Klagenfurt

Jugend­li­che rei­nig­ten Stol­per­stei­ne in Kla­gen­furt

Schülerinnen und Schüler der HTL Mössingerstraße reinigten die 39 Stolpersteine in Klagenfurt und setzten damit ein starkes Zeichen für Erinnerung, Respekt und gegen das Vergessen.

Jugend­li­che rei­nig­ten Stol­per­stei­ne in Kla­gen­furt Lehrerin Mag. Gerda Wobik, Manfred Morokutti vom Mauthausen Komitee, Bürgermeister Christian Scheider und Schülerinnen und Schüler der HTL Mössingerstraße reinigten gemeinsam die Stolpersteine in Klagenfurt.

© Foto: Stadtkommunikation Klagenfurt

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Schü­le­rin­nen und Schü­ler der HTL Mös­sin­ger­stra­ße setz­ten in der Kla­gen­fur­ter Innen­stadt ein sicht­ba­res Zei­chen gegen das Ver­ges­sen. Gemein­sam mit dem Maut­hau­sen Komi­tee Kärnten/Koroška und Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schei­der rei­nig­ten sie die 39 Stol­per­stei­ne der Stadt.

Es sind klei­ne Mes­sing­ta­feln im Boden, doch ihre Bedeu­tung ist groß: Die 39 Stol­per­stei­ne in Kla­gen­furt erin­nern an Men­schen, die wäh­rend der NS-Zeit ver­folgt, ver­trie­ben, depor­tiert oder ermor­det wur­den. Vor ihren ehe­ma­li­gen Wohn- oder Arbeits­stät­ten hal­ten sie die Erin­ne­rung an zer­stör­te Bio­gra­fien wach.

Am Don­ners­tag über­nah­men Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Ethik­grup­pen der 4AHBG und 4BHBG der HTL Mös­sin­ger­stra­ße die jähr­li­che Rei­ni­gung der Gedenk­stei­ne in der Innen­stadt. Mit Spe­zi­al­putz­mit­teln und Tüchern wur­den die Tafeln gesäu­bert und auf­po­liert, damit Namen und Schick­sa­le der Opfer wie­der deut­lich sicht­bar sind.

Zei­chen gegen Ras­sis­mus

Beglei­tet wur­de die Akti­on von Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schei­der, Leh­re­rin Mag. Ger­da Wobik und Man­fred Mor­okut­ti B.A. MA, dem Vor­sit­zen­den des Maut­hau­sen Komi­tees Kärnten/Koroška. Schei­der dank­te den Jugend­li­chen für ihren Ein­satz. Es sei nach wie vor uner­läss­lich, sich gegen Ras­sis­mus und Men­schen­feind­lich­keit zu stel­len und regel­mä­ßig öffent­li­che Zei­chen gegen das Ver­ges­sen zu set­zen.

Die Lan­des­haupt­stadt Kla­gen­furt sei sich ihrer Ver­ant­wor­tung in der Erin­ne­rungs­kul­tur bewusst, beton­te der Bür­ger­meis­ter. Beson­ders erfreu­lich sei, dass auch jun­ge Men­schen die­se Ver­ant­wor­tung mit­tra­gen und sich aktiv mit der Geschich­te aus­ein­an­der­set­zen.

„Aus Respekt und Anstand“

Die 17- bis 19-jäh­ri­gen Schü­le­rin­nen und Schü­ler erklär­ten ihre Moti­va­ti­on klar: Sie wür­den aus Respekt und Anstand gegen­über den Opfern mit­ma­chen. Man wol­le dar­an erin­nern, was damals pas­siert sei, aber auch dar­auf auf­merk­sam machen, was aktu­ell in der Welt gesche­he. Men­schen, denen damals der Platz in der Gesell­schaft genom­men wur­de, soll­ten wie­der in die Erin­ne­rung mit­ein­ge­schlos­sen wer­den.

Auch Mor­okut­ti wür­dig­te das Enga­ge­ment der Jugend­li­chen. Die Akti­on zei­ge, dass reflek­tier­te jun­ge Men­schen bereit sei­en, der Gesell­schaft etwas zurück­zu­ge­ben und den Opfern von Hass, Ver­fol­gung und Extre­mis­mus im ehren­den Geden­ken Respekt zu erwei­sen.

Das Pro­jekt „Stol­per­stei­ne“ des deut­schen Künst­lers Gun­ter Dem­nig gilt als größ­tes dezen­tra­les Kunst- und Erin­ne­rungs­pro­jekt Euro­pas. Mehr als 116.000 Stei­ne wur­den bereits in fast 1.900 Kom­mu­nen in 31 euro­päi­schen Län­dern ver­legt.

26.06.2026 08:45
Anzeige
Jugend­li­che rei­nig­ten Stol­per­stei­ne in Kla­gen­furt Lehrerin Mag. Gerda Wobik, Manfred Morokutti vom Mauthausen Komitee, Bürgermeister Christian Scheider und Schülerinnen und Schüler der HTL Mössingerstraße reinigten gemeinsam die Stolpersteine in Klagenfurt.

© Foto: Stadtkommunikation Klagenfurt