Lea Hermann

„Ich brau­che die Ruhe in Kärn­ten“

Aus der Reihe „Studentenleben“: Der Weg der Villacherin Lea Hermann (22) führte sie erst nach Wien, ehe er sie wieder zurück nach Kärnten brachte. Ein „KLiCK Kärnten“-Gespräch über die Suche nach Ruhepolen, den Perspektivenwechsel auf Kärnten und das Heimatgefühl.

„Ich brau­che die Ruhe in Kärn­ten“ Für die Villacherin Lea Hermann (22) bleibt Kärnten ein Heimatgefühl.

© Diana Frank

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Wäh­rend die 22-jäh­ri­ge Lea Her­mann mit „KLiCK Kärn­ten“ spricht, sitzt sie im Hof des Hau­ses ihrer Mut­ter und blickt auf eine wei­te, vor ihr lie­gen­de Wie­se hin­aus. Sie genießt merk­lich die Ruhe, die sie in Kärn­ten vor­fin­det. Die gebür­ti­ge Vil­la­che­rin zog im Som­mer 2020 nach Wien, um dort Ernäh­rungs­wis­sen­schaf­ten zu stu­die­ren und auch Abstand von Kärn­ten zu bekom­men. „Ich woll­te unbe­dingt nach der Schu­le von Kärn­ten weg und sofort in die Bun­des­haupt­stadt zie­hen, Graz sah ich mir nicht mal an. Nach der Zeit in Wien änder­te sich mei­ne Ein­stel­lung zu Kärn­ten jedoch kom­plett“, gibt Her­mann zu, die jedoch auch mit ein wenig Weh­mut auf ihre Wie­ner Zeit zurück­blickt.

In Wien nicht wirk­lich ange­kom­men

Nach der Matu­ra an der CHS (Cen­trum Human­be­ruf­li­cher Schu­len) Vil­lach arbei­te­te die 22-Jäh­ri­ge für ein Jahr in einem Beklei­dungs­ge­schäft und über­sie­del­te 2020 für ihr Stu­di­um schließ­lich in die Wie­ner Groß­stadt. Zu einem Zeit­punkt, als sich die Coro­na-Pan­de­mie abzu­zeich­nen begann. „Dort ange­kom­men, leb­te ich in einer WG mit ande­ren Stu­die­ren­den zusam­men, davon war auch eine aus Kärn­ten“, erin­nert sich Her­mann, die sich ger­ne in Wien ein Leben auf­ge­baut hät­te. Die Pan­de­mie war auch ein Grund, war­um Her­mann wäh­rend ihrer Zeit in Wien auch mehr­mals in Kärn­ten bei ihrer Fami­lie anzu­tref­fen war. Auch weil es für sie eine Her­aus­for­de­rung war, in der Haupt­stadt anzu­kom­men und Fuß zu fas­sen. „Mit der Zeit zog es mich immer mehr nach Kärn­ten zurück und ich freu­te mich stän­dig, mei­ne Heim­rei­sen zu pla­nen“, schmun­zelt die 22-Jäh­ri­ge. Vor dem Umzug nach Wien lern­te sie ihren heu­ti­gen Freund ken­nen, der sie mehr­mals in der Haupt­stadt besuch­te.

In Kärn­ten war­te­te ein neu­es Stu­di­um

Im Vor­jahr war es dann so weit: Sie kün­dig­te ihre Woh­nung, brach das Stu­di­um ab und über­sie­del­te zurück nach Vil­lach. Wie­der in Kärn­ten ange­kom­men, zog sie nicht nur mit ihrem Freund in eine gemein­sa­me Woh­nung, son­dern begeg­ne­te auch ihrem heu­ti­gen Stu­di­um. „Bei ‚Fit­ness­wis­sen­schaf­ten und Fit­ness­öko­no­mie‘ han­delt es sich um ein Fern­stu­di­um aus Deutsch­land, das ich von zu Hau­se aus machen kann. Trotz­dem ist das Stu­di­um sehr pra­xis­nah“, erklärt die Vil­la­che­rin. Erst wäh­rend der Matu­ra-Zeit stell­ten sich kon­kre­te Inter­es­sen her­aus, wie Sport und Gesund­heit. „Ich wuss­te noch nicht genau, was ich machen woll­te. Vom heu­ti­gen Stu­di­um habe ich zuvor noch nie etwas gehört“, erzählt die jun­ge Stu­den­tin, die für die Finan­zie­rung ihres Stu­di­um im „Atrio“ arbei­tet.

Kärn­ten in einem neu­en Licht

In Kärn­ten ver­bringt die Stu­den­tin viel Zeit mit ihrem Freund und ihrer Fami­lie, liest vie­le Bücher ver­schie­de­ner Gen­res und legt gro­ßen Wert auf Ent­span­nung. Nach ihrer Zeit in Wien merk­te sie, dass sie Ruhe­po­le braucht, die es in der Bun­des­haupt­stadt nur schwer zu fin­den gibt. „Ich brau­che Ruhe, die ich in Kärn­ten fin­de. Mein Freund und ich nut­zen Kärn­ten viel mehr aus. Es gibt so vie­le Seen und Orte, wo ich ger­ne bin“, freut sich Her­mann, die aus heu­ti­ger Sicht nicht weiß, ob sie jemals wie­der nach Wien zurück­kehrt. Ob sie Wien aber manch­mal ver­misst? „Letz­ten Som­mer bin ich inner­halb von Wien in eine WG umge­zo­gen. Dort gab es regel­mä­ßi­ge Spie­le­aben­de. Damals in Wien lern­te ich auch vie­le neue Men­schen ken­nen“, erzählt die 22-Jäh­ri­ge, die regel­mä­ßig ver­sucht, vier bis fünf Ein­hei­ten Sport in ihre Woche zu inte­grie­ren oder auch abwechs­lungs­rei­che Calis­the­nics-Übun­gen ein­zu­bau­en.

Beruf­lich möch­te Her­mann im Gesund­heits­be­reich Fuß fas­sen. Auch selbst­stän­dig mit Social Media zu arbei­ten, kann sie sich gut vor­stel­len. „Auf jeden Fall pla­ne ich, in Zukunft noch eine Yoga-Aus­bil­dung zu absol­vie­ren, um Kur­se für Yoga­be­geis­ter­te anbie­ten zu kön­nen“, freut sich die 22-Jäh­ri­ge auf ihre nächs­te Her­aus­for­de­rung.

Ein Wohl­fühl-Account für ande­re

Einen beträcht­li­chen Teil ihrer Frei­zeit wid­met sie unter ande­rem Foto­shoo­tings als Model und Social Media, wo sie einen Wohl­fühl-Instra­gram-Account mit all­täg­li­chen Din­gen betreibt. „Ich möch­te zei­gen, dass ganz­heit­li­che Gesund­heit einen gro­ßen Stel­len­wert hat und das Bewe­gung auch Spaß machen kann. Dafür muss man in kein Fit­ness­stu­dio der Welt gehen“, ist Her­mann über­zeugt. Zwi­schen ihren Model­fo­tos gibt es auch Bil­der, unter denen sie über ihre All­tags­ge­dan­ken schreibt, die auch vie­le ande­re tei­len.

Die eige­nen Träu­me ver­fol­gen

Jun­gen Men­schen legt Her­mann ans Herz, sich nicht vom Weg zum eige­nen Ziel durch ande­re Mei­nun­gen abbrin­gen zu las­sen. „Man muss sei­ne Träu­me ver­fol­gen und auch regel­mä­ßig mit sich selbst Zeit ver­brin­gen. Die Selbst­fin­dungs­pha­se ist hier etwas Wich­ti­ges. Dazu gehört aber auch, Din­ge, die einem nichts mehr geben, sein zu las­sen, die Ener­gie und Freu­de für ande­re Sachen auf­zu­wen­den, die einem noch mehr zurück­ge­ben“, erklärt die 22-Jäh­ri­ge. Auch Men­tal Health ist dabei nicht zu unter­schät­zen, wie sie meint: „Man muss eben­so mit sich selbst im Rei­nen sein und die Gesund­heit der eige­nen See­le pfle­gen.“

28.08.2022 14:50
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„Ich brau­che die Ruhe in Kärn­ten“ Für die Villacherin Lea Hermann (22) bleibt Kärnten ein Heimatgefühl.

© Diana Frank