Almsaison 2021
Respekt und Rücksicht auf den Kärntner Almen benötigt
Die Kärntner Almen bereiten sich auf den Anstieg von Gästen und Freizeitsportlern vor. Land Kärnten, Landwirtschaftskammer und Almwirtschaftsverein rufen zur rücksichtsvollen Nutzung des Lebens- und Wirtschaftsraums Alm auf.
© LK Kärnten/Bernhard Rebernig
Weil es in Zeiten wie diesen immer mehr Menschen in der Freizeit und im Urlaub in die Natur und in das alpine Gelände zieht, nehmen auch Konfliktsituationen zu. Diese steigende Freizeitnutzung erhöht den Druck auf die traditionelle Almwirtschaft. Landesrat Martin Gruber (ÖVP), Landwirtschaftskammer-Präsident Johann Mößler und Almwirtschaftsvereins-Obmann Josef Obweger rufen daher gemeinsam zu mehr Respekt und Rücksichtnahme auf: „Nur so kann es weiterhin ein gutes Miteinander von Almwirtschaft sowie Tourismus- und Freizeitwirtschaft geben.“
Kampagne „Respektiere deine Grenzen“
Die traditionelle Almwirtschaft trägt in Kärnten bei rund 4.000 landwirtschaftlichen Betrieben zum Einkommen bei und ist gleichzeitig ein enormer Tourismusfaktor. „Die Alm ist nicht nur Erholungsraum, sondern Arbeitsplatz für die Almbauern und Lebensraum für Wild- und Nutztiere. Dafür braucht es mehr Rücksichtnahme und auch Bewusstsein in der Bevölkerung“, betont Agrar-Landesrat Martin Gruber. Darüber informieren sollen die Kampagne „Respektiere deine Grenzen“ sowie eine entsprechende Plattform, die gerade im Entstehen ist. Die Kampagne wurde von der Vorarlberger Landesregierung ins Leben gerufen und wird seitdem erfolgreich in Salzburg, Nieder- und Oberösterreich, der Schweiz, Liechtenstein sowie in Bayern umgesetzt. In Kärnten wollen die Initiatoren den Bekanntheitsgrad der Aktion nun ebenfalls nutzen und so breit über das richtige Verhalten auf Almen oder im Wald informieren. Die Plattform soll noch im Juni verfügbar sein.
Appell an Mountainbiker
Auch Landwirtschaftskammer-Präsident Mößler ist überzeugt davon, dass die Kampagne auch auf den Almen zu mehr Rücksicht und Respekt beitragen kann: „Die meisten Menschen wissen, wie sie sich zu verhalten haben, wenn sie fremden Grund und Boden betreten. Ich habe aber kein Verständnis für jene Minderheit, der alles egal ist.“ In diesem Zusammenhang macht er auch auf die steigende Anzahl an Mountainbikern, insbesondere E‑Bike-Fahrern, auf Almen aufmerksam und fordert die Bergwacht zu mehr Kontrollen auf. „Almwiesen und Weiden dürfen abseits ausgeschilderter Mountainbike-Strecken nicht befahren werden“, erklärt Mößler.
Achtung bei Hunden!
Mehr Bewusstsein schaffen müsse man auch beim Thema Hunde auf der Alm, betont Josef Obweger. Denn Rinder nehmen Hunde naturgemäß als Bedrohung wahr, insbesondere für ihre Kälber. „Durch die zunehmende Mitnahme von Hunden auf die Almen sind sie daher einem ständigen Reiz ausgesetzt, der dann erfahrungsgemäß plötzlich eskalieren und zu schwerwiegenden Zwischenfällen führen kann“, sagt Obweger. Sein Appell an alle Hundebesitzer lautet, Hunde – auch aus Selbstschutz – möglichst nicht bei Wanderungen durch Viehweiden mitzunehmen. Nicht ordnungsgemäß entsorgter Hundekot kann zudem zu gesundheitlichen Problemen bei den Rindern führen.
Kärntner Almprojekt-Preis
Neben Rücksichtnahme braucht es auch Wertschätzung für die gesellschaftliche Bedeutung einer nachhaltigen und flächendeckenden Bewirtschaftung der Kärntner Almen. Daher wird von Landesrat Martin Gruber gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Kärnten und dem Kärntner Almwirtschaftsverein heuer erstmals ein Kärntner Almprojekt-Preis ins Leben gerufen. Nachhaltige, innovative Projekte im Bereich der Almwirtschaft sollen so vor den Vorhang geholt werden. Projekte sind bis Ende September über die Innovationsplattform der Kärntner Landwirtschaftskammer einzureichen. Die drei besten Einreichungen dürfen sich über ein Preisgeld zwischen 5.000 und 1.500 Euro freuen.
© LK Kärnten/Bernhard Rebernig
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