Koalition

Gesprä­che zwi­schen FPÖ und ÖVP geschei­tert

FPÖ-Chef Herbert Kickl hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen informiert, dass die Gespräche ergebnislos beendet wurden und er den Regierungsbildungsauftrag zurücklegt.

FPÖ Kärnten Mit dem Scheitern dieser Verhandlungen bleibt die politische Zukunft Österreichs vorerst ungewiss.

© FPÖ

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Kickl gibt Regie­rungs­bil­dungs­auf­trag zurück

Trotz mehr­fa­cher Annä­he­run­gen sei­en zen­tra­le Streit­punk­te nicht über­wun­den wor­den, heißt es in einer Aus­sendung der FPÖ. Ins­be­son­de­re die Ver­tei­lung der Minis­te­ri­en habe zu unüber­brück­ba­ren Dif­fe­ren­zen geführt. Die FPÖ hat­te dar­auf bestan­den, das Innen­mi­nis­te­ri­um zu über­neh­men, wäh­rend auch die ÖVP Anspruch dar­auf erhob. Als Gegen­an­ge­bot bot die FPÖ der ÖVP Schlüs­sel­res­sorts wie Außen­po­li­tik, Wirt­schaft, Infra­struk­tur und Ver­tei­di­gung an.

Nach einem geschei­ter­ten Ulti­ma­tum der FPÖ kam es zu einem abschlie­ßen­den Gespräch zwi­schen Kickl und ÖVP-Chef Chris­ti­an Sto­cker. Kurz dar­auf infor­mier­te Kickl den Bun­des­prä­si­den­ten in der Wie­ner Hof­burg über das Schei­tern der Ver­hand­lun­gen.

Mög­li­che Sze­na­ri­en nach dem Schei­tern der Ver­hand­lun­gen

Mit dem Abbruch der Gesprä­che ste­hen meh­re­re Optio­nen zur Dis­kus­si­on. Eine mög­li­che Kon­se­quenz wären Neu­wah­len. Gleich­zei­tig set­zen die Sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei Öster­reichs (SPÖ) und die libe­ra­len NEOS auf einen neu­en Anlauf für eine Drei­er­ko­ali­ti­on mit der ÖVP.

Alter­na­tiv könn­te Bun­des­prä­si­dent Van der Bel­len eine Exper­ten- oder Über­gangs­re­gie­rung ein­set­zen, um eine poli­ti­sche Lösung zu fin­den.

Die FPÖ war bei der Par­la­ments­wahl im Sep­tem­ber 2024 mit 28,85 Pro­zent der Stim­men als stärks­te Kraft her­vor­ge­gan­gen. Da jedoch zunächst kei­ne der ande­ren gro­ßen Par­tei­en zu einer Koali­ti­on mit der FPÖ bereit war, hat­te Van der Bel­len Her­bert Kickl den Regie­rungs­bil­dungs­auf­trag erteilt. Mit dem Schei­tern die­ser Ver­hand­lun­gen bleibt die poli­ti­sche Zukunft Öster­reichs vor­erst unge­wiss.

Lan­des­haupt­mann Peter Kai­ser sag­te in einem Inter­view mit dem ORF-Kärn­ten, er sei über­zeugt gewe­sen, dass „die­se Regie­rung kei­ne Zukunft gehabt hät­te“. Zu sehr habe der Ein­druck bestan­den, es gehe „auf den Weg in eine drit­te Repu­blik, dass vie­les was auf­ge­baut wur­de, will­fäh­rig zer­stört wur­de“. Kai­ser sag­te, er sei aber dage­gen, dass man meint, jetzt kön­ne nichts wei­ter gehen: „Wir haben einen funk­tio­nie­ren­den Par­la­men­ta­ris­mus. Wir haben ein gewähl­tes Par­la­ment, das ent­spricht dem Wäh­ler­wil­len von der letz­ten Natio­nal­rats­wahl. Die­ses Par­la­ment kann Bud­gets erstel­len, was drin­gend not­wen­dig ist. Die­ses Par­la­ment ist in der Lage durch Initia­ti­ven Wirt­schafts­im­pul­se zu set­zen, aber auch Arbeits­platz­pro­gram­me zu star­ten.“

Lan­des­haupt­mann-Stell­ver­tre­ter Mar­tin Gru­ber zum Ende der Koalitionsverhandlungen​:

„In den letz­ten Tagen hat sich mas­siv der Ein­druck ver­stärkt, dass Her­bert Kickl nicht bereit ist, die Popu­lis­mus-Ecke zu ver­las­sen und Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, selbst in die­ser kri­ti­schen Situa­ti­on mit enor­men Her­aus­for­de­run­gen für die Unter­neh­men und Men­schen im Land. Die kon­struk­ti­ven Kräf­te in der FPÖ haben sich lei­der nicht durch­ge­setzt. Statt­des­sen wur­den Hür­den auf­ge­baut, die wesent­li­che Grund­fes­ten der Repu­blik infra­ge gestellt hät­ten. Dar­an sind die­se Ver­hand­lun­gen geschei­tert. Auf die­ser Basis konn­te kei­ne sta­bi­le Regie­rung gebil­det wer­den, die der Stand­ort Öster­reich braucht und sich die Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher ver­dient hät­ten.“

FPÖ-Chef Erwin Ange­rer zeigt sich über­rascht über das Schei­tern der Ver­hand­lun­gen mit der ÖVP. Laut ihm habe die FPÖ ein fai­res Ange­bot zur Res­sort­ver­tei­lung gemacht, das die ÖVP nicht ange­nom­men habe. Die FPÖ hät­te sechs Minis­te­ri­en bean­sprucht und der ÖVP sie­ben ange­bo­ten, dar­un­ter zen­tra­le Wirt­schafts- und Bil­dungs­be­rei­che sowie das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um mit einem unab­hän­gi­gen Minis­ter. Ange­rer beton­te, dass ein gutes Regie­rungs­pro­gramm ent­stan­den wäre und bedau­er­te das Schei­tern der Gesprä­che.

 

12.02.2025 16:45 - Update am: 12.02.2025 17:33
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FPÖ Kärnten Mit dem Scheitern dieser Verhandlungen bleibt die politische Zukunft Österreichs vorerst ungewiss.

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