Kärntner Landtag

Wind­rä­der auf Kärnt­ner Ber­gen?

Zu einer Enquete zum Thema „Windräder auf Kärntner Bergen“ im Kärntner Landtag begrüßte gestern, am 28. September Landtagspräsident Reinhart Rohr nicht nur die Abgeordneten des Kärntner Landtages, sondern auch Bundesräte und Nationalräte sowie Experten von Seiten des Alpenvereins.

Wind­rä­der auf Kärnt­ner Ber­gen? Enquete im Kärntner Landtag zum Thema „Windräder auf Kärntner Bergen?

© LPD Kärnten/Didi Wajand

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Rohr hielt klar fest, dass die not­wen­di­ge Ener­gie­wen­de einen Wech­sel, weg von fos­si­len Ener­gie­trä­gern hin zu erneu­er­ba­ren Ener­gie­lie­fe­ran­ten, ver­lan­ge. „Zu jeder Zeit muss erneu­er­ba­re Ener­gie ver­füg­bar sein, das muss unser Ziel sein.

Zeit ist Knapp es gibt kei­ne Alter­na­ti­ve

Der Aus­stieg aus fos­si­len Ener­gie­roh­stof­fen ist das Gebot der Stun­de, wol­len wir alle die Kli­ma­zie­le ein­hal­ten und die Erd­er­wär­mung redu­zie­ren. Die Zeit ist knapp, es gibt kei­ne Alter­na­ti­ve zur Ener­gie­wen­de“, so Rohr in sei­nem Ein­gangs­state­ment. So wür­de sich allei­ne der Strom-Mehr­be­darf rein aus erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­len auf 2,1 Ter­ra­watt-Stun­den in Kärn­ten belau­fen. Es gehe laut Rohr aber nicht allein dar­um, stän­dig den Mehr­be­darf an Strom decken zu müs­sen. „Wir müs­sen auch Ein­spar­po­ten­zi­al heben, der Ener­gie­be­darf kann nicht ins ufer­lo­se stei­gen. Zudem sind Boden­ver­sie­ge­lung, Land­schafts­bild und Natur­raum beim Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gie mit zu berück­sich­ti­gen“, hielt Rohr fest. So sei­en bei­spiels­wei­se unbe­rühr­te Natur­räu­me wei­ter­hin als sol­che zu erhal­ten. „Die Nut­zungs­for­men unse­rer Kul­tur­land­schaft sind genau zu defi­nie­ren. Mit der Debat­te heu­te wol­len wir dar­auf ein­ge­hen, dass der Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gie Hand in Hand gehen muss mit Natur-Schutz, Land­schafts­bild und Res­sour­cen-Nut­zung“, erklär­te Rohr.

Nach­hal­ti­ge Ener­gie­si­cher­heit wird zum Stand­ort­fak­tor

Ener­gie­lan­des­rat Sebas­ti­an Schu­sch­nig ver­wies auf die neue Ener­gie­stra­te­gie, deren Aus­ar­bei­tung in Kärn­ten begon­nen hat und die erst­mals auch die volks­wirt­schaft­li­chen Effek­te eben­so berück­sich­ti­gen wer­de wie die Aus­wir­kun­gen auf den Wirt­schafts­stand­ort und das Kli­ma. Zudem sei ein eige­nes Ener­gie­wen­de­ge­setz in Vor­be­rei­tung. „Die nach­hal­ti­ge Ener­gie­si­cher­heit wird immer mehr zum Stand­ort­fak­tor. Wir wer­den des­halb das Tem­po beim Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gie deut­lich erhö­hen und kön­nen die Trend­wen­de hin zur erneu­er­ba­ren Ener­gie­pro­duk­ti­on her­bei­füh­ren unter ande­rem auch mit einem kla­ren Para­dig­men­wech­sel im Umgang mit ent­spre­chen­den Pro­jek­ten. Es geht um ermög­li­chen, an Stel­le Ver­hin­derns. Im Fokus ste­hen die Ver­sor­gungs­si­cher­heit der Bevöl­ke­rung, die Unab­hän­gig­keit von Ener­gie­lie­fe­ran­ten aus ande­ren Län­dern sowie der sorg­sa­me Umgang mit Boden und Res­sour­cen“, stell­te Schu­sch­nig klar. Noch im Herbst star­ten die wis­sen­schaft­li­che Bedarfs­pro­gno­se für Kärn­ten im Rah­men der neu­en Stra­te­gie, die Poten­zi­al­erhe­bung für erneu­er­ba­re Ener­gie­er­zeu­gung in Kärn­ten fol­ge auf die­se Bedarfs­er­he­bung.

Jede Epo­che habe sicht­ba­re Ver­än­de­run­gen her­bei­ge­führt

Fos­si­le Ener­gie­trä­ger kön­nen nicht die Zukunft sein. Auch hier gel­te im Sin­ne der Unab­hän­gig­keit die Regio­na­li­tät als Gebot der Stun­de. „Wir wer­den die Wen­de nur mit einem intel­li­gen­ten Mix aus erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern aus Son­nen­kraft, Was­ser­kraft, Bio­mas­se, aber eben auch Wind­kraft, wo es sinn­voll und ver­träg­lich ist, her­bei­füh­ren kön­nen. Auch neue Tech­no­lo­gien wie Was­ser­stoff müs­sen wir mas­siv för­dern. Dabei müs­sen wir die Bevöl­ke­rung mit­neh­men. Denn ja, die Ener­gie­wen­de wird man auch sehen“, sprach Schu­sch­nig die Errich­tung von Wind­rä­dern an. Der Lan­des­rat ver­wies jedoch auf die bis­he­ri­ge Ent­wick­lung – jede Epo­che habe durch Land­wirt­schaft, Indus­trie oder Städ­te­bau sicht­ba­re Ver­än­de­run­gen her­bei­ge­führt und hin­ter­las­sen. Schu­schig brach­te Bei­spie­le wie die Schi­ge­bie­te, die Köln­br­ein­sper­re, die mitt­ler­wei­le auch zu den Top-Aus­flugs­zie­len Kärn­tens zählt.

„Es ist unser Auf­trag, im Zuge der Ener­gie­wen­de auf beson­ders Schüt­zens­wer­tes Rück­sicht zu neh­men. Wo aber bei­spiels­wei­se Seil­bah­nen ste­hen, sehen wir ein gro­ßes Poten­zi­al für Vor­rei­ter­pro­jek­te im Sin­ne der Ener­gie­wen­de. Es gilt also, bestehen­den Infra­struk­tur zu nut­zen“, so Schu­sch­nig.

Mehr Mut an Tem­po wird not­wen­dig sein

Jeg­li­cher Aus­bau moder­ner Ener­gie­trä­ger habe sowohl mit der Öko­lo­gie wie auch mit der Öko­no­mie im Ein­klang zu ste­hen. Jeden­falls wer­de ein Mehr an Mut, an Tem­po not­wen­dig sein, um ener­gie­un­ab­hän­gig, kri­sen­si­cher und ver­sor­gungs­si­cher in die Zukunft zu gehen. „Wir wer­den sicher­lich nicht alles zupflas­tern, aber dort, wo es öko­no­misch und öko­lo­gisch sinn­voll ist, muss es künf­tig schnel­ler gehen“, so Schu­sch­nig.

Mas­si­ve Ein­grif­fe in Berg­land­schaft

Die Refe­ren­ten Erich Auer, Natur­schutz­re­fe­rent des Alpen­ver­ein Kärn­ten und Mit­glied des Kärnt­ner Naturschutzbeirates/Umweltanwaltes und Lilia­na Dagos­tin, vom Öster­rei­chi­schen Alpen­ver­ein und Abtei­lungs­lei­te­rin Raum­pla­nung und Natur­schutz nah­men in ihren State­ments Bezug auf einen Wind­kraft­aus­bau und warn­ten vor zu mas­si­ven Ein­grif­fen in Berg­land­schaft, Berg­fau­na und –flo­ra und den Aus­wir­kun­gen von Wind­rä­dern auf Ber­gen. Bei­de appel­lier­ten auch, Strom in Zukunft ein­zu­spa­ren und das mobi­le Ver­hal­ten zu ändern.

Gebie­te wie Ger­lit­ze als Stand­ort für Wind­kraft­an­la­gen

Aus der Pra­xis bezog Manu­el Kapel­ler-Hopf­gart­ner, Pro­ku­rist der Berg­bah­nen Ger­lit­zen Alpe und Fach­grup­pen­ob­mann Seil­bah­nen in der Kärnt­ner Wirt­schafts­kam­mer Stel­lung zur not­wen­di­gen Ener­gie­wen­de sowie der Nut­zung von bereits auf­ge­schlos­se­ner Gebie­te wie die Ger­lit­zen für die Errich­tung von Wind­kraft­an­la­gen.

Dor­ner sprach über die Bedeu­tung der Wind­kraft

Franz Dor­ner, bekann­ter Ener­gie­land­wirt und in Kärn­ten Wind­kraft­pio­nier und Inno­va­tor sprach zum The­ma „Ener­gie­po­li­ti­sche Bedeu­tung der Wind­kraft ins­be­son­de­re in den Win­ter­mo­na­ten“ und ver­wies auf den not­wen­di­gen Ener­gie­mix aus erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern, der not­wen­dig ist, um die Ver­sor­gung kon­ti­nu­ier­lich sicher zu stel­len.

29.09.2023 10:00
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Wind­rä­der auf Kärnt­ner Ber­gen? Enquete im Kärntner Landtag zum Thema „Windräder auf Kärntner Bergen?

© LPD Kärnten/Didi Wajand