„Was die Koralmbahn für den Verkehr ist, ist die 380-kV-Leitung für den Strom“, so Seiser. „Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Kärnten den Anschluss an die Zukunft nicht verpasst – denn nur mit einer nachhaltig gesicherten Stromversorgung bleibt Kärnten als Industriestandort attraktiv, kann die Versorgung der Einzelhaushalte sichergestellt werden und die Energiewende letztlich gelingen.“
Er betont, dass ein Projekt dieser Größenordnung nicht ohne Auswirkungen bleibe: „Die Grundstücksbesitzer erhalten ohnehin ihre Entschädigungen. Aber was ist mit der Allgemeinheit?“ Deshalb bringe die SPÖ den Antrag zur Erarbeitung der gesetzlichen Grundlagen für ein Entschädigungsmodell ein.
„Erst die Grundlagen, dann die Details“
Seiser mahnt zugleich zu Realismus: „Wichtig ist, dass man vorab die Rahmenbedingungen schafft, damit eine Entschädigung überhaupt möglich ist. Wie genau, wie hoch, wie verteilt und an wen ausgeschüttet – das muss zum richtigen Zeitpunkt geklärt werden.“
Kritik an unrealistischen Forderungen
Mit Blick auf die politische Debatte betont Seiser: „Das ist kein Wunschkonzert, sondern wir müssen auf das drängen, was realistisch machbar ist. Wer glaubt, der Strom kommt allein aus der Steckdose, der glaubt auch, das Geld entsteht im Bankomaten. Die Öffentlichkeit mit unrealistischen Forderungen zu bombardieren, aber gleichzeitig jede Weiterentwicklung zu blockieren, ist ein Irrweg, der letztlich dazu führen würde, dass in Kärnten irgendwann die Lichter ausgehen. Das werden wir verhindern.“