­che gehen bar­fuß. Wäh­rend der Wan­de­rung hört man Mur­meln: „Rede nicht so viel, fin­de zu dir selbst.“ „Lau­fe für den Herr­gott.“ Ande­re beten den Rosen­kranz. Nach eini­gen Stun­den bricht der neue Tag an, und bereits jetzt wird die Anstren­gung des Berg­ab­ge­hens deut­lich. Nach etwa vier bis fünf Stun­den und über 14 Kilo­me­tern errei­chen die Pil­ger pünkt­lich zum Son­nen­auf­gang den nächs­ten Gip­fel.

Mor­gend­li­che Impres­sio­nen am Ulrichs­berg

Erschöpft vom Marsch durch das Zoll­feld, ange­trie­ben von den wär­men­den Son­nen­strah­len und mit den ers­ten Bla­sen an den Füßen ist es Zeit für eine ers­te Pau­se. Spä­tes­tens jetzt wird einem bewusst, dass noch zahl­rei­che Her­aus­for­de­run­gen bevor­ste­hen. Um 6.00 Uhr mor­gens am Gip­fel des Ulrichs­bergs schei­nen jedoch alle Stra­pa­zen der letz­ten Stun­den ver­ges­sen: Ein gemüt­li­cher Kaf­fee, der ers­te Bis­sen Jau­sen­brot als Früh­stück. “Ich wur­de von mei­nen Arbeits­kol­le­gin­nen über­re­det”, erklärt Clau­dia W. die Beweg­grün­de ihrer Teil­nah­me an der 50 Kilo­me­ter lan­gen Wan­der­tour. Vor einem Jahr hat­te sie mit Rücken­pro­ble­men zu kämp­fen. “Kon­se­quen­tes Trai­ning in einer bekann­ten Rücken­schu­le in Kla­gen­furt haben mich für die Auf­ga­be fit gemacht”. Von Ent­span­nung kann bei die­sem Marsch wirk­lich kei­ne Rede sein, und trotz­dem: “Das Gefühl es end­lich geschafft zu haben, ist mit nichts zu ver­glei­chen”, ergänzt ihre Freun­din Kati, für die es bereits die zwei­te Ver­an­stal­tung ist: “Ich lie­be eben Her­aus­for­de­run­gen”, schmu­zelt sie.

Her­aus­for­de­run­gen auf dem Veits­berg

Auf dem Weg über Zwei­kir­chen durch das Glan­tal durch­lebt man ein Wech­sel­spiel der Gefüh­le: Irgend­wo zwi­schen „War­um tue ich mir das an?“ und „Ich weiß ganz genau, war­um ich hier bin.“ Der Anstieg auf den Veits­berg auf 1.171 Meter stellt vie­le Vier­berg­läu­fer vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen. Wäh­rend der Wan­de­rung sam­meln vie­le Pil­ger das soge­nann­te Bergl­er­laub, immer­grü­ne Zwei­ge von Bär­lapp, Kar­fun­kel, Buchs­baum und Wachol­der, die sie sich auf den Hut oder den Wan­der­stab ste­cken.

Beschau­li­cher Aus­klang auf dem Loren­zi­berg

Der Abstieg vom Veits­berg ist anspruchs­voll! Spä­tes­tens hier bedau­ert man, kein zwei­tes Paar Schu­he dabei zu haben. Den­noch ändert sich die Stim­mung unter den Wan­dern­den, denn es ist der letz­te der vier Ber­ge. Die Wan­de­rer unter­hal­ten sich, lachen und bewe­gen sich im Rhyth­mus der Grup­pe. Mit fast freu­di­ger Erwar­tung nähert man sich der Kir­che auf dem Loren­zi­berg – ein Gefühl, das vie­le Jahr für Jahr erle­ben wol­len. Nach einer letz­ten Andacht auf dem Loren­zi­berg folgt ein Schnap­serl an einem der Stän­de, ein Bier in gesel­li­ger Run­de. Es geht noch unge­fähr eine hal­be Stun­de berg­ab zum Park­platz, und kurz vor Ende ist der Moment gekom­men: Man zieht die Schu­he aus. Man hat­te sie zuvor schon leicht geöff­net, aber jetzt kann man kei­nen Schritt mehr in die­sen Schu­hen gehen. Leicht­fü­ßig geht es lachend berg­ab, ein letz­tes Bier auf dem Park­platz, viel­leicht ein letz­ter Schnaps. Man schwört sich, das nie wie­der zu tun. Doch gleich­zei­tig weiß man, dass man wie­der pil­gern wird. Am Ende des Vier­ber­ge­laufs gibt es nur noch eins zu sagen: HALLELUJAH!

 

12.04.2024 12:00
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Vier­ber­ge­lauf: “Das war die här­tes­te Wall­fahrt Kärn­tens!”Tausende Pilger nehmen jedes Jahr den Vierbergelauf in Kärnten in Angriff.

© Markus Galli