Kärntner Sparkasse
Erster Kärntner Biodiversitäts-Preis vergeben
Durch nachhaltige und umweltbewusste Projekte sollen neue Wege und Lösungsansätze zur Erhaltung der Artenvielfalt unterstützt werden. „Die Goldene Apis“, eine Initiative der Privatstiftung Kärntner Sparkasse zum Natur- und Artenschutz, holt Initiativen vor den Vorhang.
© Simone Attisani
Bei der Premiere des Biodiversitäts-Wettbewerbes der Privatstiftung Kärntner Sparkasse reichten 90 Initiativen aus Kärnten ihre Projekte ein. In drei Kategorien wurden die Gewinner durch eine Jury ermittelt. Insgesamt wurde „Die Goldene Apis“ mit Preisgeldern von 57.000 Euro dotiert.
Verein INIZIA
Apis-Gewinner in der Kategorie Vereine, Bildungseinrichtungen und Kooperationsprojekte ist der Verein INIZIA mit dem Projekt „Senal — Smart Environment/Natura 2000 Living Lab“, in dem Biodiversitätsmonitoring, Bildungsarbeit, Citizen Science und Hochtechnologie verbunden werden. Der Lakeside Park ist einer der Projektträger, als Koordinatoren zeichnen Peter und Rolf Holub verantwortlich. Im Natura 2000-Gebiet Lendspitz-Maiernigg werden der Ist-Zustand und die Entwicklung der Biodiversität mit Datenerhebungsmethoden für die Zukunft des Schutzgebietes erhoben. Zudem werden Prototypen von neuem, technischen Equipment entwickelt. Für Jugendliche und Familien gibt es Kurse, um Menschen in die Naturbeobachtung und Datenerhebung einzubinden. Dadurch soll die Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit gestärkt und Klagenfurt auf dem Weg zu einer „Smart City“ unterstützt werden. Ergebnisse liefert das Projekt schon jetzt: So wurden Tier- und Amphibienarten neu nachgewiesen, wie die Entdeckung der neuen Fledermausart „Steppen-Bartfledermaus“ und stark gefährdeter Fledermausarten. Diese Lebewesen benötigen gezielte Maßnahmen durch Umgestaltung von artenarmen Fettwiesen zu artenreichen Magerwiesen. Das fördert auch den Erhalt einer Vielzahl seltener Amphibienarten, Schmetterlingen und Libellenarten durch geeignete Wasserflächen.
Stadt Villach #grenzenlosgrün
Apis-Gewinner in der Kategorie „Gemeinden und landwirtschaftliche Betriebe“ ist die Stadt Villach. Die Lebens- und Standortqualität in Villach soll erhalten und ausgebaut werden. Ursula Lackner beschreibt im Namen des Teams „Projekt Villach #grenzenlosgrün“ die Zielsetzungen bis zur konkreten Umsetzung. Vom Stadtentwicklungskonzept über Biodiversitätsrichtlinien bis zu einem „Grünbuch“ gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen zur Erhaltung des Naturschutzes. Leuchtturmprojekte sind der Naturpark Dobratsch, „Grüne Ecken“, die Agri-PV-Anlage Zauchen sowie der Verein „Naturerbe Villach“. Klimawandelanpassung und durchgängiges, vernetztes Grün in dicht verbauten und versiegelten Gebieten besitzt eine hohe Relevanz. Deshalb soll vom Hauptbahnhof bis zum Stadtpark die „Grüne Achse“ errichtet werden, um nach dem „Schwammerlstadt-Prinzip“ die Pflanzung von Bäumen zu ermöglichen. Das Projekt zeichnet sich durch eine hohe Übertragbarkeit auf andere Städte und Gemeinden aus.
FH-Kärnten Forschungsgruppe SIENA
Apis-Gewinner in der Kategorie „Firmen und Forscherteams“ ist die FH-Kärnten mit dem Forschungsprojekt „KI-BIRD“ unter FH-Prof. Gernot Paulus. Durch die automatische Erkennung mit hochaufgelösten Bildern durch Luftfahrsysteme und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) kann die Population von Wasservögeln und Wildtieren sowie die Kartierung der Biodiversität von Lebensräumen für den Naturschutz erfolgen. Mehrere UAS-Einsätze am Bleistätter Moor am Ossiachersee und in Brenndorf im Bezirk Völkermarkt wurden zeitsynchron mit einer klassischen bodengestützten Wasservogelkartierung durchgeführt. Die Validierungsergebnisse zeigten eine vielversprechende Leistung mit einer Klassifizierungsgenauigkeit von bis zu 83 Prozent auf Artenebene. Ein räumliches Projektionsmodell für die Darstellung der Ergebnisse der durch KI detektierten einzelnen Wasservogel-Individuen in Kartenform zeigt die räumliche Verteilung der Wasservögel im Projektgebiet. Der vorgeschlagene digitale Rahmen für die automatische Erkennung von Wasservögeln liefert vielversprechende Ergebnisse für die Standardisierung und ein neues Paradigma für die Zählung von Wasservögeln, um die traditionelle Feldkartierung zu unterstützen und zu erweitern.
Wissenswert
Durch eine Vielzahl von Förderungen nimmt die Kärntner Sparkasse ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr — und das Jahr für Jahr. Die Strategie der Förderungen ist es, den Wirtschaftsraum Kärnten langfristig zu stärken und positiv zu gestalten. Vordenken und zurückgeben: So sollen die Sparkassen-Förderungen auch als Hebel für die Realisierung von Zukunftsprojekten wirken. Zur Erhaltung des Lebensraumes ist der Schutz der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen von entscheidender Bedeutung. Daher unterstützt die Kärntner Sparkasse viele Initiativen für die Erhaltung der Biodiversität.
© Simone Attisani
