Politik

Wahl­ter­min für Dani­el Fell­ner wackelt:

SPÖ und ÖVP ringen hinter den Kulissen um Absprachen – Zweifel an Handschlagsqualität überschatten die geplante Amtsübergabe von Peter Kaiser an Daniel Fellner.

Wahl­ter­min für Dani­el Fell­ner wackelt:Noch ist der Wahltermin offen: Die geplante Amtsübergabe von Peter Kaiser an seinen designierten Nachfolger Daniel Fellner wird von koalitionsinternen Abstimmungen überschattet.

© KLiCK Kärnten/Kowal sen.

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Pas­siert da mehr als nur ein Ter­min­ver­schie­ben?

In Kärn­ten ste­hen wir ein­mal mehr an einem Schei­de­weg: Nach 13 Jah­ren Amts­zeit über­gibt Peter Kai­ser sein Amt als Lan­des­haupt­mann an sei­nen desi­gnier­ten Nach­fol­ger Dani­el Fell­ner. Eigent­lich kla­rer Fahr­plan: Kai­ser geht Ende März, und am 2. April soll Fell­ner im Kärnt­ner Land­tag gewählt wer­den. Doch offen­bar wackelt die­ser Ter­min – und das zeigt, wie schwer sich die poli­ti­sche Klas­se tut, wenn es ein­mal nicht nur um Inhal­te, son­dern ums Ver­trau­en geht.

Was nach einer rou­ti­nier­ten Per­so­nal­ro­cha­de klingt, ent­wi­ckelt sich schnell zur kom­mu­ni­ka­ti­ven Zer­reiß­pro­be inner­halb der rot-schwar­zen Koali­ti­on. Die ÖVP fühlt sich offen­bar über­rascht und außen vor gelas­sen – ein Lehr­stück in Koali­ti­ons­kom­mu­ni­ka­ti­on, das man nicht mal in einer Gemein­de­rats­frak­ti­on ger­ne erlebt. Dass not­wen­di­ge Abspra­chen noch nicht getrof­fen sind, ist kein Dra­ma per se – aber der Umstand, dass ernst­haft über eine Ver­schie­bung des Land­tags­ter­mins spe­ku­liert wird, offen­bart ein struk­tu­rel­les Pro­blem: die Koali­ti­on pflegt Ver­ein­ba­run­gen nur so lan­ge, wie sie ihr oppor­tun erschei­nen.

Poli­to­lo­gin Kath­rin Stai­ner-Häm­mer­le ges­tern im ORF Inter­view hat zu Recht auf die «atmo­sphä­ri­sche Stö­rung» hin­ge­wie­sen: Koali­tio­nen leben nicht nur von gemein­sa­men Pro­jek­ten, son­dern von Ver­trau­en und Hand­schlags­qua­li­tät – und bei­des scheint der­zeit ange­kratzt. Wenn schon der Ter­min zur Wahl eines neu­en Lan­des­haupt­manns zum Zank­ap­fel wird, lässt das Böses für die kom­men­den, wirk­lich har­ten Debat­ten um Struk­tur­re­for­men, Bud­get­fra­gen oder Steu­er­fra­gen ahnen.

Mil­dernd mag wir­ken, dass die SPÖ mit Fell­ner einen Mann an der Spit­ze hat, der par­tei­in­tern breit getra­gen wur­de. Doch gera­de die­ser par­tei­in­ter­ne Rück­halt könn­te ihm in der Koali­ti­on weni­ger hel­fen als gedacht: Je mehr Fell­ner als SPÖ-Chef pro­fi­lie­ren will, des­to mehr wächst das Kon­kur­renz­ver­hält­nis zur ÖVP, die – anders als in frü­he­ren Jah­ren – nicht gewillt scheint, nur Sta­tist zu spie­len. Die­se Dyna­mik birgt die Gefahr, dass aus einem geord­ne­ten Über­gang ein poli­ti­sches Spek­ta­kel wird, noch bevor der neue Lan­des­haupt­mann über­haupt sein Amt ange­tre­ten hat.

Und wäh­rend dar­über gestrit­ten wird, wann denn end­lich gewählt wird, dro­hen die wirk­li­chen Lan­des­her­aus­for­de­run­gen – von demo­gra­fi­schen Pro­ble­men über Wirt­schafts­struk­tur bis zur Tou­ris­mus- und Bil­dungs­land­kar­te – aus dem Blick zu gera­ten. Das Kärn­ten von mor­gen ver­dient mehr Sub­stanz, als ein ver­zö­ger­tes Foto­shoo­ting im Land­tag.

25.02.2026 07:00
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Wahl­ter­min für Dani­el Fell­ner wackelt:Noch ist der Wahltermin offen: Die geplante Amtsübergabe von Peter Kaiser an seinen designierten Nachfolger Daniel Fellner wird von koalitionsinternen Abstimmungen überschattet.

© KLiCK Kärnten/Kowal sen.