Bahnhofstraße

Kla­gen­fur­ter Wirt­schaft for­dert Ver­kehrs­kon­zept

"Lebensraum Bahnhofstraße": Wie wirkte sich die Verkehrsberuhigung auf Kundenfrequenzen und Umsätze bei den betroffenen Unternehmen aus? Die Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Klagenfurt hat dazu eine Online-Umfrage in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden bei einer Pressekonferenz präsentiert.

Kla­gen­fur­ter Wirt­schaft for­dert Ver­kehrs­kon­zept Franz Ahm, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Klagenfurt und Elisabeth Rothmüller-Jannach, Obfrau der Sparte Transport und Verkehr

© WKK / Bernhard Horst

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Seit Jah­ren wird über Ver­kehrs­be­ru­hi­gung, weni­ger Autos in der Innen­stadt sowie einem Park- und Ver­kehrs­kon­zept dis­ku­tiert. Mit dem Pro­jekt „Lebens­raum Bahn­hof­stra­ße“ tes­te­te die Lan­des­haupt­stadt mög­li­che dau­er­haf­te Ver­kehrs­be­ru­hi­gun­gen zwi­schen Burg­gas­se und Para­deis­er­gas­se. „Eine Test­pha­se folg­te der nächs­ten, Stu­di­en und Kon­zep­te wur­den in Auf­trag gege­ben, Pro­jek­te initi­iert – ohne jedoch die direk­ten Betrof­fe­nen, also die Unter­neh­mer und Unter­neh­me­rin­nen der Innen­stadt, mit­ein­zu­be­zie­hen“, kri­ti­sier­te Franz Ahm, Obmann der Wirt­schafts­kam­mer-Bezirks­stel­le Kla­gen­furt, der dem Pro­jekt offen gegen­über­stand, weil eine beglei­ten­de Eva­lu­ie­rung zuge­sagt wur­de. Mit ande­ren Wor­ten, wie sich die Ver­kehrs­be­ru­hi­gung auf Kun­den­fre­quen­zen und Umsät­ze bei den Unter­neh­men im All­ge­mei­nen und im spe­zi­el­len auf das Pro­jekt „Lebens­raum Bahn­hof­stra­ße“ aus­wirkt. Ahm: „Eine sol­che Unter­su­chung gab es bis­her nicht“.

Online-Umfra­ge unter Kla­gen­furts Betrie­ben

Da sich Stär­ken, Schwä­chen und Poten­zia­le nur unter Berück­sich­ti­gung aller Betrof­fe­nen, also auch jener der unmit­tel­bar loka­len Unter­neh­men, erken­nen las­sen, wur­de die Bezirks­stel­le Kla­gen­furt nun selbst aktiv und hat eine Online-Umfra­ge zum The­ma „Ver­kehrs­be­ru­hi­gung in der Innen­stadt und Lebens­raum Bahn­hof­stra­ße“ in Auf­trag gege­ben. Ins­ge­samt 405 Unter­neh­men, davon 114 Betrie­be inner­halb des Rin­ges, haben dar­an teil­ge­nom­men.  Rund die Hälf­te von ihnen hat kon­struk­ti­ve Vor­schlä­ge gemacht, die­se gilt es nun zu ver­fol­gen. „Für uns stellt das Ergeb­nis der Umfra­ge einen Hand­lungs­auf­trag dar. Es war wich­tig zu erfah­ren, wie die Betrie­be zur der­zei­ti­gen Ver­kehrs­si­tua­ti­on ste­hen und wel­chen Ein­druck sie vom „Lebens­raum Bahn­hof­stra­ße“ haben, aber auch was die­se gene­rell von einer Ver­kehrs­be­ru­hi­gung hal­ten“, unter­strich Ahm. Er wün­sche sich eine Arbeits­grup­pe, der neben Unter­neh­mer auch Bür­ger und Anrai­ner ange­hö­ren sol­len.

Ver­kehrs­be­ru­hi­gung mit ganz­heit­li­chem Kon­zept

Zusam­men­fas­send kann man sagen, dass die Unter­neh­mer einer Ver­kehrs­be­ru­hi­gung posi­tiv gegen­über­ste­hen, unter der Vor­aus­set­zung, dass es ein ganz­heit­li­ches Kon­zept gibt und sie ein­ge­bun­den wer­den. Die Kauf­mann­schaft wün­sche sich auch mehr Park­mög­lich­kei­ten in der Innen­stadt. Die Mehr­heit meint, dass es den moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr immer geben muss. „Die Mobi­li­tät soll gewähr­leis­tet wer­den, par­ti­ell, aber nicht gesamt auto­frei“, mein­te der Bezirks­ob­mann. Mit den vor­lie­gen­den Ergeb­nis­sen möch­te Ahm bei der Kla­gen­fur­ter Stadt­po­li­tik vor­stel­lig wer­den. Die loka­len Wirt­schafts­trei­ben­den sei­en gesprächs­be­reit, sehen Kon­zep­te einer Ver­kehrs­be­ru­hi­gung samt Begeg­nungs­zo­ne gene­rell posi­tiv gegen­über, for­dern jedoch ein Mit­ein­be­zie­hen und eine Kom­mu­ni­ka­ti­on auf Augen­hö­he ein.

Kli­ma­fit bis 2030

Über allem ste­he auch die Ver­pflich­tung, bis zum Jahr 2030 kli­ma­neu­tral zu wer­den. Es gel­te, ein ganz­heit­li­ches Mobi­li­täts­kon­zept auf Schie­ne zu brin­gen. Nur so kön­nen die Kli­ma­zie­le erreicht wer­den. Eli­sa­beth Roth­mül­ler-Jan­nach, Obfrau der Spar­te Trans­port und Ver­kehr, dazu: „Die Unter­neh­mer inves­tie­ren sehr viel, um kli­ma­fit zu wer­den. Wir brau­chen Plan­bar­keit und Trans­pa­renz. Man muss sich auch die Fra­ge stel­len: Soll Kla­gen­furt eine auto­freie oder eine ver­kehrs­be­ru­hig­te Stadt wer­den.“ Ziel aller Play­er müs­se es sein, dass urba­ne Räu­me als attrak­ti­ve Wirtschafts‑, Han­dels- und Lebens­stand­or­te erhal­ten und auch ste­tig ver­bes­sert wer­den. „Die Stadt Kla­gen­furt muss end­lich vom Dis­ku­tie­ren ins Han­deln kom­men. Wir von der Wirt­schafts­kam­mer ste­hen als Part­ner zur Ver­fü­gung“, rich­te­te Ahm einen Appell an die Poli­tik. Es ist wich­tig, die Innen­stadt mit Leben zu befül­len – sowohl mit Men­schen, die dort ein­kau­fen und auch mit jenen, die dort woh­nen. Sie alle sind wich­ti­ge und unver­zicht­ba­re Fre­quenz­brin­ger. Dazu gehö­ren auch funk­tio­nie­ren­de Begeg­nungs­zo­nen, die von Wirt­schaft und Poli­tik gewollt sind. Par­al­lel dazu müs­sen zeit­ge­mä­ße Mobilitäts‑, Park­raum- und Ver­kehrs­kon­zep­te umge­setzt wer­den. „Nur so kann die Fre­quenz in der Innen­stadt auf­recht­erhal­ten und auch ver­bes­sert wer­den“, sag­te Roth­mül­ler-Jan­nach.

Details zur Umfra­ge

Rund 97 Pro­zent der Unter­neh­mer ken­nen das Pro­jekt „Lebens­raum Bahn­hof­stra­ße“, 60 Pro­zent sehen es nicht posi­tiv. Über 70 Pro­zent sind der Mei­nung, dass das Pro­jekt bei der Bevöl­ke­rung nicht gut ankommt, auch die erschwer­te Zufahrt macht 63 Pro­zent der Unter­neh­mer zu schaf­fen. Ledig­lich 17 Pro­zent mei­nen, dass die Bahn­hof­stra­ße nun attrak­ti­ver ist. 53 Pro­zent fin­den, die Fahrt mit dem indi­vi­du­el­len moto­ri­sier­ten Fahr­zeug funk­tio­nie­re gut, 46 Pro­zent sind gegen­tei­li­ger Mei­nung.  Was den Raum für Park­plät­ze betrifft: 49 Pro­zent for­dern mehr Abstell­plät­ze ein, für 22 Pro­zent wird Park­plät­zen zu viel Raum gege­ben, 28 Pro­zent hin­ge­gen sind mit der Situa­ti­on zufrie­den. Wei­ters glau­ben 26 Pro­zent, dass die Innen­stadt in zehn Jah­ren auto­frei sein wird. Rund 66 Pro­zent sind über­zeugt, dass im Jahr 2032 wei­ter­hin PKWs fah­ren wer­den.

 

 

31.12.2022 11:47
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Kla­gen­fur­ter Wirt­schaft for­dert Ver­kehrs­kon­zept Franz Ahm, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Klagenfurt und Elisabeth Rothmüller-Jannach, Obfrau der Sparte Transport und Verkehr

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