Armin Geissler
„Die Sozialpartnerschaft lebt, und wie!“
Die Aufgabe eines Betriebsrats ist es, für sozialen Frieden im Unternehmen zu sorgen und gegen Ungerechtigkeiten einzutreten. Armin Geissler, Vorsitzender des Betriebsrats im Unternehmen Steiner Bau mit Sitz in St. Paul im Lavanttal, im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
© Gernot Gleiss
„Die Sozialpartnerschaft lebt, und wie!“ Zu dieser Erkenntnis gelangt Armin Geissler im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“, wenn er auf die vergangenen Monate zurückblickt. Der 55-Jährige ist Vorsitzender des Betriebsrats des Unternehmens Steiner Bau mit Sitz in St. Paul im Lavanttal.
Zehn Betriebsräte für rund 700 Mitarbeiter
Das Unternehmen mit Zweigstellen in Klagenfurt, Wien, Gratkorn und Innsbruck ist in sämtlichen Teilbereichen des Baugewerbes, außer im Tunnelbau, tätig. Zehn Betriebsräte um Armin Geissler vertreten die Interessen der rund 700 fixen Mitarbeiter.
Es herrschte große Unsicherheit
Die Pandemie und vor allem der erste Lockdown stellten das Unternehmen vor große Herausforderungen. „Unter den Mitarbeitern herrschte große Unsicherheit“, erinnert sich Geissler. Einerseits verhängte die Bundesregierung eine Ausgangssperre, andererseits mussten die Mitarbeiter zu Baustellen aufbrechen. „Die Stimmung war am Kippen“, gesteht Geissler. Die Arbeiter befürchteten, sich mit dem Corona-Virus infizieren zu können, die Krankheit womöglich in die eigene Familie zu bringen und vor allem ältere Familienangehörige zu gefährden.
Gemeinsam mit Unternehmensleitung
Die Aufgabe des Betriebsrats in solch heiklen Situationen ist es, in Abstimmung mit der Unternehmensleitung für sozialen Frieden zu sorgen. Am Beispiel der Pandemie, des Lockdowns und der Ausgangssperre bedeutete das, den Arbeitnehmern die Ängste und die Ungewissheit zu nehmen und für ein sicheres Arbeiten zu sorgen. „Das funktioniert nur Hand in Hand mit der Unternehmensleitung“, betont Geissler. Mit sachlicher Politik, ungebrochenem Informationsfluss und gemeinsam erarbeiteten Lösungen ist es, so der Betriebsratsvorsitzende, gelungen, dass Ruhe einkehrt. Die logische Schlussfolgerung: Arbeitgeber und Betriebsrat arbeiten gemeinsam daran, dass ein Unternehmen mit all seinen Mitarbeitern erfolgreich arbeiten kann.

Aktuelle Kampagne des ÖGB
Beispiele wie diese zeigen, welche Bedeutung der Betriebsrat für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen hat. Deshalb unterstützt Geissler die aktuelle Kampagne des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB), die zu Betriebsratsgründungen ermutigt („KLiCK Kärnten“ berichtete).
Abgeordneter zum Kärntner Landtag
Geissler selbst stieß einst als Ferialpraktikant zum Unternehmen und absolvierte im Alter von 15 Jahren eine Lehre zum Kfz-Nutzfahrzeugtechniker. Als Betriebsrat sieht er seine Aufgabe darin, gegen Ungerechtigkeiten einzutreten. Mit der Gewerkschaft geriet er erstmals in Kontakt, als er mit einem Freund eine Ortsgruppe der Gewerkschaftsjugend in Lavamünd gründete. Der gebürtige Lavamünder ist in St. Georgen im Lavanttal zu Hause und auch Abgeordneter zum Kärntner Landtag (SPÖ).
Privat zieht es ihn vor allem in die Natur, in die Berge und an die Seen. „Ich liebe es, wenn ich den Wörthersee im Zentrum Kärntens sehe“, verrät Geissler.


