Kärnten

Land­tag hebt Schutz der Seen in Ver­fas­sungs­rang

Das Seenvolksbegehren schaffte es in den Kärntner Landtag. Dort erfolgte der einstimmige Beschluss, Kärntens Seen und öffentliche Seezugänge zu schützen.

Land­tag hebt Schutz der Seen in Ver­fas­sungs­rang Der Kärntner Landtag gab ein klares Bekenntnis zum Erhalt aller Seegrundstücke ab, die sich im Besitz des Landes oder von landeseigenen Gesellschaften befinden.

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Ger­hard Gode­scha (46) und Wal­ter Poles­nik (72) set­zen sich seit Jah­ren für den Erhalt frei­er See­zu­gän­ge in Kärn­ten ein. Im Jahr 2017 ent­schlos­sen sich der Elek­tri­ker und der Pen­sio­nist dazu, das ers­te Volks­be­geh­ren in Kärn­ten seit 32 Jah­ren ins Leben zu rufen. Das ers­te Volks­be­geh­ren, das über­haupt von Pri­vat­per­so­nen initi­iert wor­den war.

Erhalt der See­grund­stü­cke

Einer der wich­tigs­ten Punk­te des Seen­volks­be­geh­rens: Das Land Kärn­ten soll in der Lan­des­ver­fas­sung in Form einer Staats­ziel­be­stim­mung ein kla­res Bekennt­nis zum Erhalt aller See­grund­stü­cke abge­ben, die im Besitz des Lan­des oder von lan­des­ei­ge­nen Gesell­schaf­ten ste­hen. Das Seen­volks­be­geh­ren konn­te einen gro­ße Erfolg ver­bu­chen: Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag befass­te sich der Kärnt­ner Land­tag in sei­ner Sit­zung mit die­sem Volks­be­geh­ren in Form eines Antrags, der schließ­lich ein­stim­mig beschlos­sen wur­de (sie­he ganz unten). „KLiCK Kärn­ten“ fasst die Stim­men aus allen im Land­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en zusam­men.

Her­wig Sei­ser (SPÖ)

Für die SPÖ ergriff Klub­ob­mann Her­wig Sei­ser das Wort. Er dank­te den Initia­to­ren für ihren Akt der Bür­ger­be­tei­li­gung, der direk­ten Demo­kra­tie und der Fair­ness. Denn: „Sie haben auch erkannt, dass das Seen­volks­be­geh­ren kein Ent­eig­nungs­volks­be­geh­ren sein kann.“ Die SPÖ rief, so Sei­ser, mit der ÖVP eine Arbeits­grup­pe ins Leben, die Seen bereis­te und sich Ört­lich­kei­ten ansah. Der zustän­di­ge Aus­schuss im Land­tag, jener für Bür­ger­be­tei­li­gung, folg­te schließ­lich den Emp­feh­lun­gen die­ser Arbeits­grup­pe. Sei­ser fass­te zusam­men: „Das Seen­volks­be­geh­ren setzt einen wich­ti­gen Schritt in die Zukunft, sorgt für eine Sen­si­bi­li­sie­rung der Öffent­lich­keit in Bezug auf die Nut­zung der See­grund­stü­cke und für eine Sen­si­bi­li­sie­rung in Zusam­men­hang mit der Ver­bau­ung der See­grund­stü­cke. Wir wer­den alles tun, um dem Seen­volks­be­geh­ren gerecht zu wer­den.“

Han­nes Mak (ÖVP)

Für die ÖVP sprach Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Han­nes Mak von einem gro­ßen demo­kra­tie­po­li­ti­schen Signal: „Knapp 12.000 Unter­schrif­ten set­zen ein ein­drucks­vol­les Zei­chen für den Schutz unse­rer Natur­ju­we­le.“ Es ist ein Grund­recht der Bevöl­ke­rung, so Mak, dass die­se geschützt wer­ten. „Mit der Staats­ziel­be­stim­mung in der Lan­des­ver­fas­sung leis­ten wir einen wei­te­ren Bei­trag zum Schutz unse­rer Seen und zum Schutz der qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen See­zu­gän­ge, die für unse­re Bevöl­ke­rung gesi­chert wer­den“, stell­te Mak klar.

Harald Tret­ten­brein (FPÖ)

Für die FPÖ freu­te sich Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Harald Tret­ten­brein wört­lich, dass sich end­lich auch der Kärnt­ner Land­tag „dazu bekennt, unse­re Hei­mat zu schüt­zen.“ Den Initia­to­ren des Seen­volks­be­geh­rens gra­tu­lier­te er zu ihrem lan­gen Atem, denn: „Es war schon fünf vor zwölf!“ Die Seen sind, so Tret­ten­brein, aber nicht das Ende der Fah­nen­stan­ge. „Wir müs­sen uns auch Gedan­ken machen über unse­re Almen und unse­re Ber­ge, die mit Cha­lets zuge­baut wer­den“, begrün­de­te er. Sein Appell: „Auch hier müs­sen wir gemein­sam eine Lösung fin­den.“

Ger­hard Köfer (Team Kärn­ten)

Von einem erfreu­li­chen Tag sprach Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Ger­hard Köfer (Team Kärn­ten). „Auch weil die Initia­to­ren davon über­zeugt wer­den konn­ten, dass ein kate­go­ri­sches Neu­be­bau­ungs­ver­bot an den Kärnt­ner Seen über­zo­gen wäre. Eine qua­li­ta­tiv sinn­vol­le und nach­hal­ti­ge Wei­ter­ent­wick­lung der Kärnt­ner See muss wei­ter­hin mög­lich sein“, erklär­te Köfer. Neue Pro­jek­te an Kärnt­ner Seen müs­sen jedoch einer nach­hal­ti­gen und tou­ris­ti­schen Ent­wick­lung ent­spre­chen.

 

Der Antrag im Wort­laut

Die Kärnt­ner Lan­des­re­gie­rung wird auf­ge­for­dert, fol­gen­de Maß­nah­men zu tref­fen:

  1. Das Land Kärn­ten soll in der Lan­des­ver­fas­sung in Form einer Staats­ziel­be­stim­mung ein kla­res Bekennt­nis zum Erhalt aller See­grund­stü­cke abge­ben, die im Besitz des Lan­des oder im Besitz von lan­des­ei­ge­nen Gesell­schaf­ten ste­hen.
  2. Bei der Nut­zung von See­grund­stü­cken, die im Besitz des Lan­des Kärn­ten oder sei­ner lan­des­ei­ge­nen Gesell­schaf­ten ste­hen, hat künf­tig ein aus­ge­wo­ge­nes Gleich­ge­wicht zwi­schen öffent­li­cher Zugäng­lich­keit, Natur­schutz, tou­ris­ti­schen Inter­es­sen und Raum­pla­nung vor­zu­herr­schen.
  3. Die Motor­boot-Abga­be ist mit einer Zweck­wid­mung künf­tig für den Ankauf von See­lie­gen­schaf­ten aus Pri­vat- oder Gemein­de-Eigen­tum und für die Attrak­ti­vie­rung von See­grund­stü­cken vor­zu­se­hen.
  4. Sei­tens der Kärnt­ner Lan­des­re­gie­rung soll­te bin­nen Jah­res­frist sicher­ge­stellt wer­den, dass im Rah­men des Kärnt­ner geo­gra­phi­schen Infor­ma­ti­ons­sys­tems „Kagis“ sämt­li­che See­grund­stü­cke, die sich im Eigen­tum der öffent­li­chen Hand befin­den, ent­spre­chend aus­ge­wie­sen wer­den.
31.05.2021 18:50
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Land­tag hebt Schutz der Seen in Ver­fas­sungs­rang Der Kärntner Landtag gab ein klares Bekenntnis zum Erhalt aller Seegrundstücke ab, die sich im Besitz des Landes oder von landeseigenen Gesellschaften befinden.

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