Klagenfurt
Stadtsenat bekennt sich zu Bachmannpreis – Fortschritte beim Wohnquartier an der Glan
Trotz Budgetdruck bekennt sich das Gremium zu den Literaturpreisen, während beim Großprojekt „Wohnquartier an der Glan“ ein wichtiger Vertrag abgeschlossen wurde und eine Debatte über den Zugriff des Landesrechnungshofes auf Personaldaten entbrannt ist.
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Der Klagenfurter Stadtsenat hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch vor allem mit Kultur- und Stadtentwicklungsthemen beschäftigt. Trotz angespannter Finanzlage bekannte sich das Gremium klar zur Unterstützung bedeutender Literaturpreise. Gleichzeitig wurde über Fortschritte beim großen Wohnbauprojekt „Wohnquartier an der Glan“ sowie über rechtliche Fragen rund um den Zugriff des Landesrechnungshofes auf Personaldaten diskutiert.
Neuer Meilenstein für Wohnprojekt an der Glan
Beim geplanten „Wohnquartier an der Glan“ auf dem ehemaligen Neuner-Areal rückt die Umsetzung weiter näher. Auf rund 6,2 Hektar Fläche sollen künftig rund 300 Wohnungen entstehen – sowohl Eigentums- als auch Mietwohnungen. Geplant ist außerdem eine belebte Erdgeschosszone mit Angeboten wie Kinderbetreuung, Café, Bäckerei oder Friseur.
Wie Vizebürgermeister und Stadtplanungsreferent Ronald Rabitsch im Stadtsenat berichtete, konnte erstmals ein sogenannter städtebaulicher Vertrag zwischen Projektbetreibern und Stadt ausverhandelt werden. Darin wird unter anderem die Gestaltung öffentlich zugänglicher Bereiche wie Grünflächen, Geh- und Radwege festgelegt.
Neu ist auch ein finanzieller Beitrag der Projektbetreiber: Insgesamt 400.000 Euro fließen als Infrastrukturbeitrag an die Stadt. Ein Teil davon soll in einen Mobilitätsknoten investieren werden, der den Umstieg auf Bus, Fahrrad oder E‑Carsharing erleichtern soll. Zusätzlich werden 200.000 Euro für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für künftige Bewohner bereitgestellt.
Stadtsenat hält am Bachmannpreis fest
Auch kulturpolitische Themen standen im Mittelpunkt der Sitzung. Der Ingeborg-Bachmann-Preis, seit 1977 zentraler Bestandteil der „Tage der deutschsprachigen Literatur“, soll trotz Budgetdruck weiterhin unterstützt werden.
Kulturreferent Franz Petritz brachte den Antrag ein, auch im Jubiläumsjahr 2026 ein Preisgeld von 30.000 Euro für den Hauptpreis bereitzustellen. Der Stadtsenat sprach sich geschlossen dafür aus. Aufgrund des derzeitigen Budgetprovisoriums muss jedoch der Gemeinderat die endgültige Entscheidung treffen.
Der Literaturpreis zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum und sorgt jährlich für große internationale Medienpräsenz. Für Klagenfurt hat die Veranstaltung auch touristisch einen erheblichen Werbewert.
Humbert-Fink-Preis ebenfalls geplant
Neben dem Bachmannpreis soll heuer auch der Humbert-Fink-Literaturpreis wieder vergeben werden. Die Auszeichnung wird im Zweijahresrhythmus alternierend mit dem Gert-Jonke-Preis vergeben und richtet sich an Autorinnen und Autoren aus Kärnten.
Mit einer Dotation von 12.000 Euro würdigt der Preis kontinuierliches literarisches Schaffen und wird sowohl für deutsch- als auch slowenischsprachige Literatur vergeben. Auch dieser Antrag wurde im Stadtsenat positiv vorberaten und soll nun dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
Streitpunkt: Zugriff auf Personaldaten
Intensiv diskutiert wurde zudem ein Prüfauftrag des Landesrechnungshofes. Dieser fordert einen direkten Live-Zugriff auf das Personalverwaltungs- und Personalverrechnungssystem der Stadt.
Politisch spricht sich der Stadtsenat grundsätzlich für Transparenz und einen solchen Zugriff aus. Juristen des Magistrats äußerten jedoch weiterhin datenschutzrechtliche Bedenken. Bei einem vollständigen Zugriff könnten auch besonders sensible Daten wie Arztbefunde, Religionszugehörigkeit, private Bankdaten oder Privatadressen einsehbar sein.
Nach Angaben der Magistratsdirektion wurden dem Landesrechnungshof bereits rund zwölf Gigabyte an Daten übermittelt und etwa 670 Fragen beantwortet. Zusätzlich habe es bereits mehrere Einsichtnahmen vor Ort gegeben.
Ein Rechtsgutachten von Verfassungsjurist Peter Bußjäger empfiehlt der Stadt zudem, dem Wunsch nach einem vollständigen Live-Zugriff derzeit nicht nachzukommen. Bürgermeister Christian Scheider kündigte an, das Thema im kommenden Gemeinderat weiter zu behandeln.


