Wirtschaftskammer

Industrie-Konferenz im Zeichen der Energie

Energiekosten, Arbeitskräftemangel und Überbürokratisierung: In der Spartenkonferenz der Sparte „Industrie“ der Wirtschaftskammer Kärnten tauschten sich Unternehmer zu aktuellen Themen aus.

Industrie-Konferenz im Zeichen der EnergieAlexander Kuess (Geschäftsführer Sparte „Industrie“), Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl, „Funder Max“-Geschäftsführer Arnulf Penker, Robert Kanduth (Obmann-Stellvertreter Sparte „Industrie), Michael Velmeden (Obmann Sparte „Industrie“), Josef Pacher (Obmann-Stellvertreter Sparte „Industrie) und Andreas Mörk (Geschäftsführer Bundessparte „Industrie“, von links)

© WKK/Foto Linzer

Anzeige

Obwohl die Kärntner Industrie mit 455 Mitgliedsbetrieben eher klein- und mittelständisch strukturiert ist, erwirtschaften die Unternehmen mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Bruttowertschöpfung des Landes. Das ist, laut Wirtschaftskammer Kärnten, der höchste Anteil unter allen Branchen, was Kärnten zu einem Industrieland macht, das nicht nur in den Bereichen Forschung und Entwicklung Impulse setzt, sondern auch rund tausend Lehrlinge ausbildet. „Wir machen sehr viel, um Jugendlichen das spannende Feld der Industrie näherzubringen“, sagte Michael Velmeden, Spartenobmann der Industrie in der Wirtschaftskammer Kärnten, bei der Spartenkonferenz der Kärntner Industrie, bei der sich Unternehmer zu aktuellen Themen austauschten.

Liste mit Vorschlägen an die Politik

Um gezielt die Jugend anzusprechen, wurden die Online-Informationsplattform (www.industriekarriere.at) komplett überarbeitet und Social-Media-Kanäle eingebunden. Dennoch fehlt es der Industrie massiv an Arbeitskräften. Die Liste der Vorschläge der Wirtschaft an die Politik ist lang: Arbeitsgenehmigungen für Mitarbeiter aus anderen Staaten, Zuverdienstmöglichkeiten für Pensionisten, steuerfreie Überstunden oder bessere Kinderbetreuung, um Vollzeitarbeit für Frauen zu ermöglichen. „Die Standortsicherung hat für mich höchste Priorität. Schließlich kommen aus der Wirtschaft Wertschöpfung und damit Wohlstand. Aufträge sind vorhanden, aber wir brauchen eine akzeptable Wettbewerbsfähigkeit, derzeit vor allem hinsichtlich der Energiekosten. Unterstützung wird kommen und ist existenziell notwendig“, unterstrich Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten. Speziell für kleinere Betriebe ist die aktuelle Situation bedrohlich. „Wenn von der Bundesregierung die lang geforderte Entlastung nicht kommt, kann es jetzt einige Betriebe das Leben kosten. Das können wir uns nicht leisten“, warnte Mandl.

Horrende Energiekosten

Die nächsten Monate werden nicht leicht. Bereits jetzt kämpfen manche Betriebe mit einer Verfünfzehnfachung ihrer Energiekosten. „Weil es einen, schon lange geforderten, Masterplan seitens der Bundesregierung nicht gibt, wird ein solcher nun von der Bundessparte ausgearbeitet“, berichtete Andreas Mörk, Geschäftsführer der Bundessparte „Industrie“ der Wirtschaftskammer Österreich. Besonders in ländlichen Regionen ist die Industrie zusätzlich ein wichtiger Energieversorger. „Funder Max“ in St. Veit versorgt zum Beispiel rund 4.000 Haushalte mit Fernwärme und produziert rund 75.000 Megawattstunden Ökostrom pro Jahr. „Wir beziehen unser Holz aus regionalen nachhaltigen Quellen. 72 Prozent unserer Lieferanten kommen aus Österreich. Am Standort St. Veit haben wir rund 430 Mitarbeiter und stellen pro Jahr rund 24 Millionen Quadratmeter Biofaser und rund 14 Millionen Quadratmeter Dekorspan her“, erzählte Geschäftsführer Arnulf Penker.

Erneuerbare Energie

Auch andere Betriebe möchten verstärkt auf erneuerbare Energie setzen. Allerdings fehlen Rahmenbedingungen oder es scheitert an der langwierigen Bürokratie, kritisieren die Vertreter der Kärntner Industrie. Das reicht von der Photovoltaik-Anlage bis hin zum Netzausbau. „Der Ernst der Situation scheint bei der Politik noch nicht angekommen zu sein“, zeigte sich Velmeden verwundert. Dennoch konnte er auch Positives berichten: Auf gewidmeten Industrie- und Gewerbeflächen können Betriebe in Kärnten für den Eigenbedarf Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen errichten. „Im Moment leiden wir. Es kostet viel Kraft, aber wir werden diese Zeiten auch überstehen“, gab sich Velmeden optimistisch.

 

19.09.2022 16:50 - Update am: 19.09.2022 16:20
Anzeige
Industrie-Konferenz im Zeichen der EnergieAlexander Kuess (Geschäftsführer Sparte „Industrie“), Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl, „Funder Max“-Geschäftsführer Arnulf Penker, Robert Kanduth (Obmann-Stellvertreter Sparte „Industrie), Michael Velmeden (Obmann Sparte „Industrie“), Josef Pacher (Obmann-Stellvertreter Sparte „Industrie) und Andreas Mörk (Geschäftsführer Bundessparte „Industrie“, von links)

© WKK/Foto Linzer