Naturschutz
Naturschutzbund warnt vor Schwächung des Wolfsbestands
Naturschutzbund warnt vor weiteren Eingriffen: In Österreich wurden weniger Rudel, kaum Nachwuchs und mehr Abschüsse als nachgewiesene Welpen registriert.
© Foto: c_Pixabay
Im Monitoringjahr 2025/26 wurden in Österreich acht Wolfsrudel nachgewiesen – eines weniger als im Jahr zuvor. Nur vier Rudel leben vollständig in Österreich, die übrigen sind grenzübergreifend unterwegs. Der Naturschutzbund Österreich sieht den heimischen Wolfsbestand weiterhin als fragil.
Weniger Rudel, wenig Nachwuchs
In lediglich drei Rudeln wurde Fortpflanzung bestätigt. Insgesamt konnten mindestens sieben Welpen nachgewiesen werden. Unklar ist laut Naturschutzbund, ob einige Rudel – insbesondere in Kärnten – noch bestehen. Seit 2018 haben sich österreichweit fünf Rudel wieder aufgelöst.
Kritik an Abschüssen
Gleichzeitig wurden im Monitoringjahr 2025/26 insgesamt 27 Wölfe offiziell getötet – darunter auch Jungtiere. Damit liegt die Zahl der Abschüsse deutlich über jener der nachgewiesenen Welpen. „Das Beispiel legt die Schieflage zwischen lückenhafter Datengrundlage und intensiven Eingriffen offen“, sagt Lucas Ende, Experte beim Naturschutzbund Österreich.
Bauern sehen wachsenden Druck
Aus Sicht vieler Bäuerinnen und Bauern stellt sich die Lage jedoch anders dar. Vor allem auf Almen und Weiden sorgen Wölfe für Verunsicherung. Gerissene Nutztiere, verletzte Herden und der zusätzliche Aufwand für Schutzmaßnahmen belasten landwirtschaftliche Betriebe zunehmend. Besonders kleinere Betriebe sehen sich mit Herdenschutz, Zäunen, Hunden und Kontrollen oft organisatorisch und finanziell überfordert.
Viele Landwirte fordern daher klare Regeln, rasche Entscheidungen und praktikable Lösungen, wenn Wölfe wiederholt Nutztiere reißen oder sich Weideflächen kaum wirksam schützen lassen. Für sie geht es nicht nur um Naturschutz, sondern auch um Tierwohl, Existenzsicherung und den Erhalt der Almwirtschaft.
Forderung nach besserem Management
Weitere Abschuss-Erleichterungen sind in mehreren Bundesländern geplant oder bereits umgesetzt. Während der Naturschutzbund vor pauschalen Eingriffen warnt, verlangen Vertreter der Landwirtschaft mehr Handlungsspielraum bei Problemwölfen.
Der Naturschutzbund fordert ein Wolfsmanagement auf Basis belastbarer Daten, mehr Monitoring, Herdenschutz und sachliche Information. Für die Bauern ist entscheidend, dass Schutzmaßnahmen auch in der Praxis funktionieren und Schäden nicht allein bei den Betrieben hängen bleiben.


