Gottfried Hatzenbichler

„Der Bau ist der Motor der Wirt­schaft“

Gottfried Hatzenbichler aus Kappel am Krappfeld ist Betriebsratsvorsitzender des Baukonzerns „Porr“. Welche Bedeutung hat der Betriebsrat? Und welche Herausforderungen hat ein Betriebsrat im beruflichen Alltag zu bewältigen? Hatzenbichler im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.

„Der Bau ist der Motor der Wirt­schaft“ Gottfried Hatzenbichler: „Wir müssen die Spaltung der Gesellschaft verhindern, was bereits am Arbeitsplatz beginnt.“

© Alois Peer

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Der Öster­rei­chi­sche Gewerk­schafts­bund (ÖGB) macht heu­er mit einer Kam­pa­gne auf die Bedeu­tung des Betriebs­rats auf­merk­sam und ani­miert damit zu Grün­dun­gen von Betriebs­rats­kör­per­schaf­ten. Dem Betriebs­rat kommt in einem Unter­neh­men eine bedeu­ten­de Rol­le zu: Er hat selbst­ver­ständ­lich die Inter­es­sen der Mit­ar­bei­ter zu wah­ren, ohne jedoch die erfolg­rei­che Ent­wick­lung des Unter­neh­mens aus den Augen zu ver­lie­ren.

Lan­des­vor­sit­zen­der der Gewerk­schaft für Bau und Holz

„Betriebs­rat zu sein, ist nicht nur ein Beruf, es ist eine Beru­fung“, sagt Gott­fried Hat­zen­bich­ler im Gespräch mit „KLiCK Kärn­ten“. Der 49-Jäh­ri­ge aus Kap­pel am Krapp­feld (sie­he „Zur Per­son“ unten) ist seit dem Jahr 2002 Betriebs­rat im Bau­ern­kon­zern „Porr“ und steht seit 2011 dem Betriebs­rat in Kärn­ten als Vor­sit­zen­der vor, seit 2019 auch öster­reich­weit. Zudem ist er Lan­des­vor­sit­zen­der der Gewerk­schaft für Bau und Holz. Er kennt die Anlie­gen der Arbei­ter aus der Pra­xis: Er stieg vor 22 Jah­ren als Fach­ar­bei­ter ins Unter­neh­men ein und war spä­ter unter ande­rem auch Maschi­nist.

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Gott­fried Hat­zen­bich­ler ist auch Lan­des­vor­sit­zen­der der Gewerk­schaft für Bau und Holz.
© Jost & Bay­er

Besuch von Bau­stel­len

So oft es sein beruf­li­cher All­tag erlaubt, besucht er Bau­stel­len, vor allem in Kärn­ten und in Wien. „Um die Inter­es­sen der Arbei­ter zu ver­tre­ten, ist es wich­tig, dort ein Ohr für sie zu haben, wo sie tag­täg­lich gefor­dert sind – auf der Bau­stel­le“, begrün­det Hat­zen­bich­ler. Die Zeit der Pan­de­mie macht die Her­aus­for­de­run­gen auch als Gewerk­schafts­ver­tre­ter deut­lich. Denn: „Der Bau ist der Motor der Wirt­schaft.“ Als zu Spit­zen­zei­ten der Pan­de­mie auch zahl­rei­che Bau­fir­men in Öster­reich ihre Mit­ar­bei­ter zu Kurz­ar­beit ange­mel­det hat­ten, galt es ein­mal mehr dafür zu sor­gen, dass die Arbei­ter gerecht behan­delt und ent­lohnt wer­den. Als Gewerk­schafts­ver­tre­ter sitzt Hat­zen­bich­ler auch am Tisch, wenn der Kol­lek­tiv­ver­trag für rund 120.000 Bau­ar­bei­ter in Öster­reich ver­han­delt wird.

Betriebs­rat in der Rol­le des Ver­mitt­lers

Als Betriebs­rat hat Hat­zen­bich­ler nicht nur zwi­schen Arbei­ter­ge­ber und Arbeit­neh­mer zu ver­mit­teln, son­dern in Zei­ten wie die­sen auch unter den Arbei­tern. „Wir müs­sen die Spal­tung der Gesell­schaft ver­hin­dern, was bereits am Arbeits­platz beginnt“, spielt er auf die aktu­el­le Dis­kus­si­on zum The­ma Coro­na-Imp­fung an. Ein Bei­spiel aus der Pra­xis: „Arbei­ter wol­len nicht mit einem Lehr­ling gemein­sam im Auto zur Bau­stel­le fah­ren, weil er nicht geimpft ist.“ Hat­zen­bich­lers Rezept ist ein Vor­ge­hen mit Soli­da­ri­tät und Respekt vor der Mei­nungs­frei­heit. Egal ob Impf­be­für­wor­ter oder Impf­geg­ner – wie in allen ande­ren Fra­gen wird jeder Mit­ar­bei­ter gleich­wer­tig behan­delt.

 

Zur Per­son

Gott­fried Hat­zen­bich­ler (49) wohnt in Kap­pel am Krapp­feld. Er ist ver­hei­ra­tet und Vater von drei Kin­dern (zwei Söh­ne und eine Toch­ter). Die Söh­ne sind wie der Vater im Bau­kon­zern „Porr“ beschäf­tigt, in dem sie eine Leh­re absol­vie­ren. In sei­ner Frei­zeit enga­giert sich Hat­zen­bich­ler unter ande­rem als Vize­prä­si­dent des Fuß­ball­ver­eins SC Kap­pel und wid­met sich als Aus­gleich zum beruf­li­chen All­tag der Jagd.

 

14.11.2021 17:29
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„Der Bau ist der Motor der Wirt­schaft“ Gottfried Hatzenbichler: „Wir müssen die Spaltung der Gesellschaft verhindern, was bereits am Arbeitsplatz beginnt.“

© Alois Peer