Kultur
Der Carinthische Sommer ist eröffnet!
Unter dem Motto "fern & nah" steht heuer der Carinthische Sommer. Bis zum 2. August gibt es Musik, Literatur und interessante Gespräche.
Staatssekretär Sepp Schellhorn, Margit und Heinz Fischer, Intendantin Nadja Kayali, Sandra Fellner, Landeshauptmann Daniel Fellner, Bürgermeister Günther Albel und Landesrätin Beate Prettner (von links).© LPD Kärnten/Augstein Medien
Unter dem Motto „fern & nah“ will der Carinthische Sommer, innerlich wie äußerlich, Bewegung zulassen. Am vielfältigen Programm stehen bis 2. August Musik, Literatur und Gespräche. Gestern (4. Juli 2026) wurde das Festival in Villach von Bundespräsident a.D. Heinz Fischer feierlich eröffnet. Landeshauptmann Daniel Fellner und Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig hießen die zahlreichen Gäste willkommen. Beim Eröffnungskonzert ging man auf „Eine Reise nach Isfahan“ mit Petra Morzé, Festivalartist Golnar Shahyar, Mahan Mirarab und dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Dirigent Markus Poschner.
“Kunst ist ein Ort der Begegnung”
Für Landeshauptmann Fellner hat der Carinthische Sommer internationale Strahlkraft und ist ein Brückenbauer. Er verwies darauf, dass hier auch Iran, Syrien, Israel, China und Taiwan auf Ebene der Kunst und Kultur zusammentreffen: “Die Kunst ist ein Ort der Begegnung, der zeigt, dass man sich auf menschlicher Ebene anders wahrnehmen kann. Ein Ort der Begegnung, der zeigt, dass Konflikte, wie sie derzeit in der Welt stattfinden, überbrückbar wären.” Weiters hob er die Offenheit Kärntens hervor und die großartigen Besuchszahlen des Carinthischen Sommers. Intendantin Nadja Kayali setze in ihrer dritten Saison ihren programmatischen Weg konsequent und mit Leidenschaft fort. Der Landeshauptmann ging nochmal auf die aktuellen globalen Ereignisse ein: „Sie machen deutlich, wie zerbrechlich Friede und Demokratie sind. Es zeigt sich, wie wichtig Zusammenhalt, Solidarität, Menschlichkeit und die Verurteilung von Krieg und Gewalt in jeder Form sind.“
“Kunst und Kultur geben Hoffnung”
Bundespräsident a.D. Heinz Fischer sagte in seiner Eröffnungsrede, dass seine Frau und er schon früh Freunde und Besucher des Carinthischen Sommers waren. Auch Porcia hätten sie immer wieder gerne besucht. Der Carinthische Sommer habe immer auch bemerkenswerte Erstaufführungen geboten: „Der Carinthische Sommer 2026 steuert bestimmt auch wieder auf große Erfolge zu. Er wird die schöne, wertvolle Tradition fortsetzen.“ Staatssekretär Sepp Schellhorn war zum ersten Mal beim Carinthischen Sommer: „Kunst und Kultur geben Hoffnung in schwierigen Zeiten, sie sind Hoffnungsgeber“, sagte er. Auch seien sie die niederschwelligste Form der Diplomatie und Brückenbauer. Es gehe um das Verstehen des anderen um das Kennenlernen anderer Kulturen.
Verbindungslinien zwischen Orient und Okzident
Intendantin Nadja Kayali erörterte die Verbindungslinien zwischen Orient und Okzident. Jahrhunderte lang seien Diplomatie, Politik und Wissenschaft mit Kunst und Kultur auf Engste verknüpft gewesen, der Nahe Osten und Europa kulturell miteinander verbunden gewesen. „Das Ferne wird Teil des Nahen, der nächsten Kultur“, sagte Kayali. Auch persönliche Identitäten würden sich formen und seien wandelbar. In diesem Zusammenhang zitierte sie Amin Maalouf, für den Identität kein ‚Patchwork‘ ist: „Sie ist wie das Fell einer Trommel — berührt man eine einzige Zugehörigkeit, vibriert die ganze Persönlichkeit.“
Online-Tipp: carinthischersommer.at

