Besoldungsreform
Einsteiger im Landesdienst sollen mehr verdienen
Die Koalitionspartner präsentierten heute die Eckpunkte der Besoldungsreform im Landesdienst, die ab 2022 in Kraft treten soll.
Eineinhalb Jahre hat man daran gearbeitet, nun geht der Gesetzesentwurf zur Besoldungsreform für den Kärntner Landesdienst in Begutachtung. Die wichtigsten Änderungen: höhere und dafür leistungs- und ausbildungsorientiertere Einstiegsgehälter, auf Dauer aber eine flachere Gehaltskurve. Der neue Mindestlohn soll 1.500 Euro betragen – oder 2.100 Euro brutto. Hinzu kommt die Möglichkeit, zweimal einen zusätzlichen Sprung nach vorne zu machen – nach zehn und nach 25 Dienstjahren, wenn die Dienstprüfung positiv absolviert wurde und die Dienstbeurteilung ausgezeichnet ist.
Konkurrenzfähiges Schema
Das neue Entlohnungsschema soll den Landesdienst wettbewerbsfähig machen, so Landesrat Martin Gruber (ÖVP). Und Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) meint, dass dies auch passieren wird: “Es ist uns gelungen, ein gegenüber der Privatwirtschaft konkurrenzfähiges Schema zu schaffen.” Gruber bemerke vor allem im Straßenbau, dass es immer schwieriger wird, gut ausgebildetes junges und erfahrenes Personal zu finden. Von der Privatwirtschaft ziehe es derzeit nur wenige zum Landesdienst. Anderen Abteilungen geht es aber auch nicht anders.
Wichtig sei das attraktivere Gehaltsschema auch aufgrund einer Pensionierungswelle, die ansteht. Bis Ende 2030 geht etwa die Hälfte der Mitarbeiter in Pension.
Kein Zwang zum Umstieg
Die Besoldungsreform werde dem Land in den nächsten fünf Jahren zwischen fünf und sieben Millionen Euro mehr kosten, danach aber könnten die Gehaltskosten gesenkt werden. Schließlich flacht die Einkommenskurve ab und auch die Pragmatisierung fällt weg. Bestehende Mitarbeiter können auf das neue Schema umsteigen, müssen aber nicht. Laut Gruber wird zusätzlich das Einkommen transparenter, weil Zulagen (außer die zeitbezogenen) wegfallen. “Das neue System entspricht auch der Lebensrealität. Denn am Anfang des Erwerbslebens stehen meist die höheren Kosten an als gegen Ende hin”, meinen die Koalitionspartner.
Die Hauptverhandler in den eineinhalb Jahren waren Herwig Seiser (SPÖ) und Markus Malle (ÖVP). Nun geht der Gesetzesentwurf in die Begutachtung. Die Reform könnte 2022 in Kraft treten.
Opposition fordert Prüfung durch Rechnungshof
Die Opposition – Gerhard Köfer (Team Kärnten) und Gernot Darmann (FPÖ) – fordern eine Prüfung der Reform durch den Landesrechnungshof. Köfer begrüßt höhere Einstiegsgehälter und den Wegfall der Pragmatisierung, kritisiert allerdings “zu viel Bürokratie” bei 26 verschiedenen Einkommensklassen.
