Kärnten
Wolf breitet sich aus: Alpenraum fordert Konsequenzen
Der Wolf sorgt in den Alpenregionen zunehmend für Konflikte mit Alm- und Weidewirtschaft. Beim ersten Alpenländischen Wolfsgipfel in Kärnten forderten Vertreter aus Österreich, Slowenien und Italien deshalb ein deutlich stärkeres, grenzüberschreitendes Management.
Vertreter aus Österreich, Italien und Slowenien unterzeichneten beim Alpenländischen Wolfsgipfel in Kärnten einen gemeinsamen Aktionsplan für ein grenzüberschreitendes Wolfsmanagement.© Foto: LK
KLAGENFURT. Die wachsende Wolfspopulation in Europa stellt insbesondere Nutztierhalter und Almbauern vor immer größere Herausforderungen. Auch die EU verweist auf deutlich gestiegene Bestände und eine Ausweitung des Verbreitungsgebietes. Gleichzeitig haben Konflikte durch gerissene Nutztiere in mehreren Regionen zugenommen.
Beim ersten Alpenländischen Wolfsgipfel im Schloss Mageregg machten Vertreter aus Kärnten, Salzburg, Tirol, Slowenien und mehreren italienischen Regionen deutlich: Ein rein regionales Vorgehen reicht aus ihrer Sicht nicht mehr aus. Zum Schutz der traditionellen Almwirtschaft brauche es abgestimmte Maßnahmen über Staatsgrenzen hinweg.
Gemeinsame Entnahmen
Die Teilnehmer unterzeichneten einen Aktionsplan, der unter anderem ein einheitliches Monitoring, eine gemeinsame Bewertung der Wolfspopulation im Alpenraum sowie abgestimmte Management- und Entnahmestrategien vorsieht.
Seit 2025 ist der Wolf im EU-Recht nicht mehr „streng geschützt“, sondern „geschützt“. Damit verfügen die Mitgliedstaaten über mehr Spielraum beim Management ihrer Bestände, müssen jedoch weiterhin einen günstigen Erhaltungszustand sicherstellen.
Für LK-Präsident Siegfried Huber steht fest, dass Kärnten alleine das Problem nicht lösen könne. Besonders aus den südlichen Nachbarregionen würden Wölfe nach Kärnten zuwandern. Der Gipfel soll deshalb der Auftakt für ein konsequenter abgestimmtes Wolfsmanagement im gesamten Alpenraum sein.