Nach Messerattentat
Flüchtlingsunterkunft wird geschlossen
Aus für Villach-Langauen von der Bundesbetreuungsagentur bestätigt. 75 Menschen werden umgesiedelt.
Das feige und brutale Messerattentat in Villach hat erste, konkrete Konsequenzen, welche aber nicht überall auf Begeisterung stoßen. Die Flüchtlingsunterkunft in Villach-Langauen wird geschlossen, obwohl der mutmaßliche Attentäter dort nie untergebracht war. Die Schließung wurde von der Bundesbetreuungsagentur (BBU) bereits bestätigt. Die Insassen müssen mit Bussen in andere Einrichtungen verlegt werden, darunter befinden sich 39 Kinder.
56 Familien mit 39 Kindern
Auch bei den 20 Mitarbeitern ist der Schock groß. Sie haben erst jetzt erfahren, dass sie ihre Jobs verlieren. Unter den bis zuletzt untergebrachten 75 Personen sind 56 Familien, darunter 39 Kinder, die in Villach die Schule besucht haben. Die berechtigte Frage nach dem Grund der Schließung tut sich auf. Während die BBU auf einen massiven Rückgang der Asylantragszahlen verweist, gibt es auch durchaus kritische Stimmen, welche die Schließung als erste politische Reaktion auf das schreckliche Messerattentat in Villach definieren. Dass die Schließung eher auf politischen, denn auf verteilungstechnischen Gründen beruht, wird seitens der BBU nicht kommentiert.
Bereits in den nächsten Tagen
Ein direkter Zusammenhang mit dem Attentat in Villach besteht definitiv nicht, da der syrische IS-Sympathiesant nie in diesem Lager untergebracht war. Villachs Bürgermeister Günther Albel betont allerdings, dass man mit der Schließung einer langjährigen Forderung der Stadt Villach nachkommen würde. „Die Stilllegung wird in diesen Tagen über die Bühne gehen“, sagt BBU-Geschäftsführer Andreas Achrainer gegenüber dem ORF. Mit dem Aus von Villach-Langauen bleibt in Kärnten nur noch ein Flüchtlingsquartier des Bundes aufrecht, jenes für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge am Faaker See.


