Kulinarik
Slow Food Kärnten baut Netzwerk aus und setzt verstärkt auf kulinarische Reiseangebote
Mit neuen Busreisen, stärkerer Präsenz auf der ITB Berlin und wachsender Kooperation mit Urlaubsbauernhöfen rückt die regionale Esskultur weiter in den Mittelpunkt.
© Foto: KlickKärnten
Kärnten setzt weiterhin auf bewusste Esskultur und regionale Stärke. Slow Food Kärnten präsentierte zum Jahresauftakt sein neues Programm – mit innovativen Busreisen, verstärkter Präsenz auf der ITB Berlin und einem wachsenden Netzwerk regionaler Produzenten.
Vom Pionierprojekt zum starken Netzwerk
Was vor zehn Jahren mit der Präsentation der weltweit ersten Slow Food Travel Region in den Tälern von Gailtal, Gitschtal und Lesachtal auf der ITB in Berlin begann, hat sich zu einer echten Erfolgsbewegung entwickelt. Damals war das Interesse des internationalen Fachpublikums so groß, dass sämtliche Werbematerialien binnen kürzester Zeit vergriffen waren.
Heute zählt Slow Food Kärnten beeindruckende 125 Partnerbetriebe, hunderte Produzenten und mehrere landwirtschaftliche Fachschulen zum Netzwerk. Zudem gibt es bereits 13 Slow Food Villages, die regionale Lebensmittel, Handwerk und Tradition aktiv leben.
Europas stärkste Koch-Allianz auf kleinem Raum
Ein besonderes Aushängeschild ist die 2020 gegründete „Cooks Alliance“, ein Zusammenschluss von 20 Spitzenköchen. Für Obmann Gottfried Bachler ist klar: „Wir verstehen Ernährung nicht nur als Genussbewegung, sondern als Verantwortung.“ Auch Slow-Tourism-Projektmanager Eckart Mandler betont den ganzheitlichen Ansatz: Ziel sei es, das Bewusstsein für heimische Produkte zu stärken und den Bezug zur Natur wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
Kärnten kulinarisch auf internationaler Bühne
Ein Highlight 2026 ist der Auftritt bei der ITB Berlin von 3. bis 5. März. Gemeinsam mit dem Land Kärnten und der Kärnten Werbung wird es eine Slow-Food-Jausenstation geben – inklusive dem vielzitierten „besten Jausenbrot der Welt“. Auch am Österreich-Stand soll die Kärntner Handschrift klar erkennbar sein. Kulinarik spielt bei Reiseentscheidungen eine immer größere Rolle – entsprechend werden Online-Kampagnen, TV-Kooperationen und internationale Pressereisen weiter ausgebaut.
Neue Genuss-Busreisen durch Kärnten
Ab Frühjahr starten neue kulinarische Reiseprogramme in Kooperation mit Kärntner Busunternehmen. Diese richten sich sowohl an Gäste als auch an Einheimische und ermöglichen authentische Genuss-Erlebnisse in allen Regionen des Landes.
Kooperation mit Urlaubsbauernhöfen wird ausgebaut
Auch das internationale Projekt „Slow Farms“ wird weiterentwickelt – gemeinsam mit „Urlaub am Bauernhof“. Wie nachhaltige Landwirtschaft und touristische Qualität Hand in Hand gehen, zeigt etwa der Bi-Vitalhof Bacherhof am Millstätter See. Ein weiteres Vorzeigeprojekt ist das Slow Food Village Obervellach, das mit dem Buch „Hier kocht das Dorf“ die gelebte Dorfküche dokumentiert.
Nahversorgung als Zukunftsmodell
Als Musterbeispiel für regionale Wertschöpfung gilt der gerettete Adeg-Nahversorger mit Café „Leben im Mittelpunkt LiM“ in Arriach. Fast die Hälfte des Sortiments stammt von lokalen und regionalen Produzenten – ein starkes Signal für funktionierende Dorfgemeinschaften. Neu im Netzwerk ist außerdem die Slow Wine Coalition, die den Fokus auf nachhaltigen Weinbau legt.
Stolz auf Kärntens Produkte
Die Initiatoren appellieren an die Bevölkerung, die Qualität heimischer Lebensmittel selbstbewusst nach außen zu tragen. Denn Kärnten zeigt eindrucksvoll, wie lebendige Esskultur, Tourismus und regionale Identität erfolgreich zusammenspielen können.
Fazit: Slow Food Kärnten bleibt Vorreiter in Sachen nachhaltiger Genusskultur – mit starken Partnern, innovativen Ideen und klarer Vision für die Zukunft.
