„Girls go Technik“
Multiplikatorinnen schlossen Ausbildung ab
Landesrätin Sara Schaar und Frauenbeauftragte Martina Gabriel überreichen Abschlusszertifikate an Teilnehmerinnen von Multiplikatorinnen-Schulung. Dabei handelt es sich um ein nachhaltiges Projekt zur Sicherung von Angeboten für geschlechterreflektierende Berufsorientierung.
© Büro LR Schaar
Seit mittlerweile vier Jahren wird das vom Referat für Frauen und Gleichstellung des Landes Kärnten geförderte Projekt „Girls go Technik“ umgesetzt. Ziel ist es, Mädchen und junge Frauen, Eltern, Bezugspersonen, Ausbildungsverantwortliche und Unternehmen für geschlechterreflektierende Berufsorientierung zu sensibilisieren. Das Projekt wird jährlich evaluiert und an aktuelle Anforderungen angepasst. Am gestrigen Donnerstag wurden in Klagenfurt die Abschlusszertifikate an die elf Absolventinnen der Multiplikatorinnen-Schulung im Rahmen des Projekts „Girls go Technik“ verliehen.
Multiplikatorinnen-Schulung startete heuer
„Vor allem während der Pandemie war es vielen Jugendlichen, insbesondere Mädchen und jungen Frauen, nicht möglich, sich aktiv mit technisch-handwerklichen Berufen und Ausbildungswegen auseinanderzusetzen und erste Hands-on-Erfahrungen zu sammeln. Um nachhaltig ein Angebot für geschlechterreflektierende Berufsorientierung für Kärnten zu sichern und so unseren Fachkräften von morgen alle Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten aufzuzeigen, wurde heuer im Rahmen des Projektes eine Multiplikatorinnen-Schulung ins Leben gerufen“, erklärt Jugend- und Frauen-Landesrätin Sara Schaar. Zielgruppe für die Schulung waren volljährige Frauen mit pädagogischem oder technischem Hintergrund.
93 Schülerinnen bei Multiplikatorinnen-Ausbildung
Die theoretische und praktische Ausbildung der Multiplikatorinnen, die im Jänner dieses Jahres startete, umfasste mehrere Schwerpunkte, etwa Gender und Gleichstellung, Handwerk und Technik sowie die didaktische Umsetzung mit der Zielgruppe Mädchen. Den Abschluss bildete die praktische Anwendung des Gelernten im Rahmen von Workshops an Schulen. Insgesamt nahmen 93 Schülerinnen der Mittelschulen Velden, Kühnsdorf, St. Stefan (Christine Lavant) und Rennweg an den praktischen Workshops teil.
Absolventinnen werden Role-Models
„Multiplikatorinnen-Schulungen wie diese ermöglichen den Teilnehmerinnen eine Öffnung hin zu Gleichstellungspolitik und eröffnen Mädchen und Frauen arbeitsmarktpolitische Perspektiven für handwerklich-technische Berufe. Die Absolventinnen fungieren zukünftig als Role Models und können das erworbene Fachwissen in regionalen Angeboten als Multiplikatorinnen umsetzen“, sagt Christine Erlach, Geschäftsleiterin von „EqualiZ“. Auch Landes-Frauenbeauftragte Martina Gabriel unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Gerade im Schul- und Jugendalter werden Weichen für die weitere berufliche Karriere und Lebensplanung gestellt. Geschlechterreflektierende Berufsorientierung ist die Basis zur Eröffnung von Berufswelten abseits von gesellschaftlichen Rollenbildern und für eine finanziell unabhängige Zukunft.“
Frauenanteil in technischen Berufen steigt
Ein Blick auf die Statistik zeigt: Im Betrachtungszeitraum zwischen 2015 und 2021 stieg der Frauenanteil in technischen Berufen langsam an, mit dem Lehrberuf Metalltechnik ist auch ein technischer Beruf in den Top 10 der weiblichen Lehrberufe 2021 zu finden. Sandra Riebenbauer, Teilnehmerin der Schulung, machte genau deshalb die Ausbildung: „Ich komme selbst aus einem männlich dominierten Handwerksberuf und weiß daher sehr genau, wie viel Aufklärungsarbeit noch notwendig ist, um Frauen für technische Berufe zu begeistern. Ich liebe es, Menschen zu empowern und ihnen einen Zugang zu ihren Talenten aufzuzeigen. Die Multiplikatorinnen-Schulung ist eine zukunftsorientierte Ausbildung, die uns die Möglichkeit gibt, Mädchen und Frauen einen Zugang zu ihren handwerklichen und technischen Talenten zu eröffnen.“

