„Grüne Batterie“
Neues Kavernen-Kraftwerk auf 2.300 Metern Seehöhe
Der „Verbund“ errichtet auf dem Reißecker Seenplateau das Pumpspeicher-Kraftwerk „Reißeck II plus“. Vorstandsvorsitzender Michael Strugl und Tunnelpatin Landesrätin Sara Schaar nahmen den Stollenanschlag vor.
© Büro LR Schaar
Baustart am Reißecker-Seenplateau in Kärnten: Am vergangenen Freitag erfolgte der Stollenanschlag für das Pumpspeicher-Kraftwerk „Reißeck II plus“. Der „Verbund“ investiert 160 Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung der Kärntner Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck, um auch künftig die gesteigerte Stromproduktion aus erneuerbaren Energien bedarfsgerecht zwischenspeichern zu können.
Gelingen der Energiewende
„Das Vorhandensein von großen flexiblen Pumpspeicher-Kraftwerken ist fundamental für das Gelingen der Energiewende in Richtung einer CO2-freien Stromversorgung. Mit dem neuen Pumpspeicher-Kraftwerk Reißeck II plus stärken wir die grüne Batterie in den Alpen“, sagt Verbund-Vorstandsvorsitzender Michael Strugl.
Das Kraftwerk „Reißeck II plus“
„Reißeck II plus“ wird als Kavernen-Kraftwerk vollständig im Inneren des Bergs errichtet und als Ergänzung des im Jahr 2016 in Betrieb genommenen Kraftwerks „Reißeck II“ den Höhenunterschied zwischen den beiden Mühldorfer Seen auf dem Reißecker Seenplateau nutzen. Zwei moderne Pumpturbinen mit einer Leistung von insgesamt 45 Megawatt können bei Stromüberschuss erneuerbare Energie speichern und bei Strommangel in Strom zurückverwandeln.
Ökologisierte Energiewende
„Die wichtigste Funktion dieses zukünftigen Kraftwerks wird sein, rasch ‚abrufbare‘ Energie in das Netz zu bringen. Damit ist es ein wichtiger Baustein, wenn es darum geht Stromspitzen abzudecken, Netzstabilität sicherzustellen und Energieproduktion, die tages‑, sonnen- oder wetterabhängig ist, durch Vorspeicherung quasi flexibel zu machen“, erklärt Tunnelpatin und Landesrätin Sara Schaar, zuständige Referentin des Landes Kärnten für Umwelt, Energie und Naturschutz. Die Mineure leisten mit ihrer Arbeit, so Schaar, einen wesentlichen Teil, damit in Zukunft ein guter und vor allem wesentlicher Schritt in eine ökologisierte Energiewende getan werden kann. „Ich wünsche allen Mineuren, die auf dieser Baustelle arbeiten, eine gesunde und unfallfreie Zeit sowie ein herzliches Glück auf“, betont die Landesrätin.
Neue Grünstrom-Speicherleistungen
Im Sinne einer noch besseren Nutzung bestehender Ressourcen setzt der „Verbund“ bereits jetzt Modernisierungsmaßnahmen in der Kärntner Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck um. „Aktuell werden die jeweils vierzig Jahre alten Pumpturbinen im Kraftwerk Malta-Oberstufe und Pumpen im Kraftwerk Malta-Hauptstufe erneuert und das mehr als sechzig Jahre alte Pumpwerk Hattelberg durch eine moderne Pumpe im Krafthaus Kolbnitz ersetzt“, verrät Karl Heinz Gruber, Geschäftsführer der Verbund Hydro Power GmbH. Gemeinsam mit der für Ende 2023 geplanten Inbetriebnahme des Kavernen-Kraftwerks „Reißeck II plus“ wird die gesamte Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck eine Turbinenleistung von mehr als 1.500 Megawatt aufweisen und damit die mit Abstand leistungsstärkste im „Verbund“ sein.
Impuls für die Wirtschaft
Mit diesen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Erweiterung kann die „grüne Batterie“ in Kärnten künftig noch schneller und leistungsstärker Flexibilität für das Stromsystem zur Verfügung stellen. Und dies ohne neuen Dämme, vollkommen unterirdisch und mit einer Reihe von Umweltmaßnahmen. „Wir schaffen hier in der Region mit einer Gesamtinvestition von 160 Millionen Euro nicht nur neue technische Dimensionen, wir setzen auch einen ganz wichtigen Impuls für die heimische Wirtschaft“, freut sich Michael Amerer, Geschäftsführer der Verbund Hydro Power GmbH. Nachsatz: „Immerhin führt dieser Betrag zu einem Wirtschaftsimpuls von zusätzlichen hundert Millionen Euro mit einem großen Anteil in Kärnten und Österreich.“

