„Zum Mühlrad“

Ein „Grüezi“ im Boden­tal

Majorin Andrea Loeffel-Raszer von der Schweizer Armee hat das Kommando im Gasthaus „Zum Mühlrad“ im Bodental. Wie es dazu kam, erzählt sie im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.

Ein „Grüezi“ im Boden­tal Majorin Andrea Loeffel-Raszer in ihrem Lokal „Zum Mühlrad“

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Bei einer Wir­tin ist eher davon aus­zu­ge­hen, dass sie gelern­te Köchin ist oder aus dem Ser­vice-Bereich kommt. Nicht so im Gast­haus „Zum Mühl­rad“ im Boden­tal. Dort ist die Wir­tin eine Offi­zie­rin der Schwei­zer Armee. Majo­rin Andrea Loef­fel-Ras­zer ist Schwei­zer Staats­bür­ge­rin und leis­tet als Miliz­of­fi­zie­rin unver­än­dert ihren Dienst.

Ehe­mann beim Bun­des­heer

Kom­man­dos wie „Habt Acht!“ sind im Gast­haus „Zum Mühl­rad“ natür­lich nicht zu hören. Ers­tens sagen Sol­da­ten bei der Schwei­zer Armee nicht „Habt Acht“, son­dern schlicht und ein­fach „Ach­tung“. Zwei­tens ist die Schwei­ze­rin im Boden­tal ein­fach nur Wir­tin. Ihren Ehe­mann Alex­an­der lern­te Loef­fel-Ras­zer im Aus­land ken­nen und hei­ra­te­te ihn spä­ter. „Mein Mann ist Kom­man­dant des Jäger­ba­tail­lons 25 in der Khe­ven­hül­ler-Kaser­ne“, berich­tet Loef­fel-Ras­zer.

Ein Quer­ein­stieg

Sie wohnt mit ihrer Fami­lie am Ende des Boden­tals, nicht weit vom „Meer­au­ge“ ent­fernt. „Auf dem Weg nach Hau­se sind wir immer wie­der am geschlos­se­nen Gast­haus ‚Zum Mühl­rad‘, das rund einen Kilo­me­ter von unse­rem Haus ent­fernt liegt, vor­bei­ge­fah­ren. Da habe ich zu mei­nem Mann gesagt, es ist so scha­de, dass die­ser schö­ne Platz leer steht. Irgend­wann haben wir beim Besit­zer nach­ge­fragt und letzt­end­lich einen Pacht­ver­trag unter­schrie­ben. Wir haben eini­ges reno­viert und das Lokal im August 2021 eröff­net“, schil­dert die Wir­tin. Erfah­rung in der Gas­tro­no­mie hat­te die Offi­zie­rin nicht. „Ich bin eine Quer­ein­stei­ge­rin und gewillt, mir alles anzu­eig­nen. Ich besu­che Kur­se und hal­te immer mei­ne Ohren auf“, sagt die Schwei­ze­rin. Den Schritt in die Selbst­stän­dig­keit bereut Loef­fel-Ras­zer nicht.

Das Heim­weh

Ihr Eltern­haus hat die Offi­zie­rin im Ber­ner Ober­land am Thu­ner­see in Spiez. „Heim­weh ist bei mir immer aktu­ell. Das ist ein Grund, war­um ich noch immer Mili­tär­dienst ver­se­he. Dann muss ich in die Schweiz fah­ren und kann zugleich mei­ne Fami­lie sehen. Ende April ist es wie­der so weit, dann fah­re ich für drei Wochen zum dienst­pflich­ti­gen Miliz­dienst in mei­ne Hei­mat“, ver­rät Loef­fel-Ras­zer.

Die neue Hei­mat

Die Hoch­zeit der bei­den Offi­zie­re fand in Kärn­ten statt. „Ich bin damals sechs Jah­re zwi­schen Spiez in der Schweiz und Kärn­ten gepen­delt. Dann ist unse­re Toch­ter grö­ßer gewor­den und in den Kin­der­gar­ten gekom­men. Das war dann der Aus­schlag, dass wir hier geblie­ben sind. Mir war es wich­tig, dass die Klei­ne Kärnt­ne­risch redet, bis dahin hat sie Schwei­zer­deutsch gespro­chen“, erzählt die Schwei­ze­rin.

Die Küche

Im Gast­haus begrüßt die Wir­tin ihre Gäs­te mit einem „Ser­vus“ und nicht mit einem „Grüezi“. Ganz ohne die Schweiz geht es natür­lich nicht: Auf der Spei­se­kar­te sind auch schwei­ze­ri­sche Gerich­te zu fin­den. „Selbst­ver­ständ­lich bie­ten wir auch Raclette und Käse­fon­due an. Die­se typi­schen Schwei­zer Gerich­te wer­den von den Gäs­ten sehr ger­ne ange­nom­men. Wir bit­ten jedoch immer um Vor­re­ser­vie­rung. Bei uns gibt es auch Käse­spätz­le, Cor­don bleu und natür­lich Wie­ner Schnit­zel. Im Som­mer kommt eine Brettl­jau­se dazu“, zählt die Wir­tin auf. In Öster­reich ver­misst die Schwei­ze­rin das Ruch­brot. Das ist ein dunk­les Misch­brot. „Ruch“ bedeu­tet im Schwei­ze­ri­schen „rau“. „Ich selbst esse auch sehr ger­ne Kärnt­ner Kas­nu­deln“, betont Loef­fel-Ras­zer.

 

19.03.2022 18:50
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Ein „Grüezi“ im Boden­tal Majorin Andrea Loeffel-Raszer in ihrem Lokal „Zum Mühlrad“

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