Startschuss
Lehrgang Politische Bildung: Mehr Frauen in die Politik!
Auf Initiative des Referats für Frauen und Gleichstellung macht man sich beim Lehrgang Politische Bildung zur Aufgabe, Frauen zu motivieren, sich politisch zu engagieren.
Kürzlich fiel der Startschuss des 19. Durchgangs des Lehrgangs Politische Bildung.© Büro LRin Schaar/Wernig
Trotz der statistisch belegten Fortschritte in den letzten Jahren ist die Präsenz von Frauen und Männern in politischen Entscheidungspositionen noch nicht ausgewogen. Frauen sind nach wie vor stark unterrepräsentiert. Auf Initiative des Referats für Frauen und Gleichstellung macht man sich beim 19. Durchgang des Lehrgangs Politische Bildung abermals zur Aufgabe, Frauen zu motivieren, sich politisch zu engagieren.
Gleichstellung heißt die Herausforderung
Die demokratische Vertretung der Bevölkerung ist nur gewährleistet, wenn die Sichtweisen, Erfahrungen und Kompetenzen von Frauen in politischen Entscheidungsprozessen angemessen berücksichtigt werden. „Leider sind unzählige strukturelle und institutionelle Stolpersteine für Frauen in der Politik vorhanden. Teilweise ist es die Unvereinbarkeit von politischer Teilhabe und Familie, manche politische ‚Gepflogenheiten‘ oder aber die Auswahl- und Nominierungsprozesse in Parteien. Nicht die Chancengleichheit, sondern die tatsächliche Gleichstellung ist die Herausforderung“, sagt Landesrätin Sara Schaar.
Deutliches Ungleichgewicht
Der Gemeindebund meldet 2.093 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Österreich, davon sind 10,6 Prozent weiblich. In Kärnten beträgt der Frauenanteil 7,6 Prozent. Auch im Kärntner Landtag ist ein Ungleichgewicht zu verzeichnen: Von 36 Abgeordneten im Landtag sind sechs Frauen. „Die Vernetzung und der überparteiliche Austausch sind wichtig, um Frauen gleichberechtigt — entsprechend ihres Bevölkerungsanteils — in politischen Mandaten und Ämtern voranzubringen“, so Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Martina Gabriel.
Stimmen von Gemeinderätinnen
Während Isabella Gelbmann Gemeinderätin in der Marktgemeinde Eberndorf ist, engagiert sich Maria Grabmann in Bad Bleiberg als Gemeinderätin für Umwelt, Soziales und Frauen.
„Mir ist es wichtig, überparteilich zusammenzuarbeiten. Dafür ist es entscheidend, Kontakte zu knüpfen und sich zu vernetzen. Leider haben wir Frauen in diesem Bereich Aufholbedarf. Nur so können wir Frauen allerdings stärker werden, sowohl in ihrer Präsenz als auch in politischen Führungsebenen.“ — Isabella Gelbmann
Auch Grabmann beschreibt ihre Erwartungen an den Lehrgang als „die Stärkung der Rolle von Frauen in der Politik und die Vermittlung der dazugehörenden Basics“.
Wissenswert
Neben Modulen wie rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen in der Kommunalpolitik oder PR und Öffentlichkeitsarbeit werden Einzelcoachings, eine Exkursion durch den Landtag und Themenabende angeboten. Heuer wird neben anderen namhaften Vortragenden wie Politik- und Rechtswissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle, Rechtswissenschaftlerin Doris Hattenberger und der Leiterin des Verbindungsbüros Kärnten in Brüssel Martina Rattinger auch Antonia Gössinger, ehemalige Chefredakteurin der Kleinen Zeitung, einen Themenabend mit dem Titel „Weibliche Politik — eine Illusion?“ begleiten.

