Richard Putzinger

Ein Feldkirchner in Ingolstadt

Seit 15 Jahren gehört Richard Putzinger dem Stadttheater Ingolstadt an. Aktuell probt er unter der Regie von Claus Peymann für das Stück „Die Nashörner“. „KLiCK Kärnten“ erzählt der Schauspieler von seinem Theaterleben.

Ein Feldkirchner in Ingolstadt Richard Putzinger absolvierte das berühmte Max-Reinhardt-Seminar für Schauspiel und Schauspielregie in Wien.

© Peter Polgar

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Richard Putzinger (48) entstammt einer bekannten Feldkirchner Familie: Vater Wolfgang machte sich als Autor einen Namen, Bruder Peter arbeitet als Chirurg im Klinikum und Bruder Robert ist Schauspieler und Regisseur. „Außergewöhnlich war, dass wir damals als einziges Brüderpaar zur selben Zeit das Max-Reinhardt-Seminar absolviert haben. Unsere Lehrmeister waren Klaus Maria Brandauer und der Pantomime Samy Molcho, von denen wir viel gelernt haben“, erinnert sich Richard Putzinger im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.

Erstes Engagement

Als Absolvent des Reinhardt-Seminars ereilte den Feldkirchner bald der Ruf nach Karlsruhe (Deutschland), wo er am Badischen Staatstheater engagiert wurde. Ein Glücksfall in zweifacher Hinsicht. „Ich war noch nicht lange in Karlsruhe, als ich mich in meine Frau Nicole verliebt habe“, verrät Putzinger. Das Ehepaar hat mittlerweile zwei Kinder: den 17-jährigen Pauli und die 13-jährige Emma.

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Seit 15 Jahren ist Richard Putzinger Ensemble-Mitglied des Stadttheaters Ingolstadt.
© Peter Polgar

Ensemble-Mitglied in Ingolstadt

Im Jahr 2002 wechselte der Feldkirchner von Karlsruhe ins Volkstheater Rostock, wo er im „Urfaust“ von Johann Wolfgang Goethe den „Mephisto“ verkörperte. Nur vier Jahre später nahm Putzinger im bayrischen Ingolstadt ein Engagement an, wo er am Stadttheater zum dauerhaften Ensemble-Mitglied wurde. „Hier bin ich in einem sehr guten Theater, mit sehr gutem Ensemble und ausgezeichnetem Arbeitsklima, in das immer wieder sehr gute Regisseure kommen“, erklärt der Kärntner. Im Moment spielt Putzinger im „Jedermann (stirbt)“ von Ferdinand Schmalz.

Regisseur Claus Peymann

Gleichzeitig laufen die Proben für das Stück „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco unter der Regie von Claus Peymann (84). Bekannt wurde Peymann als Direktor des Burgtheaters in Wien (1986 bis 1999), danach als Intendant des Berliner Ensembles (1999 bis 2017). Peymann inszeniert zum ersten Mal am Stadttheater Ingolstadt. „Er ist so, wie man sich ihn vorstellt. Er hat seine eigenen Spielregeln und erwartet, dass sich ihm alle unterordnen. Er ist sehr dominant, die Hierarchie unter ihm ist sehr steil – sein Wort ist Gesetz. Ich komme gut mit ihm aus, er ist mit meiner Arbeit zufrieden“, schildert Putzinger.

Große Bandbreite

Das Stadttheater Ingolstadt hat ein breit gefächertes Programm, das Komödien, Operetten und Klassiker umfasst. Auch experimentelles Theater und Musicals stehen auf dem Spielplan. „Hier kann ich in zahlreichen unterschiedlichen Rollen meine Leidenschaft zum Theater voll ausleben“, meint Putzinger

Musik und Heimat-Besuche

Neben dem Theater macht Putzinger auch Werbung, spielt in TV-Produktionen und steht mit seiner Gitarre als Musiker in der Formation „Austria 4 plus“ auf der Bühne. „Gegründet wurde die Band von vier österreichischen Schauspielern, die alle am Stadttheater engagiert waren. Wir spielen hauptsächlich Lieder von Wolfgang Ambros, Georg Danzer, Ostbahn Kurti, Ludwig Hirsch oder STS. Im Sommer sind wir auf Tour im bayrischen Raum – für mich ein perfekter Ausgleich zum Theater“, erklärt Putzinger.

Der Terminkalender des Künstlers ist voll. „Deshalb sind Besuche in meiner Heimatstadt Feldkirchen auch rar. Ich schaffe es im Jahr vielleicht zweimal, meine Eltern zu besuchen“, gesteht Putzinger.

 

11.01.2022 06:48 - Update am: 11.01.2022 07:23
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Ein Feldkirchner in Ingolstadt Richard Putzinger absolvierte das berühmte Max-Reinhardt-Seminar für Schauspiel und Schauspielregie in Wien.

© Peter Polgar