Die Ernte 2024 fiel in Kärnten unterdurchschnittlich aus, besonders bei Getreide. Landwirtschaftskammer Kärnten-Präsident Siegfried Huber warnt vor den finanziellen Folgen für die Landwirte und fordert von der kommenden Bundesregierung gezielte Maßnahmen, um die heimische Landwirtschaft zu stützen.
LK-Präsident Siegfried Huber, Bio Austria Kärnten-Obmann Johann Kreschischnig, Landwirt Hans Brunner und Erich Roscher ziehen Bilanz über die schwierige Ernte 2024.
Getreideernte enttäuscht, Soja zeigt Stabilität
Die diesjährige Getreideernte war die schwächste seit Jahren. Ein Minus von 19 Prozent im Vergleich zum 5‑Jahres-Durchschnitt sorgte für besorgte Gesichter unter den Bäuerinnen und Bauern. Besser verlief die Ernte bei Soja und Mais. Besonders die Sojabohnenernte zeigte sich zufriedenstellend, während die Maisernte, die noch nicht abgeschlossen ist, eher unterdurchschnittlich ausfallen dürfte.
Witterung setzt Landwirtschaft zu
Die heurige Erntebilanz war stark durch die ungewöhnlichen Witterungsverhältnisse geprägt: Ein regnerischer Herbst 2023 und ein kalter April 2024 sorgten für erschwerte Anbaubedingungen. Hohe Temperaturen im August führten zu einer verfrühten Ernte bei Soja und Mais. Trotz dieser Herausforderungen konnte im Grünland eine gute Ernte eingefahren werden, während der Feldgemüsebau, Ölkürbisse und Obstbau unter den extremen Witterungsverhältnissen litten.
Bio-Landwirtschaft unter Druck
Obwohl die Bioackerflächen in Kärnten weiter wachsen, leiden die Bio-Betriebe unter niedrigeren Erntemengen und vollen Lagern. Vor allem Bio-Getreide steht unter Druck, während bei Bio-Soja eine leichte Erholung der Preise erwartet wird. Der Obmann von Bio Austria Kärnten, Johann Kreschischnig, fordert, dass der Aktionsplan für nachhaltige öffentliche Beschaffung umgesetzt wird, um den inländischen Absatzmarkt zu stärken.
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Die Sojabohnenernte verläuft heuer in Kärnten – im Gegensatz zu vielen anderen Kulturen – weitgehend zufriedenstellend.
Politische Forderungen an die neue Regierung
Siegfried Huber, Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten, sieht die Politik in der Pflicht: „Es braucht eine Inflationsanpassung der EU-Ausgleichszahlungen, steuerbegünstigten Agrardiesel und einen Bürokratieabbau, um die heimische Landwirtschaft zu entlasten.“ Nur so könne der wirtschaftliche Druck auf die Landwirte reduziert und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.
22.10.2024 15:01
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LK-Präsident Siegfried Huber, Bio Austria Kärnten-Obmann Johann Kreschischnig, Landwirt Hans Brunner und Erich Roscher ziehen Bilanz über die schwierige Ernte 2024.