Landwirtschaftskammer

Wolfs­ab­schuss: Reso­lu­ti­on an Kärnt­ner Land­tag über­ge­ben

Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber überreichte heute eine Resolution zum Abschuss von Wölfen an Landtagspräsidenten Reinhart Rohr.

Landwirtschaftskammer Kärnten Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber (rechts) übergab die Resolution an Landtagspräsidenten Reinhart Rohr.

© LK Kärnten/Pesentheiner

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Die Land­wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten und Alm­bau­ern for­dern vom Kärntner Land­tag gesetz­li­che Änderungen zur soge­nann­ten Ent­nah­me von Problemwölfen. „Wölfe haben auf Kärntens Almen kei­nen Platz. Wenn wir unse­re Alm­wirt­schaft und unse­re Tie­re schützen wol­len, führt an einem Abschuss kein Weg vor­bei!“ Mit die­sen Wor­ten überreichte heu­te Land­wirt­schafts­kam­mer-Präsident Sieg­fried Huber gemein­sam mit betrof­fe­nen Alm­bau­ern eine in der Voll­ver­samm­lung ein­stim­mig ver­ab­schie­de­te Reso­lu­ti­on an Landtagspräsidenten Rein­hart Rohr.

Rechts­weg auf­ge­zeigt

Wölfe sind durch EU-Recht streng geschützt, der juris­ti­sche Spiel­raum ist eng. „Die­ser stren­ge Schutz muss gelo­ckert wer­den. Aber bis das auf EU-Ebe­ne umge­setzt ist, müssen wir ver­su­chen, vor Ort Ant­wor­ten zu fin­den“, betont Huber. Auf­bau­end auf eine aktu­el­le Rechts­exper­ti­se wur­de daher gemein­sam mit ande­ren Bundesländern nach Lösungen gesucht. Dem­nach sol­len soge­nann­te „Wei­de­schutz­ge­bie­te“ auf Almen ein­ge­rich­tet wer­den. In die­sen Gebie­ten wären Her­den­schutz­maß­nah­men bereits per Defi­ni­ti­on als „unzu­mut­bar und unverhältnismäßig“ aus­ge­schlos­sen. Ergänzend dazu braucht es daher eine zeit­na­he Rechts­de­fi­ni­ti­on von Problemwölfen, die sich dar­an ori­en­tiert, ob Wölfe Nutz­tie­re rei­ßen oder nicht. So könnten die Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen wer­den, bei Nutz­tier­ris­sen auf Almen Wölfe rascher und unbürokratischer als bis­her schie­ßen zu können.

Blu­ti­ge Som­mer-Bilanz

„Her­den­schutz ist im alpi­nen Gelände jeden­falls unzu­mut­bar. Jeder Wolf, der unse­re Tie­re angreift oder tötet, ist ein Pro­blem-Wolf und muss ent­nom­men wer­den können“, for­dert Huber. Er ver­weist auf die blu­ti­ge Bilanz von bereits über vier­zig Scha­fen und Lämmern im heu­ri­gen Alm­som­mer allei­ne in Kärnten. Huber stellt klar: „Das The­ma Wolf eig­net sich nicht für poli­ti­sches Hick­hack. Alle sind auf­ge­for­dert, gemein­sam nach Lösungen zu suchen – und dar­um bit­te ich die Abge­ord­ne­ten im Kärntner Land­tag.“

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Landwirtschaftskammer Kärnten
Ver­tre­ter der Land­wirt­schafts­kam­mer und Land­tags­ab­ge­ord­ne­te bei der Über­ga­be der Reso­lu­ti­on heu­te im Zuge der Land­tags­sit­zung
© LK Kärnten/Pesentheiner

Alm­wirt­schaft in Kärn­ten

  • Die Kärntner Land­wirt­schaft ist seit Jahr­hun­der­ten durch eine natur­na­he Wei­de- und Alm­wirt­schaft geprägt.
  • In Kärnten gibt es rund 1.800 Almen, die rund 16 Pro­zent der gesam­ten Landesfläche bede­cken und 26 Pro­zent der Agrarfläche Kärntens aus­ma­chen.
  • Jährlich wer­den rund 65.800 Stück Vieh von rund 4.000 Betrie­ben auf die hei­mi­schen Almen getrie­ben: 46.700 Rin­der, 17.100 Scha­fe und Zie­gen sowie 2.000 Pfer­de.
  • Durch die Bewei­dung der Almflächen wird ein wesent­li­cher Bei­trag zum Schutz vor Natur­ge­fah­ren, aber auch zur Erhal­tung des Land­schafts­bilds geleis­tet.
  • Rund 30 Pro­zent aller in Österreich vor­kom­men­den Pflan­zen­ar­ten und rund 50 Pro­zent aller Säugetiere, Vögel und Rep­ti­li­en kom­men auf den Almen vor. Die Been­di­gung der Bewirt­schaf­tung von Almen trägt nach­weis­lich zum Ver­lust der bio­lo­gi­schen Viel­falt bei.
22.07.2021 13:47
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Landwirtschaftskammer Kärnten Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber (rechts) übergab die Resolution an Landtagspräsidenten Reinhart Rohr.

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